Vorwort zum Jahresbericht 2005


Aufgaben / Entwicklung

Die hektischen Veränderungen im Gesundheitswesen mit immer neuen organisatorischen und administrativen Aufgaben verlangen von uns Ärzten ein hohes Maß an Flexibilität.

Die Inhalte ärztlicher Tätigkeit verschieben sich leider mehr und mehr in Richtung Planung, Dokumentation und Steuerung von Leistungen, und lassen für viele Kollegen chirurgische Weiterbildung und Arbeit unattraktiv werden.

Die Beteiligung an landesweiten Streiks spiegeln diesen Unmut eindringlich wider.

Dass es dennoch erneut im Berichtsjahr gelang, die Anzahl der operativ Behandelten gegenüber dem Vorjahr zu steigern („Klinik auf einen Blick“) und dabei Prozess- wie Ergebnisqualität auf hohem Niveau zu erhalten, spricht für das dankenswerte Engagement und die Motivation aller ärztlichen wie pflegerischen Mitarbeiter unserer Klinik.

Die zahlenmäßige Zunahme behandelter Polytraumatisierter wurde ebenso bewältigt, wie die Probleme der Kinder- / bzw. pflegeintensiven Alterstraumatologie.

Die onkologische Chirurgie von Weichteil- und Knochentumoren bildete neben der Endoprothetik, arthroskopischer Gelenks- und septischer Chirurgie, beständige Arbeitsschwerpunkte.

Die Weiterentwicklung minimalinvasiver Operationstechniken (MIC) gelang in Zusammenarbeit mit der Industrie durch Navigation in Kombination mit Iso-3D-Visualisierung (Firma Siemens und BrainLab).

Die konsequent erfassten perioperativen Komplikationen an den von uns stationär Operierten (OP-Prozeduren n=9.254), weisen eine Rate von 2,1% auf, wobei die der postoperativen Infekte nach Osteosynthesen bei einer Anzahl von 155 offenen Frakturen mit 1,1% ermittelt wurden.

Mit Stolz blicken wir auf die rege Aktivität bei Publikationen und Vorträgen.

Zahlreiche experimentelle Forschungsprojekte – DFG, BMFT, Frauenhofer, EU und industriegefördert – wurden begonnen, abgeschlossen, bzw. weitergeführt.

Das wissenschaftliche Engagement der Abteilung fand den Niederschlag in
4 erfolgreich abgeschlossenen Habilitationsverfahren (PD Dr. Knöferl, PD Dr. Huber-Lang, PD Dr. Schultheiss, PD Dr. Kramer),
42 betreuten Doktorarbeiten,
80 Publikationen,
148 Vorträgen auf nationalen wie internationalen Kongressen.
2 empfangenen hochdotierten Wissenschaftspreisen (Dr. Keppler – Löffler-Preis der DGU / PD Dr. Huber-Lang – Merckle-Forschungspreis),
der Berufung von Herrn PD Dr. Knöferl zum Junior-Professor sowie
11 eigenverantwortlich organisierten wissenschaftlichen Veranstaltungen.

Unser Forschungslabor geführt durch die Herren Prof. Dr. Knöferl und PD Dr. Huber-Lang, weist eine kontinuierliche Ausweitung des Untersuchungsspektrums bis hin zu molekular-biologischen Techniken auf.

Die Mitwirkung am Studiengang molekulare Medizin durch Herrn PD Dr. Huber-Lang ist sichtbares Zeichen eines interaktiven wissenschaftlichen Netzwerkes, indem Grundlagen zum Trauma und der Sepsis erarbeitet werden können.

Die studentische Ausbildung wurde sowohl durch ein vereinheitlichtes Vorlesungskonzept als auch die Etablierung eines ausgezeichneten gesamtchirurgischen Notfallseminars (OA PD Dr. Beck) intensiviert.

Zum Jahreswechsel verließen uns die langjährigen Mitarbeiter OA PD Dr. Ebinger sowie Herr OA PD Dr. Sarkar, um Chefarztpositionen in Stuttgart zu übernehmen.

Den in die Oberarztpositionen nachrückenden Mitarbeitern Herrn PD Dr. Kramer sowie Herrn PD Dr. Liener gratuliere ich herzlich, verbunden mit dem Wunsch, dass sie beide zügig ein eigenständiges Profil gewinnen mögen.


Ausblick


Die vorliegenden Leistungsdaten demonstrieren eine qualitätvolle wie ertragreiche Patientenversorgung sowie eine Fülle akademischer Erfolge, die uns für das kommende Arbeitsjahr erneut Herausforderung sein werden.
Unsere Anstrengungen werden sich konzentrieren auf die Errichtung und Inbetriebnahme eines optimierten Schockraums, die Erweiterung des plastisch-chirurgischen Leistungsspektrums sowie die Intensivierung der Weiterbildungsrotation mit der Orthopädischen Klinik.

Unsere Bemühungen um die Forschung sind auf Grund der Einbindung in langfristige Projekte sowie eine kontinuierliche Personalplanung abgesichert.


Prof. Dr. L. Kinzl

Lesen Sie hier den kompletten Jahresbericht:
PDF Jahresbericht 2005

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