Was ist DRG?
Seit 2004 wird in deutschen Krankenhäusern nach dem System der Diagnosis-Related Groups (DRGs) abgerechnet. Jedem Fall ist ein pauschaler Fallwert zugeordnet, über den praktisch alle Krankenhausleistungen abgegolten werden. Einzelne Zusatzentgelte gibt es für besonders teure Medikamente, Blutprodukte oder Implantate.
Die Entscheidung, welcher DRG ein Patient zugeordnet wird, wird aufgrund der Kodierung der Hauptdiagnose sowie der behandlungsrelevanten Nebendiagnosen getroffen. Diese Kodierung erfolgt nach dem ICD-10 (s.u.). Weiterhin gibt es Codes für Prozeduren, z. B. chirurgische Eingriffe und noch diverse andere entgeltrelevante Daten wie Alter des Patienten, Dauer einer künstlichen Beatmung u. a.
Die offizielle Homepage des Instituts für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK), das für die Entwicklung des DRG-Systems zuständig ist, finden Sie unter http://www.g-drg.de. Dort können Sie eine Vielzahl wichtiger Dokumente über das System herunterladen.
Ein Diskussionsforum, das sich mit praktischen Aspekten des DRG-Systems befasst und von zahlreichen Experten besucht wird, finden Sie unter http://www.mydrg.de.
Eine Reihe nützlicher Informationen zum DRG-System stellt auch die DRG Research Group an der Universität Münster zur Verfügung; unter anderem kann man hier in einem "Web-Grouper" prüfen, welche DRG bei welchen Diagnosen/OPs zum Tragen kommt.
Was ist der ICD-10 GM?
Die International Classification of Diseases (ICD) bildet die Grundlage des DRG-Systems in Deutschland. Es kommt eine auf die hiesigen Bedürfnisse angepasste "German Modification" zum Einsatz, die zuletzt für das Jahr 2009 überarbeitet wurde, daher die korrekte Bezeichnung ICD-10 GM 2009.
Sämtliche Diagnosen des Patienten müssen anhand des ICD kodiert werden. Speziell für Infektionskrankheiten ist dies ein kompliziertes Unterfangen, da der ICD größtenteils organbezogen aufgebaut ist, wogegen Infektionserreger nicht unbedingt einer Körperregion zugeordnet werden können. Dies macht die Verwendung von Code-Kombinationen erforderlich, deren Regeln komplex und dem klinisch tätigen Arzt im Zweifelsfall nicht präsent sind. Aus diesem Grund kann dem Kodierenden (Arzt oder Dokumentar) eine Menge Arbeit und Zeit erspart werden, wenn er Kodiervorschläge von seiten des Labors erhält. Hier findet ICDtool seinen Einsatz.
Zuständig für Pflege und Weiterentwicklung des ICD-10 GM ist das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI).
Was ist der OPS
Die Abkürzung OPS steht für Operationen- und Prozedurenschlüssel. Er wird verwendet, um alle Formen von Eingriffen wie z. B. Operationen zu verschlüsseln. Aber auch Tätigkeiten wie das Monitoring z. B. auf Infektionserreger nach Transplantation oder die Durchführung eine Isolierungsbehandlung bei Besiedelung mit multiresistenten Erregern findet ihre Abbildung im OPS. Auch der OPS wird jährlich aktualisiert und durch das DIMDI gepflegt.
Was sind die DKR?
Sind die Regeln und Strukturen von ICD und OPS schon komplex, so werden sie durch die Deutschen Kodierrichtlinien in vielen Fällen noch weiter kompliziert. Teilweise gibt es sogar eklatante Widersprüche zwischen beiden Systemen. In diesen Fällen sind dann die DKR ausschlaggebend. In ICDtool werden die DKR selbstverständlich berücksichtigt. Allerdings kann der Mikrobiologe nicht immer wissen, ob ggf. weitere Zustände des Patienten, die ihm nicht bekannt sind, eine andere Regel auslösen, die die vorgeschlagene Kodierung unwirksam bzw. unzulässig macht. Im Zweifelsfall muss daher der kodierende Arzt entscheiden, was er kodiert und was nicht. Aus diesem Grund sollten die von ICDtool generierten Texte auch nur als Kodiervorschläge bezeichnet und angeboten werden.





