Bezeichnung

LCT T-13910C (Lactose Non-Persistence/ Lactose Intolerance)

Synonym

Kein

Handelsname

Keiner

Pathophysiologie

Während der Stillzeit bilden alle Säuglinge Laktase, durch welche der Milchzucker Laktose in Glukose und Galaktose gespalten wird. Nach dem 2. Lebensjahr nimmt bei den meisten Menschen die Synthese der Laktase stetig ab. Der Grund hierfür ist eine Punktmutation in der Promotor-Region des Laktasegens vom Typ T-13910C, welche autosomal rezessiv vererbt wird. Die primäre Laktose-Unverträglichkeit (primäre Laktoseintoleranz) ist eigentlich keine Krankheit sondern sie ist weltweit gesehen die Normvariante. In den europäischen Ländern und den USA hingegen bilden die meisten Menschen auch im Erwachsenenalter noch Laktase in höherer Aktivität und haben eine (relative) Laktosetoleranz. Hier ist die genetisch vermittelte Laktoseintoleranz eine Minderheitenvariante. In Nordeuropa beträgt die Prävalenz der Laktoseintoleranz etwa 2-3 %, in Südeuropa 20-30%, in Afrika und Asien dagegen nahezu 100%.
Bei laktoseintoleranten Menschen gelangt die Laktose ungespalten in den Dünndarm, wirkt dort stark osmotisch, was zu Durchfällen führen kann. Die Darmbakterien bauen die Laktose zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen ab, was zu Blähungen, Völlegefühl, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führt. Die Symptome korrelieren mit der Menge der konsumierten Laktose. Durch anhaltende Laktosebelastung wird die Darmschleimhaut gereizt, was unter Umständen zu einer erhöhten Infektionsgefahr und Störungen in der Aufnahme von Vitaminen und Spurenelementen, speziell von Calcium, führen kann (Malabsorptions-Syndrom). Durch den Calciumverlust kann die Entwicklung einer Osteoporose gefördert werden.
Neben der primären Laktoseintoleranz des Erwachsenen existiert noch die sehr seltene angeborene Form des absoluten Laktasemangels, der ebenfalls auf eine Mutation im Laktasegen beruht. Hierdurch werden Wachstum und Entwicklung der Säuglinge stark beeinträchtigt.
Die sekundäre Laktoseintoleranz findet man bei Schädigungen der laktaseproduzierenden Zellen des Bürstensaums. Dies tritt bei Darmerkrankungen wie Gastroenteritis, Zöliakie sowie nach Chemotherapie auf.

Indikation

Der molekulargenetische Nachweis einer homozygoten Mutation vom Typ T-13 910C im Laktase-gen definiert die Diagnose einer primären Laktoseintoleranz. Ein heterozygoter Genotyp bzw. ein Wildtyp schließt beim Erwachsenen eine primäre Laktoseintoleranz dagegen aus.
Die molekulargenetische Bestimmung kann daher im Rahmen einer Stufendiagnostik zur Differentialdiagnose der Laktoseintoleranz ohne eine Provokation der Symptomatik beitragen. Ferner kann eine Diagnose bereits in der präsymptomatischen Zeit gestellt werden.
Die molekulargenetische Analytik kann auch im Rahmen der Diagnostik der Ursachen einer Osteoporose eingesetzt werden.

Präanalytik

Probentransport und Abnahme:

Siehe hierzu die Informationen auf der Homepage der Zentralen Einrichtung Klinische Chemie.

Bitte fügen Sie der Anforderung eine Einverständniserklärung des Patienten  bei: (Formular).

Hinweis
Das neue Gesetz über genetische Untersuchungen bei Menschen (Gendiagnostikgesetz – GenDG) vom 24.04.2009 schreibt vor, dass genetische Analysen nur nach Vorliegen einer schriftlichen Einverständniserklärung der zu untersuchenden Person bzw. des Erziehungsberechtigten durchgeführt werden dürfen. Ferner muss vom anfordernden Arzt eine ausgiebige Aufklärung über die Bedeutung dieser Diagnostik durchgeführt werden.

 

Störfaktoren

Hohe Heparin-Konzentrationen können die Polymerasekettenreaktion inhibieren, im Extremfall resultiert kein Amplifikat.
Bei Patienten mit sehr niedrigen Leukozytenzahlen (Zytostatikatherapie) muss ggf. eine höhere DNA-Menge eingesetzt werden, um ein Amplifikat zu erhalten.

Einheit

Qualitativ:

Negativ/heterozygot/homozygot

Probenmaterial

Im EDTA-Vollblut, entnommen mit Standard-Probenentnahmeröhrchen:

 

Referenzbereiche

Erwartete Ergebnisse: homozygoter Wildtyp (negativ)

  • homozygot mutierter Genotyp (homozygot)
  • heterozygoter Genotyp (heterozygot)

Methode/Meßverfahren/Gerät

Im LightCycler (Firma Roche) erfolgt eine Amplifikation eines DNA-Fragments durch die Polymerase-Kettenreaktion. Zur Detektion und Genotypisierung der amplifizierten LCT Sequenz wird eine fluorogene zielspezifische Hybridisierung verwendet. Die Alleltypisierung erfolgt letztlich über Schmelzkurvenanalyse. Primer von der Firma Genes-4U, LCT -13910 Tool-Set.

Analysenfrequenz

1 x wöchentlich

Literatur/Quelle der Referenzbereiche

Labor- und Diagnose, L. Thomas 7. Auflage, S 834-839

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