Grundlegende Informationen bei Fettleibigkeit
Grundlagen
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Wann sprechen wir von Fettleibigkeit (lat.: Adipositas)
Bei Ihrer Behandlung in unserer Adipositassprechstunde werden Sie feststellen, daß wir mit einem Wert arbeiten, der Body Mass Index = BMI genannt wird. Dieser Index kann mit Hilfe der Körpergröße und des Körpergewichts errechnet werden und gibt Auskunft darüber, ob jemand für seine Körpergröße zu viel oder auch zu wenig wiegt. So ist es möglich, einen 1,80 m großen und 120 kg schweren Menschen mit einem solchen zu vergleichen, der nur 1,50 groß und 96 kg schwer ist.
Rechenbeispiel: Körpergewicht 120 kg bei einer Körpergröße von 180 cm:
BMI = 120 / 1802 = 37 kg/m2
Einteilung des Übergewichts bzw. der Adipositas (krankhaftes Übergewicht)
Normalgewicht | BMI von 20 - 24.9 kg/m2 |
Übergewicht | BMI von 25 - 29.9 kg/m2 |
Adipositas Grad I | BMI von 30 - 34.9 kg/m2 |
Adipositas Grad II | BMI von 35 - 39.9 kg/m2 |
Adipositas Grad III | BMI ab 40 kg/m2 und mehr |
Berechnen Sie Ihren BMI hier online.
Welche Probleme können durch das massiv krankhafte Übergewicht (Adipositas Grad III) auftreten?
Im Folgenden werden in erster Linie Probleme dargestellt, die bei massiver Adipositas, d. h. einem BMI ≥ 40 kg/m2 auftreten können.
Alltägliche Schwierigkeiten
Die körperliche Beweglichkeit nimmt ab und man fühlt sich deshalb nicht mehr wohl in seiner Haut. Der aktive Anteil am Familienleben reduziert sich genauso wie die Teilnahme am Leben mit den Freunden: keine Spaziergänge mehr, kein Schwimmen, kein Fahrradfahren. Aufgrund des Schamgefühls kommt es zur Isolation. Einige Dinge des täglichen Lebens im Haushalt (z. B. Fensterputzen), bei der Körperpflege (z.B. Fußnägel schneiden) können nicht mehr wie gewohnt durchgeführt werden. Der Toilettengang und die in diesem Zusammenhang notwendige Intimhygiene wird schwierig. Es findet sich kaum passende Kleidung. Man passt in keinen Sitz im Theater, Kino, Flugzeug, Auto oder Wartezimmer des Arztes. Leute auf der Straße starren einen an und tuscheln. Menschen, die unter Adipositas Grad III leiden, kennen die Diskriminierung in der Öffentlichkeit nur zu gut.
Gesundheitliche Komplikationen
Es gibt Krankheiten, die durch die Adipositas ausgelöst oder verstärkt werden. Wir stellen hier nur einige dar:
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
- hoher Blutdruck (arterielle Hypertonie)
- erhöhte Blutfett-Werte
- Luftnot
- Gefäßverengungen, die zum Herzinfarkt, Schlaganfall und zu
Durchblutungsstörungen führen können
- Schlafapnoe (während des Schlafes hört der/die Patient/in auf zu atmen, er/sie
hat Atem-Aussetzer)
- Schmerzen in den Hüft-, Knie- und Knöchelgelenken, der Wirbelsäule
- erhöhte Unfallgefahr aufgrund der nachlassenden Beweglichkeit
- bei Frauen Unregelmäßigkeiten mit der Monatsblutung aufgrund von
Hormonschwankungen
Wie entsteht Übergewicht?
Es gibt mehrere Möglichkeiten:
- Die aufgenommene Energie wird nicht verbraucht, da die körperliche Bewegung weniger geworden ist, z. B. wird die Rolltreppe anstelle der Treppe benutzt.
- Es wird mehr gegessen als an Energie nötig wäre, da man sich auch nicht genügend bewegt.
- Nimmt der Körper mehr Kalorien auf als er braucht, so werden diese zusätzlichen Kalorien als Fett gespeichert.
Sobald Adipositas Grad III vorliegt, d. h. der Body Mass Index höher als 40 kg/m2 ist, sind gesundheitliche und damit meistens auch soziale Probleme vorhanden. Einige Patienten leiden bereits bei einem geringeren Adipositasgrad unter oben genannten Schwierigkeiten. Es gibt aber auch solche, die zunächst jahrelang nicht unter dem massiven Übergewicht leiden. Die Erfahrung zeigt jedoch, daß erhebliche Einschränkungen ab 45 kg oder mehr über dem Normalgewicht auftreten.
Welche chirurgischen Möglichkeiten zur Gewichtsreduktion gibt es?
Eigentlich ist es recht einfach:
Man nimmt weniger Energie in Form von Kalorien zu sich, als der Körper benötigt. So würde es funktionieren und ist doch so schwer, auf Dauer durchzuhalten. Die auf den folgenden Seiten beschriebenen Operationen nötigen den Übergewichtigen, weniger an Menge zu sich zu nehmen.
- Die reine Magenverkleinerung soll helfen, die gewünschte Gewichtsabnahme zu erreichen und das erreichte Gewicht zu halten. Durch die Mageneinengung wird aber nur die Nahrungsmenge begrenzt. Ein kleiner Vormagen entleert sich nur verzögert, während der Schlauchmagen in erster Linie über die deutliche Verkleinerung funktioniert. Das Sättigungsgefühl bleibt für ein paar Stunden erhalten. Es muß aber auch wieder gelernt werden, das Sättigungsgefühl zu respektieren und entsprechend zu handeln, d. h. mit der Nahrungszufuhr aufzuhören.
- Bei den Kombinationsoperationen wird neben der Verkleinerung des Magens eine Ausschaltung des Dünndarms durchgeführt. Das bedeutet, daß die verringerte Nahrungsmenge nicht den gesamten Dünndarm passiert, sondern nur einen bestimmten Teilabschnitt. Um dies zu verstehen, muß man wissen, daß die zugeführten Nahrungsmittel im Dünndarm mit Hilfe von Verdauungssäften so verändert werden, daß sie dort aufgenommen werden können. Je kürzer die Dünndarmstrecke ist, desto weniger kann an Nahrungsmenge im Dünndarm aufgenommen werden. Weder der ausgeschaltete Magen noch der ausgeschaltete Zwölffingerdarm werden entfernt, sondern bleiben vor Ort erhalten.
Was verändern die beschriebenen Operationen?
- Nach der Operation nimmt der Umfang der einzelnen Mahlzeiten zwangsläufig ab.
- Es muss gleichzeitig darauf geachtet werden, genügend Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe und Eiweiß zu sich zu nehmen.
- Bei den Getränken muß auf kalorienreiche und kohlensäurehaltige Getränke verzichtet werden; es bieten sich Tee und stilles Wasser an. Kohlensäure benötigt Platz und dies kann zu einer Erweiterung des Vormagens führen
- Als Frau verändert sich durch den Gewichtsverlust die hormonelle Situation. Das veränderte Eß- und Trinkverhalten sollte zum Zeitpunkt einer etwaigen Schwangerschaft bereits Normalität geworden sein.
Erfolgreich kann eine adipositaschirurgische Maßnahme jedoch nur sein, wenn die Betroffenen bereit sind, ihren Lebensstil um 180 Grad zu wenden. Die Fortführung des bisherigen Lebensstils wird den erwarteten Gewichtsverlust nach der Operation stark einschränken. Nur wer den Zeitpunkt der Operation als Wendepunkt im Lebensstil sieht, wird auf die Dauer erfolgreich sein können.
Operationsmethoden
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Spezielle Operationsverfahren
Die vor der Operation durchgeführten Untersuchungen geben einen Anhalt darüber, welche der bei uns angebotenen adipositaschirurgischen Methoden für den/die Patient/in mit massivem Übergewicht in Frage kommt. Unabhängig davon, welche Methode gewählt wird, sie sollte immer als Dauerlösung betrachtet werden, da nach Aufhebung der adipositaschirurgischen Maßnahme erfahrungsgemäß das Übergewicht sofort wieder explosionsartig ansteigt (vergleichbar der Situation nach Beendigung einer Diät).
Wir unterscheiden folgende chirurgischen Vorgehensweisen:
- die Methoden, die den Magen verkleinern: das sogenannte Magenband (Gastric Banding), die Gastroplastik und der Schlauchmagen
- Kombinationseingriffe, d. h. Magenverkleinerung mit kurzstreckiger Dünndarmausschaltung: der Magenbypass (Gastric Bypass)
- Kombinationseingriffe, d. h. Magenverkleinerung mit langstreckiger Dünndarmausschaltung: Bilio-pancreatic Diversion mit Duodenalem Switch
Magenverkleinerungs - Eingriffe
Bei den nachfolgend dargestellten Operationsmethoden handelt es sich trotz unterschiedlichen Vorgehens um das gleiche Prinzip: der die Nahrung aufnehmende Anteil wird deutlich reduziert.Magenband und Gastroplastik: Am Mageneingang wird ein kleiner Vormagen hergestellt, der durch eine Einengung von außen begrenzt wird. Der innere Durchmesser dieser Einengung beträgt ca. 12 mm. Das bedeutet aber auch, daß diese Engstelle bei einer Schleimhautentzündung schnell zuschwellen kann. Das hat zur Folge, dass selbst Flüssigkeiten die Engstelle nicht mehr passieren können.Schlauchmagen: Der Magen ist so verkleinert, dass er wie ein Schlauch aussieht.Bei diesen Methoden ist die natürliche Nahrungspassage unverändert gegeben, d.h. die Nahrung wird von der Speiseröhre in den Vormagen, von hier in den Restmagen bzw. beim Sleeve durch den Magenschlauch transportiert und anschließend in den Zwölffingerdarm und den Dünndarm (hier findet die Aufnahme der Nährstoffe statt). So ist es auch zu verstehen, daß nach dieser Operation unverändert die Möglichkeit einer Magenspiegelung gegeben ist.Da der Magen selbst ein Muskel ist, kann er durch zu große Eß- und Trinkmengen nach diesen Operationsmethoden derart ausgedehnt werden, daß es zu einer Vormagen- bzw. Schlauchmagenvergrößerung kommt. Häufig stellt sich in diesem Zusammenhang eine Schleimhautschwellung an der operativ gesetzten Engstelle ein. Dies macht sich als Brennen und Schmerzen hinter dem Brustbein bemerkbar oder durch Erbrechen nach Nahrungs- und/oder Flüssigkeitsaufnahme.
a) Magenband oder Gastric Banding
Bei dieser Methode wird direkt unterhalb des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen ein Silicon-Band um den Magen geschlungen. An der Innenseite des Bandes findet sich eine Kammer, die über einen Verbindungsschlauch, der an einen sogenannten Port (Reservoir) angeschlossen ist, gefüllt werden kann. Mit der Füllung dieser Kammer kann der Übergang vom Vor- in den Restmagen in seinem Durchmesser reguliert werden. Der Port wird während der Operation unter der Bauchdecke festgenäht. So besteht auch nach der Operation die Möglichkeit, über eine Punktion des Ports die Kammer an der Innenseite des Gastric Bandings aufzufüllen. |
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Sollte es zu einer Vormagenerweiterung kommen, die ein sogenanntes Slippage des Bandings (der Magen hat sich durch das Band nach oben hindurchgearbeitet) nach sich ziehen kann, so läßt sich dies nur durch eine erneute Operation korrigieren. Sollte es einen medizinischen Grund geben, das Banding zu entfernen, so ist dies jederzeit möglich. Häufig tritt dann jedoch der sogenannte Jo-Jo-Effekt auf, d. h. das Ausgangsgewicht und mehr wird binnen kürzester Zeit wieder erreicht. | |
b) Gastroplastik
Bei dieser Methode wird der Vormagen mit einer Klammernahtreihe vom Restmagen getrennt. Der Übergang vom Vor- in den Restmagen wird mit einem kleinen Silikonschlauch begrenzt. Der Durchmesser dieser Engstelle beträgt wiederum 12 mm, dieser Durchmesser ist nach der Operation jedoch nicht mehr regulierbar. Bei falschem Eß- und Trinkverhalten kann es zu einem Reißen der Klammernahtreihe kommen und das Operationsergebnis ist somit zunichte gemacht. Diese Methode empfehlen wir den Patienten, die unter einem Zwerchfellbruch mit anhaltendem Sodbrennen leiden, da durch die Herstellung des Vormagens mit Hilfe von Klammernähten der Magenanteil nach der Operation nicht mehr so leicht durch die Zwerchfell-Erweiterung in den Brustkorb gezogen werden kann. |
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Sollte aus medizinischen Gründen eine Aufhebung der Gastroplastik nötig sein, so ist dies jederzeit möglich. Sobald der Siliconring entfernt ist, der den Vormagen begrenzt, kann wieder ohne „Eßbremse“ gegessen werden. Die Erfahrung zeigt, daß die Patienten ebenfalls ihr Ausgangsgewicht und mehr nach kurzer Zeit wieder erreichen (sog. Jo-Jo-Effekt). | |
c) Schlauchmagen oder Sleeve
Beim Schlauchmagen wird der Magen dadurch verkleinert, dass ein Großteil des Magens mit Hilfe von Klammernähten entfernt wird. So verbleibt für die Nahrungsaufnahme nur noch ein Magenanteil, der einem Schlauch ähnelt. Dieser kann nur wenig Nahrung aufs Mal aufnehmen, so dass das Sättigungsgefühl früher einsetzt. |
©2005 OA Dr. med. Anna Maria Wolf |
Magenbypass: Gastric Bypass (GBP)
Der Magenbypass ist die am häufigsten angewandte adipositaschirurgische Maßnahme. Bei dieser Methode wird der Vormagen vom Restmagen abgetrennt. Es entsteht so ein kleiner Vormagen, der ausgeschaltete Restmagen ist bei einer Magenspiegelung nicht mehr einsehbar. Auf den kleinen Vormagen wird eine Dünndarmschlinge genäht. Die Länge der Dünndarmschlinge beträgt zwischen 90 und 150 cm. Am unteren Ende des Dünndarmanteils, der den Nahrungsbrei transportiert, wird der die Verdauungssäfte aus Leber und Bauchspeicheldrüse transportierende Dünndarmanteil angenäht. Der Speisebrei wird so von der Speiseröhre in den Vormagen und von hier direkt in den Dünndarm (AL) transportiert. Nach 90 bis 150 cm Dünndarmanteil findet sich eine Verbindung mit dem Dünndarmanteil, der die Verdauungssäfte transportiert. |
©2005 OA Dr. med. Anna Maria Wolf |
Ab hier findet die Verdauung bzw. Aufnahme der Nahrungsbestandteile im Dünndarm statt, da der Nahrungsbrei ab hier mit den Verdauungssäften vermischt wird. Dadurch kommt es zu einem deutlich höheren Gewichtsverlust als nach den reinen Mageneinengungsoperationen. | |
Kombinationseingriff
Magenverkleinerung und Dünndarmausschaltung Biliopancreatic Diversion mit Duodenalem Switch (BPD mit DS)
Dies ist eine Operationsform, die nur unter bestimmten Voraussetzungen eingesetzt wird. Operationstechnisch ist sie die aufwendigste aller erwähnten Operationsmethoden.
©2005 OA Dr. med. Anna Maria Wolf
Der Magen wird zu einem Schlauch geformt und so verkleinert. Im Bereich des Dünndarms wird eine sogenannte „Dünndarmausschaltung“ vorgenommen. So wird die Nahrungszufuhr verringert, die Nahrungsaufnahme im Dünndarm herabgesetzt.
Neben der schlauchförmigen Verkleinerung des Magens wird der Zwölffingerdarm hinter dem Magenpförtner (ringförmiger Muskel) blind verschlossen. Ein festgelegter Dünndarmanteil wird hinter dem Magenpförtner mit dem Magenrest verbunden. Kurz vor dem Dickdarm wird der die Verdauungssäfte transportierende Dünndarmanteil mit dem den Nahrungsbrei transportierenden Dünndarmanteil verbunden.
Die aufgenommene Nahrung wird also über die Speiseröhre in den Restmagen transportiert und von dort über den Magenpförtner in den den Nahrungsbrei weiterleitenden Dünndarmanteil. Der Anteil des Dünndarms, der die Verdauungssäfte enthält, die aus der Bauchspeicheldrüse und der Leber (Galle) in den Darm fließen, wird erst einen Meter vor Eintritt des Dünndarms in den Dickdarm mit dem sogenannten „Nahrungsdünndarm“ zusammengebracht. Das bedeutet, daß der Körper nur noch über eine Strecke von einem Meter Dünndarm die Nahrungsbestandteile aufnehmen kann.
Nach der Operation können aufgrund der Fettstühle Blähungen und übelriechende Durchfälle auftreten, die sich nach einer gewissen Zeit bessern, wenn die Betroffenen ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen. Die Häufigkeit des Stuhlgangs und seine Beschaffenheit hängen auch davon ab, welche Nahrungsmittel gegessen werden. Der Durchfall kann zu schmerzhaften Hautveränderungen um den After herum führen, die erfolgreich mit entsprechenden Salben behandelt werden können.
Wichtig ist auch bei dieser Methode, daß das Eß- und Trinkverhalten auf die Operationsform abgestimmt werden. Nur so ist es möglich, Gewicht zu verlieren. Bei dieser Operationsform ist der größtmögliche Gewichtsverlust zu erreichen
Operationsrisiken
Jede Operation ist mit entsprechenden Risiken verbunden. Eine Person mit massivem Übergewicht gehört zur Gruppe der sogenannten Hochrisiko-Patienten. Die höchsten Risiken bestehen in einer Thrombose mit nachfolgender Lungenembolie, Herzinfarkt sowie einer Entzündung im Bauchraum (Bauchfellentzündung). Diese Erkrankungen können zum Tod führen.
Bei einer adipositaschirurgischen Operation handelt es sich um einen Wahleingriff und nicht um einen Notfalleingriff. Der/die Patient/in muß dazu beitragen, daß die Operation mit dem geringst möglichen Risiko durchgeführt werden kann.
Hierzu sind bestimmte Voruntersuchungen notwendig, um das Risiko einschätzen zu können.
Vorbereitungen
Nicht jede übergewichtige Person kommt für eine der oben genannten Operationen in Frage.
Aus diesem Grunde senden wir interessierten Patienten zunächst einen
Fragebogen zu. Mit Hilfe des
Fragebogens werden die Personen ausgesucht, bei denen uns ein solcher Eingriff sinnvoll erscheint. Diese Patienten werden zu einem unverbindlichen Informationsgespräch eingeladen.
Nach dem unverbindlichen Informationsgespräch setzt sich der/die Patient/in nach Rücksprache mit uns mit der Krankenkasse in Verbindung und klärt, ob diese die Kosten für den Eingriff übernehmen wird. Ist dies der Fall, so müssen vor der Operation einige Voruntersuchungen durchgeführt werden. Teilweise ist dies auch ambulant am Wohnort möglich. Wir werden diesbezüglich mit dem Hausarzt Absprachen treffen.
Sind die Voruntersuchungen abgeschlossen, findet ein weiteres Gespräch statt, in dem die Risiken der Operation nochmals besprochen werden. Der/die Patient/in erfährt nun genau, wie der Ablauf während des stationären Aufenthaltes geplant ist.
Um von der Krankenkasse eine positive Entscheidung bezüglich der Kostenübernahme zu erhalten, ist es sehr wichtig, daß die Fragen im Fragebogen nach den bisher durchgeführten Anstrengungen zur Gewichtsabnahme ausführlich und ehrlich beantwortet werden.
Nach der Operation
Wie geht es nach der Operation weiter?
Der Kostaufbau ist bei den verschiedenen Operationsmethoden unterschiedlich:
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Magenverkleinerungsoperation
Bereits am ersten Tag nach der Operation kann schluckweise Tee getrunken werden. Wird dies gut vertragen, kann am Folgetag mehr getrunken werden. Es ist wichtig, die Flüssigkeit nur in kleinen Schlucken zu sich zu nehmen. In den nächsten Tagen erhält man flüssige Kost, d. h. Suppen ohne Einlage. Diese werden mit einem Tee- oder Kaffeelöffelchen zugeführt. Dadurch soll mit der Größe eines Schluckes oder Bissens vertraut gemacht werden.
Zuhause wird die flüssige Kost für weitere 6 – 8 Wochen fortgesetzt. Es schließt sich eine Zeit an, bei der die Nahrung passiert werden muß. Später, wenn das neue Eßverhalten beherrscht wird, wird versucht, normal zu essen. Das bedeutet, daß jeder Bissen so gut gekaut werden muß, daß die Nahrung beim Schlucken breiig ist. Das ist sehr wichtig: Der Durchlaß vom Vormagen in den Restmagen hat einen inneren Durchmesser von nur 12 mm (etwas mehr als der Durchmesser eines Bleistifts)
Magenbypass
Bei dieser Operationsform wacht der/die Patient/Patientin mit einem Schlauch auf, der durch ein Nasenloch geführt bis in den angenähten Dünndarmanteil reicht. Dieser muss für 5 Tage belassen werden. Am 5. Tag nach der Operation wird eine Darstellung der Verbindung zwischen Vormagen und Dünndarmschenkel mittels Kontrastmittel durchgeführt. Zeigt diese, daß die Nähte dicht und durchgängig sind, kann die Magensonde entfernt und schluckweise Tee getrunken werden. In den Folgetagen wird die Ernährung langsam aufgebaut, d. h. von flüssiger über passierte bis zu normaler Kost. Bei Entlassung aus der Klinik sollte man in der Lage sein, die Nahrung so gut zu kauen, daß sie die Engstelle problemlos passiert.
Es sollte dem/der Patienten bewußt sein, daß nach der Operation für den Rest des Lebens, bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zusätzlich zur Nahrung zugeführt werden müssen. Man muß darauf achten, täglich Eiweiß aufzunehmen. Des weiteren müssen bestimmte Vitamine (Vitamin D und Vitamin B12) regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls ersetzt werden. Die Nahrung muß calciumreich sein, bei Bedarf muß Calcium in Tablettenform regelmäßig verabreicht werden, da der Körper sich sonst das Calcium aus den Knochen holt. Dies führt auf lange Sicht zur sogenannten „Knochenerweichung“ (lat. Osteoporose). Ist es notwendig, neben Calcium auch Eisen in Tropfen- oder Saftform zu sich zu nehmen, sollte darauf geachtet werden, daß beides nicht zum gleichen Zeitpunkt aufgenommen wird. In einem solchen Fall würde nur entweder Calcium oder Eisen aufgenommen, da sich die beiden Substanzen bei der Aufnahme durch den Darm als Konkurrenten verhalten. Dies bedeutet also, z. B. Calcium morgens und Eisen abends einnehmen oder umgekehrt.
Biliopancreatic Diversion mit Duodenalem Switch
In den ersten fünf Tagen nach der Operation hat man auch hier einen Magenschlauch, der entfernt werden kann, wenn die Röntgenkontrolle mit Hilfe von Kontrastmittel gezeigt hat, daß die Verbindungsnähte zwischen Magen und Dünndarm dicht sind. Der Kostaufbau gestaltet sich genauso wie beim Magenbypass.
In der ersten Zeit nach der Operation muß mit Durchfällen und einem Ekelgefühl vor bestimmten Speisen gerechnet werden. Es können Blähungen auftreten. Da die Nahrung aufgrund des kurzen gemeinsamen Dünndarmanteils nur wenig verdaut wird, ist der abgesetzte Stuhl übelriechend. Bestimmte Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente müssen lebenslang zusätzlich zur üblichen Nahrung zugeführt werden. Es muss darauf geachtet werden, täglich 60 – 90 g Eiweiß aufzunehmen. Desweiteren müssen bestimmte Vitamine (Vitamin D, Folsäure und Vitamin B12) regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls zusätzlich eingenommen werden. Die Nahrung muß calciumreich sein, bei Bedarf muß Calcium in Tablettenform zugeführt werden, da der Körper sich sonst das Calcium aus dem Knochen holt. Dies führt langfristig zur sog. Knochenerweichung (lat. Osteoporose). Hier gilt die gleiche Aussage betreffend der Calcium- und Eiseneinnahme wie beim Magenbypass.
Regeln
Wichtige Regeln für das Leben nach der Operation
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- Die Nahrung muß sehr gut gekaut werden, sie muß breiig sein.
- Sie sollten langsam essen und sofort mit dem Essen aufhören, sobald sich ein Sättigungsgefühl eingestellt hat. Essen Sie weiter, besteht die Gefahr der Vormagenerweiterung.
- Während des Essens sollten Sie nicht gleichzeitig trinken.
- Am besten trinken Sie nur stilles Wasser und Tee; kohlensäurehaltige Getränke können, wie oben bereits beschrieben, zu einer Vormagenerweiterung führen.
- statt Süßstoff sollten Sie Zucker benutzen, da bei vielen Patienten der Süßstoff einen Süßhunger hervorruft.
- Sie sollten auf die regelmäßige Zufuhr von Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen achten.
- Jeden Tag sollten Sie mindestens 30 Minuten Sport treiben: Spazierengehen, Fahrradfahren, Schwimmen etc. Dies tut nicht nur dem Körper gut, sondern steigert auch das seelische/psychische Wohlbefinden.
Weiterführende Operationen
Operationen zur Entfernung von überschüssigen Hautfalten im Bereich des Bauches, der Oberschenkel und Oberarme
Bei fast allen Patienten treten nach starkem Gewichtsverlust mehr oder weniger ausgeprägte Hautfalten auf. Wird das erreichte Endgewicht über sechs Monate gehalten, kann eine Hautfaltenreduktions-Operation erwogen werden. Auch hierfür muß die Krankenkasse die Kostenübernahme erklären.










