Kinderchirurgie


Unsere Abteilung verfügt über Betten auf der kinderchirurgischen Station, die entsprechend den Ansprüchen und Bedürfnissen der kleinen Patienten ausgestattet sind und wo sie von examinierten Kinderkrankenschwestern betreut werden. Sowohl bei ambulanten wie auch bei stationären Behandlungen besteht die Möglichkeit, daß zumindest ein Elternteil beim Kind bleiben kann.

Ambulante Kinderchirurgie

Seit über 20 Jahren werden von uns im Rahmen der Tageskinderchirurgie Leistenbrüche, Leistenhoden, Nabelbrüche und Phimosen ambulant operiert. Nach Vorstellung und Terminvergabe in der kinderchirurgischen Sprechstunde in der Kinderklinik am Michelsberg (wo gleichzeitig die Vorstellung beim Kindernarkosearzt erfolgt) werden die Kinder am Morgen des Operationstages mit seinen Eltern über die kinderchirurgische Station KOH (siehe Lagebeschreibung und Übersichtskarte) aufgenommen. Nach Beendigung des operativen Eingriffes werden die obligatorischen klinischen Kontrollen vorgenommen, die Entlassung kann am späten Nachmittag erfolgen. Voraussetzung für einen ambulanten Eingriff ist, daß das Kind infektfrei ist.

 

Kinder mit Notfallindikationen (inkarzerierte Hernie) sollten sich umgehend in der Notfallambulanz der Chirurgischen Klinik am Safranberg vorstellen, wo die sofortige Behandlung eingeleitet werden kann.

 


Leistenhernienoperation


Leistenhernien bei Kindern sind grundsätzlich angeborene indirekte Hernien. Das OP-Verfahren entscheidet sich deshalb von den bei Erwachsenen angewandten Verfahren, die allesamt einen plastischen Bruchlückenverschluss beinhalten. Dies ist bei der kindlichen Leistenhernienoperation nicht der Fall. Der Bruchsack wird bis zum inneren Leistenring dargestellt, dort über einer Naht abgetragen und der Bruchsackstumpf verschlossen und unter der Bauchwandmuskulatur fixiert.


aus: Duale Reihe "Chirurgie", 2. Auflage 2003, Thieme Verlag, Hrsg.: Henne-Bruns, Dürig, Kremer

Abschließend wird der Musculus obliqus internus an das Leistenband locker adapiert. Dieses Verfahren nach Ferguson ist sehr sicher, die Rezidivhernienrate liegt unter einem Prozent. Die Kinder tolerieren den Eingriff in der Regel sehr gut und sind nach wenigen Stunden wieder entlaßfähig.

Die Haut wird in der Regel mit resorbierbarem Material genäht, der Fadenzug entfällt.

 

 

Leistenhodenoperation


Der ideale Zeitpunkt zur Operation eines Leistenhodens ist um den ersten Geburtstag. Ob eine vorherige Hormontherapie mit Buserelin oder β-HCG zum dauerhaften Descensus testis führt ist umstritten. Bereits bei der ambulanten Vorstellung in der kinderchirurgischen Sprechstunde wird eine Hodensonographie durchgeführt, zum einen, um die Lage des Hodens festzustellen und damit sein Auffinden bei der Operation zu erleichtern, zum anderen, um eine Hodenagenesie auszuschließen. Ziel der Operation ist es, die Fertilität des Hodens zu erhalten. Das Prinzip der Operation besteht darin, den betroffenen Hoden und Samenstrang aus seinen Verwachsungen im Leistenkanal oder retroperitoneal zu lösen. Ist dann eine ausreichende Länge des Samenstranges erreicht die es erlaubt, den Hoden im Skrotum zu fixieren wird, dieser mittels einer Naht am tiefsten Punkt des Skrotums fixiert.

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Stationäre Kinderchirurgie

Für Kinder mit Begleitrisiken (ehemalige Frühgeborene, OP vor dem ersten Geburtstag oder weitere Begleiterkrankungen) ist es sicherer, wenn die o. g. Eingriffe unter stationären Bedingungen vorgenommen werden.  

aus: Duale Reihe "Chirurgie", 2. Auflage 2003, Thieme Verlag, Hrsg.: Henne-Bruns, Dürig, Kremer

Außerdem führen wir in enger Kooperation mit der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin der Universität Ulm komplexere kinderchirurgische Operationen durch. Dazu gehören u. a. die Pyloromyotomie nach Weber-Ramstedt bei hypertropher Pylorusstenose, die Versorgung von angeborenen Bauchwanddefekten bei Neugeborenen (Gastroschisis, Omphalozele (Bild rechts)) sowie die Rekonstruktionen bei kolorektalen Fehlbildungen (Morbus Hirschsprung, Analatresie).
Diese Kinder werden primär von der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin betreut und befinden sich in der Regel dort in stationärer Behandlung.

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