Enddarmleiden

Allgemeines


Aufgrund der unterschiedlichen Ausprägungen von proktologischen Leiden und der multiplen anatomischen und physiologischen Beziehungen des Enddarmes verfolgen wir ein auf den individuellen Patienten abgestimmtes auf nationalen oder internationalen Empfehlungen basierendes interdisziplinäres Behandlungskonzept. Einen Überblick über die häufigsten Erkrankungen und ihre Behandlung vermittelt diese Aufstellung; Detailinformationen finden sich in den bereitgestellten Hinweisen auf die Empfehlungen der Fachgesellschaften. Die Behandlungen erfolgen in unserer Proktologischen Sprechstunde ambulant oder bedarfsweise stationär nach bereits von uns organisierter, prästationär erfolgter, ambulanter anästhesiologischer Abklärung. Spezielle komplexe Patienten können gern direkt mit dem Experten diskutiert werden.

 

Die Sprechstundenzeiten finden Sie hier.

Bei speziellen Fragen oder komplexen Patienten haben Sie zusätzlich die Möglichkeit, uns unter 0731 / 500 - 26981 von Montag bis Freitag, 08:00 - 18:00 Uhr zu erreichen.

 

Hämorrhoiden


Wir bieten eine stadienadaptierte, konservative (z. B. Gummibandligaturen) und operative Behandlung (z. B. Hämorrhoidectomie nach Parks) für alle Hämorrhoidenstadien an. Begleitend erfolgt eine Ernährungsberatung. Sämtliche angebotenen Behandlungen werden von den Kassen erstattet.

 

Das linke Bild zeigt 2 Hämorrhoiden; rechts eine bereits vor mehreren Tagen versorgte Hämmorrhoide, teilweise schon nekrotisiert, dunkelrot bis schwarz; links eine hellrote, soeben mit Gummiband versehen.

Das rechte Bild zeigt im Schema die Vorgehensweise, wie eine Gummibandligatur durchgeführt wird.


links: ©2005 Dr. med. Gerhard Leder


rechts: aus Duale Reihe "Chirurgie", 2. Auflage 2003, Thieme Verlag, Hrsg.: Henne-Bruns, Dürig, Kremer

 

 

Analfissur


Schmerzadaptiert erfolgt bedarfsweise eine interventionelle Sofortbehandlung mit Sphincterdehnung in Sedierung/Lokalanästhesie. Die weitere Behandlung umfaßt die konservative stuhlregulierende, analgetische und topische Behandlung (Nitrat, Calciumantagonist, kurzzeitig Cortison). Vergleichsweise selten ist eine Fissurectomie erforderlich.

 

 

Abszeß und Fistel


Die Spaltung/Exzision proktologischer Abszesse mit ggf. intraoperativer Fistelsuche erfolgt in der Regel gleichentags stationär. Die täglichen Verbandswechsel können poststationär in Abhängigkeit vom Wunsch des Patienten und zuweisenden Kollegen von unser Proktologie übernommen werden. Fisteln behandeln wir in der Regel mit Seton-Drainageneinlage und bei Persistenz mit Fistulotomie bzw. Fistelexstirpation. Bei rectovaginalen Fistel oder Fisteln bei entzündlichen Darmerkrankungen ist die interdisziplinäre Behandlung Standard.

 

 

Analkarzinom


Stadiengerecht erfolgt nach den onkologischen Leitlinien die lokale Exzision kleiner Karzinome bzw. bei den meisten uns vorgestellten ausgedehnteren Befunden die Radiochemotherapie in Zusammenarbeit mit der Abt. Strahlentherapie der Universität oder einer für den Patienten heimatnäheren Abteilung. Eine primäre abdominoperineale Rectumexstirpation ist kaum mehr erforderlich und kommt ggf. bei Rezidiven (ca. 40 %) in Frage. Auf Wunsch nehmen wir die Patienten in unser Tumornachsorgeprogramm auf.

 

 

Stuhlinkontinenz


Abhängig von Grad, Ursache, Comorbidität und Patientenalter bieten wir konservative Maßnahmen (z. B. Ernährungsberatung, Beckenbodengymnastik, Elektrostimulation, Bio-Feedback), rekonstruktive perianale operative Verfahren (z. B. Sphinkterrekonstruktion nach Zerreißung) und transabdominelle Verfahren (z. B. Rektopexie beim Rektumprolaps) an.

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