Lagerung
1. Atemerleichternde Körperstellungen
Gemeinsam ist den dargestellten Stellungen:
- die Entlastung des Brustkorbs vom Gewicht des Schultergürtels
- das Abhängen des Bauches nach vorn
- Erleichterung der Rippenbewegung nach hinten (außer in Rückenlage)
- Verbesserter Einsatz der Atemhilfsmuskulatur, da punctum fixum und punctum mobile vertauscht sind
2. Dehnlagerungen allgemein
Möglich wäre z.B. die Rückenlage mit Armen in U-Halte oder Seitlage mit gebeugtem Arm (Dehnung über Ellenbogen).
Ziele:
- Herabsetzen erhöhter elastischer Widerstände in Haut- und Muskelgewebe des Oberkörpers
- Erhaltung/Verbesserung der Thoraxbeweglichkeit
Somit Abbau atemhemmender Widerstände am gesamten Thorax!
3.Drainagelagerungen
Indikationen:
- allgemein bei chronisch-obstruktiven Lungenerkrankungen
- Bronchiektasen
- chronische Bronchitis
- akuter bronchialer Obstruktion
- postoperativen Atelektasen
- paralytische Zustände der Atemmuskulatur
Dosierung:
Jede Position muß mindestens 3-5 Minuten eingenommen werden. Sie sollte zwischen 2-4mal pro Tag durchgeführt werden. Dauer und Wiederholungen hängen von der Ergiebigkeit der Expektoration ab! Aerosoltherapie kann vor (zur Eröffnung des Bronchialbaums und Verbesserung der Drainage) oder (evtl. auch und) nach der Drainagelagerung durchgeführt werden, damit vorher mit Sekret angefüllte Bezirke nun auch vom Aerosol erreicht werden.
Viele selektive Drainagelagerungen gehen mit Rotation des Brustkorbs einher und sind deshalb bei herzchirurgischen Eingriffen mit Eröffnung des Sternums kontraindiziert.
Als allgemeiner Hinweis gilt:
1. Rückenlage, evtl. kombiniert mit Kopftieflage als Drainage für den rechten Mittellappen und die unteren Anteile des linken Oberlappens (Segmente 4, 5).
2. Bauchlage, evtl schräge Bauchlage auf der gegenüberliegenden Seite des zu drainierenden Lungenteils, evtl. Kopftieflage als Drainage für die oberen (und mittleren) Anteile der beiden Unterlappen (Segment 6,10).
3. Seitlage auf der gegenüberliegenden Seite des zu drainiernden Lungenteils, evtl. Kopftieflage als Drainage der unteren (und äußeren) Anteile der beiden Unterlappen (Segment 8,9).
4. Aufrechte Haltung / erhöhter Oberkörper als Drainage für die oberen Segmente
Atemtherapeutische Zusatzmaßnahmen
1. Passive Maßnahmen
Merkmale:
- variabler Einsatz
- unabhängig von der Belastbarkeit des Pat.
- beinhaltet diagnostische und therapeutische Griffe
- unabhängig oder im Einklang mit dem Atemrhythmus einsetzbar
- zur Vorbereitung aktiver Maßnahmen
- Verbindung mit Dehn- und Drainagelagen möglich
- werden als sehr entspannend, beruhigend und oft auch als schmerzlindernd empfunden
a) Ausstreichungen der Intercostalräume
Immer von lateral nach medial
Immer den Rippen folgend
Wirkung:
- detonisierend und gewebslockernd
- durchblutungssteigernd
- Schulung der Atemrichtung
- schmerzlindernd
- Steigerung der Atemfrequenz beim Streichen während der Ausatmung Senkung der Atemfrequenz beim Streichen während der Einatmung Aber auch als Hand über Hand-Streichung unabhängig vom Atemrhythmus möglich
b) Ausstreichungen der Intercostalräume in Verbindung mit Vibrationen 2-3 Finger anlegen, mit der anderen Hand verstärken
Wirkung:
- setzen eines Atemreizes
- Mobilisation und Transport von Sekret
c) Packegriffe
Greifen, Abziehen und Halten einer Hautfalte im Thoraxbereich
Techniken:
- Halten des Griffs über mehrere Atemzüge (zupacken während der Ausatmung)
- Packegriff während der Ausatmung, am Ende der Ausatmung evtl. einen Stretch setzen (als Reiz für die nächste Einatmung)
- mit der Atmung gehen
- wegatmen der Hautfalte
Wirkung:
- Lösung von subcutanen Verklebungen, senken des Hautturgors
- Durchblutungsfördernd
- Atemrichtungsschulung
d) Hautfaltenverschiebungen, Hautrollungen
Packen einer Hautfalte und "Ausrollen" über die Daumenkuppen
Wirkung:
- Senken des Hautturgors
- durchblutungsfördernd
e) Thoraxkompression
beide Hände lateral-medial am Thorax auflegen, Druckrichtung: medial, dorsal, caudal
Techniken:
- gleichmäßige Kompression
- Kompression bei gleichzeitiger Schüttelung/Vibrationen
- Kompression mit gleichzeitigem Stretch am Ende der Ausatmung
Wirkung:
- zur Unterstützung der Ausatmung
- starker Atemreiz
- mobilisieren und transportieren von Sekret
- Hustenprovokation
Eigentlich nach thoraxchirurgischen Eingriffen kontraindiziert! In abgeschwächter Form eher im Sinne von "Führen der unteren Rippen im Atemrhythmus" möglich.
f) Klopfungen, Hackungen, Klatschungen
g) physikalische Maßnahmen
z.B. heiße Rolle
2. Aktive Maßnahmen
a) Lippenbremse (Ausatemtechnik)
Nach Abschluß der Inspirationsphase erfolgt ein kurzes Anhalten der Atmung; die Ausatmung erfolgt gegen den Widerstand der leicht aufeinander liegenden und angefeuchteten Lippen.
Dosierung:
3 x 2-5 Atemzüge, dazwischen je 2-5 Atemzüge Pause
Wirkung:
- verlängerte Expiration, darauffolgend verlängerte Inspiration
- Senkung der Atemfrequenz
- Durch den verlangsamten intrabronchialen Druckabfall werden die Bronchien weit gehalten und sind weniger kompressibel. Es kann mehr Luft ausgeatmet werden. Die Kollapsphänomene werden gemindert, und die Lunge ist weniger überbläht.
b) Nasenstenose (Inspirationstechnik)
Andrücken eines Nasenflügels, Grad der Verengung den individuellen Möglichkeiten anpassen! Durch Nachspüren wird der Weg des Luftstroms verfolgt. Wenn man zum Einströmen die Vorstellung eines befreienden "Ah" nimmt, wird auch im Rachen und in den tieferen Luftwegen eine günstige Einstellung getroffen. Der Mund ist geschlossen.
Varianten:
- beide Nasenflügel leicht nach innen drücken
- Nasenspitze lang ziehen - Betupfen der Nase beim einatmen Wirkung: - intensive Atemvertiefung
- Entfaltung minderbelüfteter Alveolarabschnitte
c) Kontaktatmung Atemarbeit durch auflegen der Hände, und/oder Widerstände gegen die Einatmung als Atemreiz
Wirkung:
- Aufmerksamkeit auf die Atmung lenken
- Atemrichtungsschulung, Umstellung auffälliger Atemform
- Entspannend, beruhigend





