Leuchtende Reisen für den Neubau der Chirurgie
Von: Petra SchultzeKunstprojekt von Stephan Huber ausgewählt
Im Wettbewerb für die künstlerische Gestaltung am Neubau der Chirurgie hat die Kunstkommission das Projekt des Münchner Künstlers Stephan Huber ausgewählt. Unter den sechs eingereichten Arbeiten überzeugte die Jury das Konzept leuchtender Landkarten, die reale und fiktive Welten aus Geschichte(n) der Region und der Medizin erschaffen. Heute wurde es auf einer Pressekonferenz in Ulm vorgestellt.
Fiktive und reale Geschichten und Landschaften
Aus der Ferne wirken die großen Leuchtkästen von ca. 2 x 8 Metern Größe, die bei den Lichthöfen des Gebäudes platziert werden sollen, wie normale Landkarten, aus der Nähe erkennt man die Fiktion, in der sich z. B. anatomische Darstellungen mit Landschaften, Geschichten und Personen verbinden. „Es ist möglich, in diesen Karten durch neue Welten zu flanieren, über die Ironie zu lachen, über überraschende Verbindungen neugierig zu werden, sich in dem Glückszustand von Phantasiewelten zu bewegen“, erläuterte Wettbewerbsgewinner Stephan Huber. „Ich habe an meine eigenen Krankenhausaufenthalte gedacht: der Wunsch nach Ablenkung, der Wunsch, sich in andere Welten zu entfernen.“ Der international renommierte und ausgezeichnete Künstler, Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste und Professor an der Akademie der Bildenden Künste München, stellt seine Werke international aus (u. a. documenta, Biennale Venedig, Münchner Lenbachhaus, Wiener Museum Moderner Kunst) und erarbeitete bereits eine Vielzahl von Projekten im öffentlichen Raum.
Verknüpfung von Orten und Menschen
„Die von Prof. Stephan Huber konzipierte Wettbewerbsarbeit In Ulm und um Ulm und um Ulm herum beschäftigt sich in eindrucksvoller Weise mit dem Ort, seinen Menschen und seiner Geschichte. Die Jury war von der Klarheit seiner Bildersprache überzeugt, und ich freue mich auf die Realisierung dieses Konzeptes für den Neubau der Chirurgie“, bilanzierte Professor Claus Bury, Mitglied der Jury und Professor für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Der Jury gehörten außerdem Sean Rainbird (Direktor der Staatsgalerie Stuttgart), Jürgen Engel (Architekt), Wilmuth Lindenthal (Leiter Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Ulm) und Mitglieder der Kunstkommission des Universitätsklinikums an.
Kraft schöpfen und neue Gedanken zulasssen
„Wir möchten in unserer neuen Chirurgie für Patienten und Besucher Möglichkeiten schaffen, Kraft zu schöpfen und neue Gedanken zuzulassen. Dazu gibt die ausgewählte Arbeit in spannender Weise Raum“, erklärte Jurymitglied Prof. Dr. Reinhard Marre, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums, und bedankte sich bei allen Künstlern für die eingereichten Arbeiten. Der Neubau der Chirurgie, ein Entwurf der KSP-Architekten Engel und Zimmermann, wird 2012 fertig gestellt. Das Gebäude mit 235 Normalpflegebetten, 80 Intensiv- bzw. Überwachungsbetten sowie 15 OP-Sälen entsteht in enger Nachbarschaft zur Inneren Medizin und ist die größte Klinikbaustelle des Landes Baden-Württemberg.









