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Zusammensetzung der AG Kaufmann

Biewener, Sebastian
Deeg, Louisa
Dodrimont-Lattke, Monika
Heininger, Sina
Karmazin, Kristina
Kaufmann, Dieter 
Lamla, Markus
Mellert, Kevin
Schwandt, Andrea

Die Arbeitsgruppe hat zwei Schwerpunkte: Untersuchungen zur Neurofibromatose Typ 1 (NF1) und Neurofibromatose Typ 2 (NF2) und zu Effekten des Alterns auf die Präzision von Spleissprozessen (s. auch alte Lab-Homepage).

Neurofibromatosen

NF1 und NF2 sind erbliche Tumorerkrankungen, bei denen Tumoren des peripheren oder des zentralen Nervensystems klinisch im Vordergrund stehen (1-4). Die Arbeitsgruppe befasst sich vorwiegend mit der Neurofibromatose Typ 1 (NF1), einer der häufigsten erblichen Tumorerkrankungen. Die klinische Versorgung der Patienten erfolgt u.a. einerseits durch die Interdisziplinäre Neurofibromatose-Sprechstunde des Universitätsklinikums Ulm, andererseits durch genetische Beratungen in der Genetischen Beratungsstelle des Instituts. DK ist einer der Organisatoren der Arbeitsgemeinschaft-Neurofibromatosen und unterstützt Selbsthilfegruppen (Neurofibromatose.de) und Stiftungen zu den Neurofibromatosen (stiftung-klingelknopf.de und nothing-is-forever.de).

Familiäre spinale Neurofibromatose

Die hohe intra- und interfamiliäre Variabilität von bestimmten Symptomen der NF1 legt die Existenz NF1-modifizierender Gene nahe, insbesondere zur Erklärung von Formen wie der Familiären spinalen Neurofibromatose (5). Bei dieser klinisch selten erfassten Erkrankung findet man eine drastische Reduzierung des NF1-Symptomspektrum i.a. auf spinale Tumoren. Bei diesen Patienten sind  NF1-Mutationen gefunden worden. Die Ursache für diese reduzierte Symptomatik ist unbekannt. Die Arbeitsgruppe ist an Patienten mit dieser Form der Neurofibromatose interessiert und führt ein Forschungsprojekt zur Klinik der Familiären spinalen Neurofibromatose durch (www.spinale-neurofibromatose.de).

Funktion des Neurofibromins

Neurofibromin hat verschiedene Funktionen (1, 6). NF1 Haploinsuffizienz  ist mit zahlreichen Dysregulationen verbunden, insbesondere auch mit einem verstärkten Rauschen in NF1-beeinflussten Signalwegen (7). NF1-haploinsuffiziente Zellen verhalten sich bezogen auf ihre Mechano-Sensorik wie alte Zellen (8-12)

Entwicklung von therapeutischen Ansätzen zur NF1

Die NF1 ist nicht kausal therapierbar. Mehr als die Hälfte der bekannten NF1-Mutationen sind Punktmutationen. In einem Markergenen konnten solche Mutationen mittels spezifischer Oligonukleotide in kultivierten Zellen korrigiert werden, die Korrekturraten sind aber extrem niedrig (13-15). NF1+/- Zellen weisen eine reduzierte Neurofibrominmenge auf. Die Möglichkeiten und Grenzen der Transduktion von Neurofibromin in NF1-defiziente Zellen werden in einem gemeinsamen Projekt mit K. Scheffzeck (Innsbruck) untersucht.

Spleissprozesse und Altern

Spleissprozesse sind im NF1 Gen gut untersuchbar (16). Die Präzision von Spleissprozessen lässt sich durch Quantifizierung des splicing noise erfassen (17). Ob das Altern und die mechanische Verformung von Zellen diese Präzision verändern, wurde untersucht (18,19).

PNA und Varianten in der mtDNA

PNA (peptid nucleic acid) kann sequenzspezifisch an DNA und RNA binden und diese  beeinflussen. Dies wird an mitochondrialen Sequenzen in Zellen von Patienten mit Mitochondriopathien und in Tumorzellen erprobt (20).

Angebot wissenschaftlicher Arbeiten

Im Lab Kaufmann können Diplomarbeiten, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten und Medizinische Promotionen durchgeführt werden. Falls Sie interessiert sind, fragen Sie nach aktuell offenen Arbeitsmöglichkeiten (Dieter Kaufmann).

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