Schmerzambulanz (QST)
QST: QUANTITATIVE SENSORISCHE TESTUNG
Die QST wurde als zusammenfassende Batterie sensorischer Tests entwickelt, um die Funktionen des somatosensorischen Nervensystems zu quantifizieren und die Eigenschaften unterschiedlicher Submodalitäten zu testen, die von verschiedenen Gruppen afferenter Nervenfasern vermittelt werden. Am Patienten soll stets eine nicht betroffene Kontrollseite vor der betroffenen Seite untersucht werden. Sollte ein Patient Auffälligkeiten in beiden symmetrischen Bereichen eines Areals zeigen, soll als Kontrolle ein unauffälliges Areal herangezogen werden. So kann für die Beurteilung einer symmetrischen Störung beider Füße zum Beispiel der Vergleich mit den Werten von Gesicht oder Händen dienen.
- Die thermischen Schwellen werden mit einer Thermode (Temperaturbereich 0-50°C) ermittelt. Die Thermode ermöglicht, durch auflegen auf die Haut, computergesteuert einstellbare Temperaturreize von variabler Länge und Temperatur. Mittels dieser Apparatur könne die Detektionsschwellen für Temperaturänderungen, für kalte und warme Reize, die thermischen Unterschiedsschwelle zwischen alternierenden kalten und warmen Stimuli (um paradoxe Hitzeempfindungen zu erfassen) und Schwelle für den Kälte- und Hitzeschmerz bestimmt werden.
- Die taktile Detektionsschwelle wird mittels von Frey Haaren bestimmt.
- Die mechanische Schmerzschwelle wird mit Nadelreizstimulatoren (s.u) durchgeführt.
- Die S/R-Funktionen dienen der Bestimmung der mechanischen Schmerzsensitivität der Haut sowie der mechanischen Allodynie bei bewegten Reizen. Mittels Nadelreizstimulatoren (Pinprick, dünne Metallstifte mit variablem Gewicht zur Erzeugung unterschiedlicher Stimulusintensitäten ohne Hautverletzung) wird eine Reiz/Antwort-Kurve (S/R=stimulus/response) der mechanischen Schmerzsensitivität erstellt, bei der der Proband/Patient nach einer numerischen Rating-Skala die einzelnen Schmerzintensitäten beurteilt. Allodynie nach dynamischer mechanischer Reizung wird nach dem gleichen Testschema wie oben untersucht. Dabei wird zwischen den Nadelreizen ein bewegter Reiz (Wattebausch, Q-tip, Pinsel) appliziert, der normalerweise zu keiner schmerzhaften Wahrnehmung führt.
- Wind-up: In diesem Test wird eine Serie von Nadelreizen (je zehn Reize mit Wiederholung von 1/s, stets 256 mN) in ihrer Schmerzintensität mit einem einzelnen Nadelreiz verglichen. Als „Wind-up“ wird das Verhältnis der Schmerzintensitäten der Reizserien zu den Einzelreizen bestimmt.
- Die Vibrationsschwelle wird mit Hilfe einer standardisierten Stimmgabel (64Hz) bestimmt, die über knöchernen Vorsprüngen der Extremitäten bzw. des Kopfes plaziert wird.
- Druckschmerzschwelle: Mit Hilfe eines Druckalgometers (Kontaktfläche 1cm2) wird die Schwelle für Druckschmerz über einem Muskel in drei Serien langsam aufsteigender Stimulusintensitäten (ca. 50kPa/s) gemessen.





