Bezeichnung

Dopamin im Urin

Synonym

Keines

Handelsname

Keiner

Indikation

Die Katecholamine Adrenalin, Noradrenalin, und Dopamin werden über die Aminosäuren L-Phenylalanin bzw. L-3,4-Dihydroxyphenylalanin gebildet und spielen im Organismus als Hormone und Neurotransmitter eine zentrale Rolle.

Die Bestimmung der Urinkonzentrationen dieser Katecholamine ist von klinischer Bedeutung  bei der Diagnostik von Phäochromozytomen und anderen Tumorerkrankungen des Nervensystems. Dabei kommt es zu einer starken Erhöhung der Katecholaminproduktion im betroffenen Gewebe und damit zu einer verstärkten  Freisetzung der Katecholamine in den Blutkreislauf bzw. zu einer erhöhten Ausscheidung in den Urin. Die dabei auftretenden Konzentrationen an Katecholaminen und deren Metabolite liegen um ein Vielfaches über der Referenzbereichsgrenze.

  • Verdacht auf das Vorliegen eines Phäochromozytoms oder Neuroblastoms. Differentialdiagnose von Hochdruckerkrankungen

Präanalytik

Probentransport und Abnahme:

Siehe hierzu die Informationen auf der Homepage der Zentralen Einrichtung Klinische Chemie.

Bitte beachten sie hierzu unsere Mitteilung Nr.43 !

Der Urin muss angesäuert sein: Ein pH-Wert >1,0 - < 4,0 wird  durch die Zugabe  HCl in das  Sammelgefäß  erreicht. Der Urin muss lichtgeschützt gelaget werden.

Die zur Ansäuerung benötigte Salzsäure wird vor der Sammelperiode in den  Sammelbehälter abgefüllt.

Die Patienten sollten über die unten angeführten Einfluss- und Störgrößen der Bestimmung informiert werden. Hierzu habt die ZEKCh folgendes Merkblatt erarbeitet, welches Sie sich als PDF-Datei ausdrucken können:

Patienten-Information zur Bestimmung von Katecholaminen und VMS im Urin.

Einflussgrößen, die zu einer Erhöhung der endogenen Katecholaminsekretion führen, sind:

  • Klinische Situationen: Psychischer und physischer Stress, Operationen, Angiographie, Schlaganfall, Herzinfarkt, Hypoglykämie.
  • Stimulantien: Nikotin, Koffein.
  • Pharmaka: Nitroglyzerin, Natriumnitroprussid, akute Gabe von Calcium-Antagonisten, Theophyllin.
  • Einflussgrößen, die zu einer Erhöhung von Katecholaminen durch exogene Zufuhr führen, sind: Nasentropfen, Bronchodilatatoren, Appetittzügler, Hustentropfen.

Störgrößen: 

  • Pharmaka, die den Katecholaminmetabolismus beeinflussen:

Verminderung der Katecholamine im Plasma und Urin: a2-Sympathomimetika, chronische Anwendung von Calciumantagonisten, ACE-Inhibitoren.

Verminderung von VMS und Erhöhung von Katecholaminen und Metanephrinen: a-Methyldopa, MAO-Hemmer.

  • Variable Veränderungen für jeden Parameter: Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, L-Dopa.
  • Erhöhung der Katecholamine im Plasma und Urin: a1- und b-Antagonisten, Labetolol.

2 Tage vor und während der Urinsammelperiode dürfen folgende Nahrungsmittel oder Medikamente nicht gegessen bzw. eingenommen werden:

  • Nahrungsmittel: Kakao, Kaffee, Tee, Schokolade, Nüsse, Zitrusfrüchte, vanillehaltige Produkte.
  • Medikamente: a-Methyldopa, L-Dopa, katecholaminhaltige Medikamente, wie Nasentropfen, Bronchodilatatoren, Appetittzügler, Hustentropfen, ACE-Inhibitoren, Calcium-Antagonisten, a2-Sympathomimetika, MAO-Hemmer, Phenothiazine, trizyklische Antidepressiva, a1- und b-Antagonisten, Labetalol, a1-Sympathomimetika, Nitroglycerin, Theophyllin, Natriumnitroprussid.

Siehe: Patienten-Information zur Bestimmung von Katecholaminen und VMS im Urin.

Einheit

µg/d

Probenmaterial

Bitte beachten sie hierzu auch unsere Mitteilung Nr.43 !

Im Sammelurin:


Der Urin muss angesäuert sein: Ein pH-Wert >1,0 - < 4,0 wird  durch die Zugabe  HCl in das  Sammelgefäß  erreicht. Der Urin muss lichtgeschützt gelaget werden.

Die zur Ansäuerung benötigte Salzsäure wird vor der Sammelperiode in den  Sammelbehälter abgefüllt.

Bestellnr. Sammelset.

Informieren Sie bitte  Patienten und Personal üner die Anwesenheit von Salzsäure in den Sammelgefäßen (Spritzgefahr).

Die Patienten sollten über die oben angeführten Einfluss- und Störgrößen der Bestimmung informiert werden. Hierzu habt die ZEKCH folgendes Merkblatt erarbeitet, welches Sie sich als PDF-Datei ausdrucken können:

Patienten-Information zur Bestimmung von Katecholaminen und VMS im Urin.

Bitte ein Aliquot (10 ml Urin) in einem Standard-Probenentnahmeröhrchenin das Labor versenden:

 

Bitte notieren Sie das Gesamtvolumen und die Sammeldauer bei der Anforderung.

Referenzbereiche

Die Referenzbereiche sind z. T. altersabhängig.

Für Erwachsene gilt orientierend:

Dopamin Ausscheidung im Sammelurin:  < 500,0 µg/d

Quelle: Thomas, L: Labor und Diagnose, 5. erweiterte Auflage, TH-Books Verlagsgesellschaft, Frankfurt/Main (2000)

Methode/Meßverfahren/Gerät

Isokratische HPLC mit elektrochemischer Detektion, Trennsäule der Firma Chromsystems, Probengeber (ALS) und isokratische Pumpe der Firma Agilent, elektrochemischer Detektor der Firma Recipe.

Analysenfrequenz

Messung 1 x pro Woche

Literatur/Quelle der Referenzbereiche

  • Cooper, JR, Bloom, RH: The Biochemical Basis of Neuropharmacology, 5th Edition New York, Oxford Press (1986)
  • Bravo, EL, Gifford RW: Pheochromocytoma: Diagnosis, Localization and Management (1982)
  • Thomas, L: Labor und Diagnose, 6. erweiterte Auflage, TH-Books Verlagsgesellschaft Frankfurt/Main (2005)
  • Ratge, D, Baumgarth, G, Knoll, H: Plasma free and conjugated catecholamines in diagnosis and localisation of pheochromocytomea. Clin Chem Acta 132: 229 – 243 (1983)
  • Darwish, R, Elias, AN: Plasma and Urinary catecholamines and their metabolites in chronic renal failure. Arch Intern Med Vol. 114 (1984)
  • L.Thomas, Labor und Diagnose, 6. Auflage, 2005
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