In der Infektionsserologie handelt es sich stets um spezielle Anforderungen zum Nachweis von Antigen oder Antikörpern gegen bestimmte Erreger. Eine Ausnahme hiervon stellt nur die Anforderung Arthritisserologie dar, bei der Antikörper gegen eine bestimmte Auswahl von Infektionserregern, die eine Arthritis induzieren können, untersucht werden.
Welche Untersuchungen werden angeboten?
Die Antigen- und Antikörper-Nachweis umfassen die in der nachfolgenden Tabelle genannten bakteriellen und parasitären Infektionserreger sowie pathogene Pilze. Zusätzlich können Spezialuntersuchungen (nur bei stationären Patienten) durchgeführt werden, die an auswärtige Laboratorien, z. B. das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, weitergeleitet werden. Bei den auswärtigen Laboratorien handelt es sich ausschließlich um Nationale Referenzzentren oder Speziallaboratorien mit einem hohen Qualitätsstandard. Bei Anforderungen, die nicht auf dem Anforderungsschein erwähnt sind, setzen Sie sich bitte vor Einsendung der Probe mit der Infektionsserologie in Verbindung (Tel. 65327 / 65376).
Welches Untersuchungsmaterial ist geeignet?
Bei den allermeisten Untersuchungen ist das geeignete Untersuchungsmaterial Patientenserum. Dafür sollten nicht weniger als 2 ml Venenblut unter Vermeidung von Hämolyse und ohne Zusatz von gerinnungshemmenden Substanzen in einer Serummonovette in die Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene eingeschickt werden. Bei klinischem Verdacht auf eine akute Infektion ist stets die Einsendung einer gepaarten Serumprobe ca. 2-4 Wochen nach der Erstuntersuchung sinnvoll. Dadurch können Titerbewegungen oder Antikörper-Konversionen erfasst werden. Bei einigen wenigen Indikationen (z. B. V. a. Neuro-Borreliose, V. a. Neuro-Syphilis) ist die Einsendung von einer gepaarten Probe Serum und Liquor sinnvoll. In diesem Falle muss stets auch eine Bestimmung von Gesamt-IgG und Albumin in Serum und Liquor in der klinischen Chemie erfolgen, damit ein spezifischer Serum/Liquor-Antikörper-Quotient errechnet werden kann! Nur dieser kann eine Infektion des Zentralnervensystems mit hoher Wahrscheinlichkeit belegen.
Wie oft werden die Untersuchungen durchgeführt?
Die Untersuchungen werden in Abhängigkeit des Probenaufkommens mindestens einmal wöchentlich durchgeführt. Untersuchungsmaterialien, bei denen der Nachweis von Aspergillus-Antigen oder Kryptokokken-Antigen angefordert ist, werden sofort am Tag des Laboreinganges bearbeitet.
Wie kann ich das infektionsserologische Labor erreichen?
Bitte beachten Sie, dass die Untersuchungsmethoden und das ausgewählte Spektrum der Erreger einer ständigen Aktualisierung unterliegen. Bei entsprechenden Fragen, auch hinsichtlich der Befundinterpretation, stehen Ihnen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Infektionsserologie unter der Telefonnummer 65327 / 65376 zur Verfügung. Über diese Nummer werden Sie auch an den zuständigen Laborarzt für die Infektionsserologie weitergeleitet.
Erreger | Untersuchungs-materialien | Methode | Bemerkungen |
Antistreptolysin (ASL) | Latexagglutination | Geeignet bei Erkrankungen mit vermuteter Streptococcus pyogenes - Ätiologie, bei denen der Erreger nicht mehr nachweisbar ist. Beachte: ASL Antikörper können auch bei Infektionen mit C- und G-Streptokokken nachgewiesen werden. | |
Aspergillus spp. | ELISA (Antigennachweis) | Der Antigennachweis ist bei Verdacht auf eine invasive systemische Aspergillose indiziert. | |
Bartonella henselae | Mikroimmunfluoreszenztest | ||
Bordetella pertussis | IgG-Antikörpernachweis* (ELISA)
| Indikation *externe Untersuchung | |
Borrelia burgdorferi | IgG-/IgM ELISA | Suchtest | |
Brucella spp. | KBR | ||
Campylobacter jejuni | IgG-Immunoblot KBR | ||
Chlamydia spp. | IgG-/IgM –Mikroimmunfluoreszenztest | Suchtest | |
C. trachomatis | Vaginalabstrich | Nukleinsäurenachweis (siehe "Molekularbiologie") | Das entsprechende Abstrichbesteck (COBAS Amplicor Set) bei der Klinikumsapotheke bestellen. Möglichst einen zellreichen Abstrich entnehmen. Nur bei Verdacht auf Neugeborenenpneumonie ist die Untersuchung von Trachealsekreten und Material aus dem Respirationstrakt sinnvoll. |
C. pneumoniae | Nasenabstrich | Erregeranzucht mittels Zellkultur; | Das entsprechende Transportmedium wird von der Abteilung Medizinische Mikrobiologie auf telefonische Anfrage (65327 / 65376) bereitgestellt. Möglichst einen zellreichen Abstrich entnehmen. Das Material sollte nach Probenentnahme unverzüglich ins Labor geschickt werden. |
Coxiella burnetii (Q-Fieber) | Mikroimmunfluoreszenztest | ||
Cryptococcus neoformans | Antigen-Nachweis mittels Agglutinationsreaktion | ||
Echinococcus spp. | Nachweis polyvalenter Ak mittels Agglutinationsreaktion | Suchtest | |
Legionella spp. | Antigennachweis aus dem Urin mittels ELISA, bzgl. Nukleinsäurenachweis | ||
Leptospiren | Nachweis polyvalenter Ak mittels Agglutinationsreaktion | Zwischen dem 6. und 10. Krankheitstag treten spezifische Ak auf. | |
Mycoplasma pneumoniae | ELISA | ||
Toxopolasma gondii | IgG-,IgM-ELISA (Vidas) | Suchtest | |
Treponema pallidum (Lues) | TPPA | Suchtest | |
Yersinia enterocolitica O3 | KBR | Indiziert vor allem bei nichtenteritischer, intestinaler (pseudoappendizitischer) und extraintestinaler Yersiniose. |
Abkürzungen:
Ag | Antigen |
Ak | Antikörper |
ELISA | Enzyme linked immuno assay |
FTA-Abs | Fluoreszenz Treponema Anitkörper- Absorptionstest |
IIFT | indirekter Immunfluoreszenztest |
ISAGA | Immuno sorbent agglutination assay |
KBR | Komplementbindungsreaktion |
PCR | Polymerase chain reaction |
TPPA | Treponema pallidum Partikelagglutinationstest |





