Die elektronische Krankenakte

Durch dieses System entfallen die komplizierten Ausleihwege sowie der Versand der Papierakten und -befunde.
Patientenakten (in Papierform) werden unmittelbar nach Entlassung der Patienten gescannt. Die digitalen Daten werden in ein Archivsystem eingespielt und stehen dann sofort zur Verfügung. Der Zugriff auf das Archivsystem erfolgt patientenorientiert über SAP. Damit kann sich der behandelnde Arzt die Informationen über einen Patienten anzeigen lassen oder ausdrucken. 
Unabhängig davon ist eine direkte Übernahme von digital erstellten Patienten-Dokumenten sog. CI-Dokumente (z. B. Arztbriefe) in SAP möglich. Über SAP können auch diese Dokumente klinikumsweit eingesehen werden.
Durch den Einstieg über SAP müssen keine speziellen Berechtigungen für das Archivsystem definiert werden. Ein Arzt kann nur die Patienten einsehen, für die ein Behandlungszusammenhang besteht.

ein Säulendiagramm

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Vorteile der "elektronischen Krankenakte"

  • sofortiger und sicherer Zugriff auf Patientendaten rund um die Uhr
  • gleichzeitiger Zugriff mehrerer Ärzte auf dieselbe Krankenakte
  • Transportzeiten entfallen
  • Kostenreduzierung durch Raum- und Transportersparnis
  • vereinfachtes Zusammentragen von Informationen

Besonderheiten

  • Einstieg über SAP. Damit wird das Berechtigungskonzept von SAP wirksam und über den Behandlungszusammenhang kann nur der berechtigte Arzt die Dokumente einsehen.
  • Aktuelle Informationen können durch Einbinden von CI-Dokumenten übernommen werden.

Zugriffsorganisation in SAP

  • Datenschutzrechtliche Anforderungen sind in SAP abgebildet
  • Ärzte und Pflegepersonal haben Berechtigungen für ihre Organisationseinheit
  • für Forschungszwecke werden zusätzliche Zugriffsberechtigungen benötigt
  • Notfallzugriffe können gewährleistet werden

Eingesetzte Software

  • ArchiveLink von SAP
  • CEYONIQ nscale
  • DVS von SAP

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KIS

Strukturierung der medizinischen Dokumentation

Medizinische Dokumentationssysteme nach Maß - das Programm IS-H*MED eröffnet neue Möglichkeiten

Als zentrale Patientendatenbank setzen wir am Klinikum SAP R/3 mit dem Krankenhausmodul IS-H ein. Seit das Zusatztool IS-H*MED von GSD eingeführt wurde, spukt in vielen Köpfen, dass diese Standardlösung ein 'Rund-um-Sorglos-Paket' darstellt und alle Funktionalitäten in der Klinik abdeckt. Doch gerade im Bereich der medizinischen Dokumentation ist es sehr schwierig Standards zu definieren. Was ein Klinikum als Unterstützung nicht mehr missen möchte, wird im Nächsten schon nicht mehr akzeptiert. Es ist wie beim Möbelkaufen. Es ist sehr einfach für rechtwinklige, normal hohe Zimmer Möbel von der Stange zu finden. Aber was machen Sie, wenn Sie einen Schrank in der Dachschräge brauchen, oder eine Ecklösung für eine 85° Ecke? Sie müssen zum Schreiner gehen und sich für teures Geld eine individuelle Lösung erstellen lassen, die Sie hinterher so gut wie möglich in die restlichen Möbel integrieren.

Unsere jetzige IS-H/IS-H*MED Lösung stellt nicht das "Wunderland des Dokumentierens" dar. Die chirurgische Standard-Dokumentation hat rechte Winkel, die Chirurgien im deutschsprachigen Raum haben jedoch offenbar viele spitze und stumpfe Winkel. Und die mitgelieferte Eckbank passt leider nicht in den runden Erker vieler Anästhesien. Im Klinikum findet man eine Unzahl an Dokumentationswerkzeugen, gekauft oder selbst programmiert. Spezielle Medizinsysteme wird es langfristig geben, da oft sehr viel fachspezifisches Know-How und Funktionalität dahintersteckt. Klassische Dokumentation kann zukünftig aber durch das Werkzeug 'Parametrierbare Dokumentation' von IS-H*MED durch die klinischen Abteilungen selbst erstellt werden: sozusagen ein Baukasten für Dokumentationssysteme. Doch was kann man sich darunter vorstellen?

Der Dokumentations-Designer kann mit den ausgelieferten Mitteln eine Dokumenten-Oberfläche mit diversen Ein- und Ausgabefeldern definieren. Unter Dokument sind hierbei die Daten zu verstehen, die auf der Maske angezeigt bzw. ein- und ausgegeben werden. In der Wahl seiner Objekte ist der Designer relativ frei. Auf der Maske kann er unter anderem folgende Objekte platzieren:
Karteikarten, Textfelder, Radiobuttons, Auswahlfelder, Tabellen, Bilder
Die Gesamtheit dieser Objekte und Definitionen wird als "Dokumententyp" bezeichnet.
Anhand dieses Dokumententyps wird durch den zugehörigen Generator die Struktur in der Datenbank, der Code und die Eingabeoberfläche ("Dynpro") generiert.
Über den klinischen Arbeitsplatz kann so eine Eingabeoberfläche aufgerufen werden. Der Benutzer arbeitet hierbei auf dem zugehörigen Dynpro und der Code steuert den Ablauf, wie z.B. auch die Zugriffsrechte. Über den gleichen Weg funktionieren natürlich Änderung und Anzeige eines Dokumentes.

Die Vorteile der parametrierbaren Dokumentation liegen auf der Hand: Da alles in einer Datenbank liegt, kann man die Information flexibel kombinieren. Also kann man Informationen von einem Dokument des Patienten an ein Anderes weiterreichen. Angenommen das Labor schriebe den Befund in ein Dokument vom Typ 'Laborbefund'. Es existiert auch ein Dokumententyp 'Therapie', welcher das Labor als Feld enthält und das mit dem Dokumententyp 'Laborbefund' verknüpft ist. Legt der Therapeut jetzt ein neues Dokument vom Typ Therapie an, so bekommt er den Befundtext automatisch aus dem verknüpften Dokument zur Verfügung gestellt.

Das Werkzeug der parametrierbaren Dokumentation stellt eine interessante Möglichkeit dar, konkretisierte, benutzerdefinierte Dokumente zu erstellen. V.a. Dokumente mit klaren Strukturen sind hier besonders geeignet, da die Abbildung in Tabellenform einfach ist. Die Herausforderung für unser Klinikum mit der dezentralen Informatik-Struktur ist es, die "Freiräume" der Dokumentendefinition so zu nutzen, dass nicht nur keine gegenseitigen Beeinträchtigungen entstehen, sondern möglichst sogar Synergieeffekte.

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