Informationen zur Hornhautspende und Hornhauttransplantation

Warum sind Hornhautspenden erforderlich?

 

Viele Augenerkrankungen führen speziell bei jungen Patienten zu einer Trübung der Hornhaut und damit zur einer drastischen Sehverschlechterung. Diese können nur durch den Austausch der Hornhaut, eine Transplantation, geheilt werden. Deutschlandweit bestünde jährlich ein Bedarf von ca. 7000 Hornhauttransplantationen. Aufgrund des vorherrschenden Organmangels können jährlich jedoch nur ca. 4000 Transplantationen durchgeführt werden.


Viele Patienten warten bis zu 2 Jahre auf eine Spenderhornhaut. Da ein Großteil der Patienten nur über eine geringe Sehschärfe verfügt bedeutet eine lange Wartezeit nicht nur eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität sondern auch eine große Belastung im beruflichen und sozialen Bereich.

 

 

Wer kommt als Spender in Frage?

 

Von wenigen Ausschlusskriterien abgesehen können fast alle Menschen unabhängig von Alter und Vorerkrankungen nach dem Tod Ihre Hornhaut spenden. Anders als bei der Transplantation durchbluteter Organe ist die Möglichkeit zur Gewebeentnahme bei der Hornhautspende nicht an den Erhalt der Vitalfunktionen (funktionierender Körperkreislauf) gekoppelt. Die Hornhautentnahme kann bis zu 72 Stunden nach dem Tod erfolgen. Damit steht dem Transplantationsteam ein längerer Zeitrahmen zur Verfügung. Die Chancen für eine erfolgreiche Transplantation sind hoch.

 

 

Welche gesetzlichen Grundlagen gilt es zu beachten?

 

Für die Organspende gilt in Deutschland die so genannte Zustimmungslösung. So steht in erster Linie der Wille der/des Verstorbenen im Vordergrund. Hat die/der Verstorbene jedoch zu Lebzeiten keine schriftliche Äußerung bezügliche einer Organspende abgegeben (z.B. in Form eines Organspendeausweises), so liegt es bei den nächsten Angehörigen oder den Personen, die der/dem Verstorbenen in den letzten Jahren nahe standen, mitzuteilen, ob sich die/der Verstorbene für oder gegen ine Organspende entschieden hätte. Es sollte also so gut wie möglich dem Willen der /des Verstorbenen entsprochen werden.

 

 

Wie erfolgt die Hornhautspende?

 

Bei der Hornhautspende wird ein ca. 1,5cm durchmessendes Scheibchen bestehend aus Lederhaut und Hornhaut entnommen (Gewebeentnahme). Anschließend wird dem Spender eine klare Kontaktlinse aufgesetzt und die Lider verschlossen. Es kommt daher zu keiner kosmetischen Beeinträchtigung des Verstorbenen. Das gewonnene Transplantat wird in einer speziellen Nährlösung aufbewahrt und steht dann vier Wochen für eine Hornhauttransplantation zur Verfügung. In dieser Zeit kann ein geeigneter Empfänger gefunden werden.

 

 

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Hornhauttransplantation:

 

Abbildung 1:
vernarbte trübe Hornhaut nach einer bakteriellen Infektion bei einem jungen Kontaktlinsenträger

Abbildung 2:
klare Optik des Hornhauttransplantates, 3 Monate nach einer erfolgreicher Transplantation

 

 

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