Ösophaguschirurgie
Divertikel
Das Zenker'sche Hypopharynxdivertikel behandeln wir entsprechend des aktuellen Standards in Form einer Divertikelabtragung in Kombination mit einer Myotomie der Pars transversa des Muskulus cricopharyngeus über einen linksseitigen cervicalen Zugang. Die Darstellung des N. laryngeus recurrens ist bei uns als Voraussetzung für dessen Schonung integraler Bestandteil der Operation.
Epiphrenische Divertikel werden über einen thorakalen linksseitigen Zugang abgetragen. Die Myotomie des unteren Oesopagussphinkters ist dabei Bestandteil des Eingriffes. Traktionsdivertikel sind selten. Ihre vergleichsweise einfache Abtragung erfolgt über eine rechtsseitige Thorakotomie.
Links: Radiologische Darstellung eines unterhalb des Kehlkopfes gelegenen, mit Kontrastmittel gefüllten Divertikels. |
Rechts: intraoperativer Situs, Armierung des divertikels mit einer Organfasszange und Luxation nach lateral |
Achalasie
Ist das Vorliegen einer Achalasie eindeutig geklärt und eine Dilatationsbehandlung oder die Injektion von Botulinumtoxin unmöglich oder erfolglos, führen wir als Standardverfahren die operative Myotomie des unteren Oesophagussphinkters in Kombination mit einer Fundoplikatio durch. Die Indikation zur Oesophagusresektion stellen wir nur, wenn dysplastische Veränderungen des Speiseröhrenepithels oder eine irreversible Dilatation des Oesophagus besteht.
Tumore
maligne Tumore
Das in der Inzidenz stark ansteigende Adenokarzinom wird operativ analog dem Plattenepithelkarzinom behandelt. Eine Besonderheit des Adenokarzinoms besteht lediglich darin, daß im Rahmen der Resektion die Entfernung der gesamten Barrettschleimhaut sicherzustellen ist. Abhängig von der Tumorausdehnung, dessen Lage und dem Zustand des Patienten wenden wir die transhiatale oder die abdominothorakale Oesophagusresektion mit Lymphadenektomie an. Die Rekonstruktion bzw. der Ersatz des Oesophagus erfolgt mit Hilfe des zum Schlauch umgebildeten Magens transhiatal, thorakal oder cervical. Ist ein kurrativer Behandlungsansatz nicht mehr relisierbar, bieten wir dem Patienten als Vorbereitung auf eine Radio-Chemotherapie die Portimplantation und PEG-Anlage (entweder endoskopisch oder offen chirurgisch) an.
benigne Tumore
Hierbei handelt es sich überwiegend um Leiomyome, seltener um Hamartome, die meist über einen thorakalen Zugang ohne Eröffnung der Oesophagusschleimhaut aus dem muskulären Anteil der Wand ausgeschält werden können. Nur wenn dies (was sehr selten vorkommt) nicht möglich ist, führen wir eine Resektion der Speiseröhre durch.
Verletzungen
Perforationen
Egal ob iatrogen oder spontan entstanden, hängt die Therapie vom Zustand des Patienten, der Lage und dem Ausmaß der Perforation, dem Intervall zwischen Ereignis und Eintreffen in der Klinik, der entzündlichen Umgebungsreaktion sowie dem Vorliegen vorbestehender Veränderungen (Karzinom, Verätzung, Varizen) ab. Die Therapieentscheidung ist stets eine individuelle und wird während des gesamten Behandlungsverlaufes an Hand der ständig neu zu erhebenden Befunde täglich überprüft und gegebenenfalls korrigiert.
Das Behandlungsspektrum reicht dabei von der rein konservativen Therapie (Magensonde, Antibiose, parenterale Ernährung), über die operative Plazierung gezielter Drainagen bis hin zur Oesophagusresektion.
Verätzungen
Verätzungen des Oesophagus stellen ein sehr komplexes Krankheitsbild dar, dessen individuelle Therapiestrategie oft mehrmals täglich überprüft und gegebenenfalls korrigiert werden muß. Ist eine Resektion auf Grund des Schädigungsausmaßes erforderlich, legen wir nach der Entfernung des Oesophagus und eventuell betroffener weiterer Organe (z. B. Magen) eine colare Fistel an (Ausleitung des cervicalen Oesophagus am Hals). Nach Ausheilung der Entzündung im Mediastinum und Abdomen erfolgt im Intervall von mindestens 6 Monaten dann die Rekonstruktion und Wiederherstellung der Passage.








