Interpretationshilfen/Berechnungen
Umrechnungsfaktoren/Einheiten Rechner
Die meisten Laboratorien geben die Meßwerte in SI-Einheiten (siehe unten) aus. Im Ausland (Kreatinin in den USA) bzw. aus traditionellen Gründen (Glukose, Cholesterin, einige Hormone, Enzym-Aktivitäten) werden Ergebnisse häufig noch in nicht SI-Einheiten ausgegeben.
Ein Rechner für reine SI-Einheiten finden Sie hier: Für SI-Einheiten.
Der folgende Einheiten-Rechner ermöglicht ein schnelles Umrechnen der üblichen Einheiten für Meßwerte:
SI-Einheiten
Der Zusatz "SI" bezeichnet Einheiten im Système International d’Unités, aus praktischen Gründen entsprechen nicht alle Einheiten diesem System und sind, eigentlich illegale, "konventionelle" Einheiten, z.B. für Glukose in mg/dl anstatt mmol/l. Exaktere Angaben zu dem SI erhalten Sie unter diesem Link der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, der "Hüterin" der Einheiten.
Im Prinzip sollten sich alle Einheiten auf Basis-Einheiten (Naturkonstatenten) zurückführen und mit Standard-Grössenbezeichnungen bezeichnet werden. Die Standard Grössenbezeichnungen sind in tausender Schritten abgestuft. In der Klinischen Chemie ist die Einheit der Konzentrationen daher eigentlich auf die Stoffmengenkonzentration (mol/l) und nicht die Massenkonzentration (kg/l) zu beziehen und in tausender Schritten abzustufen. Mg/dl ist daher ganz falsch: falsche Mengenangabe (g anstatt mol) und falsche Abstufung (dl anstatt l oder ml), leider ist man mg/dl gewohnt..... Die Enzymaktivität im SI-System wäre Katal, nur wenige Klinisch-Chemische Laboratorien benutzen diese Einheit. Die DDR war in der Umsetzung der SI-Einheiten konzequenter als die BRD, daher ist heute die SI-Angabe der Einheiten von Laborwerten in den "neuen" Bundesländern verbreiteter als in den "alten" Bundesländern.
Die folgenden Informationen zu den SI sind den Seiten der PTB entnommen, die Verweise zeigen auf die Informationen der PTB:
Die sieben SI-Basiseinheiten:
- das Meter (m) als Einheit der Länge
- das Kilogramm (kg) als Einheit der Masse
- die Sekunde (s) als Einheit der Zeit
- das Ampere (A) als Einheit der elektrischen Stromstärke
- das Kelvin (K) als Einheit der thermodynamischen Temperatur
- das Mol (mol) als Einheit der Stoffmenge
- die Candela (cd) als Einheit der Lichtstärke
Die abgeleiteten SI-Einheiten werden kohärent aus den Basiseinheiten abgeleitet. Das heißt, man benötigt keine Umrechnungsfaktoren. Schlichtes Multiplizieren oder Dividieren von Basiseinheiten genügt. Dabei werden für die Einheiten die gleichen algebraischen Beziehungen verwendet, die auch für die jeweils zugeordneten Größen gelten. Zum Beispiel ist die Geschwindigkeit gleich Länge durch Zeit. Die SI-Einheit der Geschwindigkeit ist demnach gleich dem Quotienten aus den SI-Einheiten Länge und Zeit: Meter durch Sekunde. Verschiedene abgeleitete Einheiten haben besondere Namen erhalten (z. B. Hertz, Newton, Volt, Ohm). Sie können ihrerseits wieder dazu verwendet werden, weitere abgeleitete Einheiten auf einfachere Weise zu bilden, als wenn man von den Basiseinheiten ausgeht.
Wenn man nur die kohärenten SI-Einheiten verwendet, kommen bei Größenangaben sehr große oder sehr kleine Zahlenwerte vor. Um die Zahlenwerte in einer praktikablen Größenordnung zu halten, hat man Vorsätze zur Bezeichnung dezimaler Vielfache und Teile von Einheiten geschaffen.
SI-Vorsätze:
Potenz | Name | Zeichen | Potenz | Name | Zeichen |
1024 | Yotta | Y | 10–1 | Dezi | d |
1021 | Zetta | Z | 10–2 | Zenti | c |
1018 | Exa | E | 10–3 | Milli | m |
1015 | Peta | P | 10–6 | Mikro | µ |
1012 | Tera | T | 10–9 | Nano | n |
109 | Giga | G | 10–12 | Piko | p |
106 | Mega | M | 10–15 | Femto | f |
103 | Kilo | k | 10–18 | Atto | a |
102 | Hekto | h | 10–21 | Zepto | z |
101 | Deka | da | 10–24 | Yokto | y |
15.05.2009
Referenzkollektiv der Schilddrüsenbestimmungen
Die Firma Roche hat für die Schilddrüsenbestimmungen mit ihren Testsystemen Referenzwerte ermittelt. Die Zusammensetzung der Kollektive sowie Erläuterungen zur Berechnung sind der Broschüre
"Referenzbereiche für Kinder und Erwachsene.
Elecsys Schilddrüsentests TSH, FT4, FT3, T4, T3, T-Uptake, FT4-index, Anti-TPO, Anti-Tg, Tg
Elecsys systems 1010/2010 MODULAR ANALYTICS E170 cobas e 411 und cobas e 601 Analysegeräte."
Stand 2009 entnommen.
Eine Verknüpfung zu dieser Broschüre finden Sie hier.
Messtemperatur
Ab dem 01.04.2003 wir die Enzymaktivitätsbestimmung auf die Meßtemperatur von 37° umgestellt. Die Umrechnungsfaktoren sind:
Enzym | Multiplikationsfaktor von 37° C auf 25° Grad. |
ALT | 0,5 |
AST | 0,4 |
CHE | 0,7 |
CK | 0,4 |
Gamma-GT | 0,5 |
GLDH | 0,6 |
Diese Faktoren sind zur Orientierung und nicht für die exakte Umrechnung gedacht.
Units
Einheiten/Units:
Die Definition der Einheit "Units" ist von dem Analysensystem abhängig. In der Virologie/Immunologie bestehen anderer Definitionen als in der Enzymologie. Die Definitionen der Enzymologie beziehen sich auf den Stoffumsatz pro Zeiteinheit eines Enzyms. Um Verwechselungen zu vermeiden wurde für Enzyme die Einheit Katal festgelegt.:
entspricht | 1 mol/s | |
1 U | entspricht | 16,667*10-9 kat |
µkat/l | entspricht | µmol/s*l |
nkat/l | entspricht | nmol/s*l |
1 µmol/min | entspricht | 16,67 nkat |
1µmol/min | entspricht | 1 U. |
oder aber:
µkat/l | *60 | U/l |
nkat/l | *0,06 | U/l |
U/l | *0,0167 | µkat(l |
U/l | *16,67 | nkat/l |
Zu schwierig, Tascherechner verlegt?
Laden Sie diese Excel-Datei herunter (mit rechter Maustaste auf den Link klicken): Umrechnungen Units
Blutalkoholkonzentration (BAK)
Ethanolspiegel werden üblicherweise in g/l oder mol/l ausgedrückt. Die BAK wird hingegen aus historischen Gründen in g/kg Vollblut berechnet (Promille). Für die Umrechnug sind das spezifische Gewicht von Vollblut (1,057) bzw. Serum/Plasma (1,026) und der Wasserverteilungskoeffizient Serum bzw. Plasma/Vollblut (1,2) zu berücksichtigen. Die BAK erechnet sich daraus wie folgt:
BAK(Promille) = Ethanol im Vollblut (g/l)/1,057
BAK(Promille)=Ethanol im Serum oder Plasma (g/l)/(1,026*1,2) = Ethanol im Serum oder Plasma (g/l)/1,2312
Beispiel: Plasma Ethanol Spiegel =3,5 g/l. BAK = 3,5/1,2312 = 2,84Promille
(Greiling Gressner, Lehrbuch der Klinischen Chemie und Pathobiochemie, 3 Auflage 1995, Seite 1404)




