Zusätzlich tragen auch die antiapoptotischen Wirkungen von CK1 zur Tumorgenese bei. So wird durch CK1 vermittelte Phosphorylierung des Tumornekroserezeptors p75 der über diesen Rezeptor vermittelte Apoptosesignalweg inhibiert. Die Resistenz gegenüber einer TRAIL induzierten Apoptose scheint durch CK1 abhängige Phosphorylierung von Proteinen des „death inducing signaling complexes (DISC)“ zurückzuführen zu sein. In der FAS-vermittelten Apoptose ist in Typ II Zellen die Resistenz darauf zurückzuführen, dass CK1 Bid phosphoryliert und dadurch die proteolytische Spaltung von Bid inhibiert. Dies hat zur Folge, dass keine Aktivierung des apoptotischen Mitrochondrien-abhängigen Signalweges erfolgt. Außerdem unterdrückt CK1 die Retinoidrezeptor X (RXR) vermittelte Apoptose. Der Wirkungsmechanismus ist im Einzelnen noch nicht aufgeklärt. Es wird jedoch angenommen, dass Sequestrierung des phosphorylierten RXR-CK1 Komplexes in granulären Chromatinabschnitten die Ursache der Inhibition RXR-vermittelter Apoptoseprozesse darstellt. Wegen ihrer Beteiligung an der Genese maligner Tumoren sind Mitglieder der CK1 Familie potentielle Zielproteine einer pharmakologischen Inhibition. Dies führte zur Entwicklung mehrerer ATP-Analoga, die bereits in sehr geringen Konzentrationen die Aktivität von CK1 Isoformen inhibieren (z. B. CKI-7, IC261, D4476, PF-760462). Die Wirksamkeit einiger dieser Substanzen wurde bereits in Tiermodellen nachgewiesen. 2. Forschungsschwerpunkte
Seit mehreren Jahren analysiert meine Arbeitsgruppe die Funktion und Regulation von Mitgliedern der CK1 Familie, insbesondere von CK1δ. Schwerpunkte bzw. wesentliche Fragen sind (1.) der Einfluss einer CK1 vermittelten Phosphorylierung von Tumorsuppressoren und Onkogenen auf deren Funktionen, (2.) die Rolle von CK1δ in der Regulation von Membrantransportprozessen, der Mikrotubuli- und Spindeldynamik und der Apoptose, (3.) die Identifikation neuer Interaktionspartner von CK1 sowie die funktionelle Charakterisierung dieser Interaktionen, (4.) der Einfluss der „site-spezifischen“ Phosphorylierung auf die Aktivität von CK1δ durch zelluläre Kinasen und (5.) die Bedeutung von CK1 in der Tumorgenese sowie der Nachweis von Veränderungen in der Expression und/oder Aktivität von CK1 in Tumoren (6.) die Validierung von CK1 Inhibitoren
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