Liebe Patienten,

Information und Kommunikation sind wesentliche Bestandteile einer ganzheitlichen und umfassenden Tumortherapie. Deswegen möchten wir Ihnen auf dieser Seite Informationsmaterial zur Verfügung stellen, welches neben den klinisch-pathologsichen Grundlagen verschiedener Arten von Hauttumoren auch deren Diagnostik sowie die unterschiedlichen Möglichkeiten der Behandlung abdeckt. Unter anderem finden Sie Patientenbroschüren der Deutschen Krebshilfe über das maligne Melanom sowie verschiedene Arten des weißen Hautkrebses (Basaliom, spinozelluläres Karzinom), den richtigen Umgang mit der Sonne und das 2008 neu eingeführte Hautkrebs-Screening der gesetzlichen Krankenkassen. Wir hoffen, dass Ihnen diese Information hilft, einige Ihrer Fragen zu beantworten.

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Hautkrebs, eine Volkskrankheit?

Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 140.000 Menschen neu an Hautkrebs. Dabei entfallen rund 100.000 neue Erkrankungen auf das Basaliom, 20.000 auf das spinozelluläre Karzinom und etwa 18.000 auf das maligne Melanom. Bei den übrigen Neuerkrankungen handelt es sich um seltenere Hauttumoren wie beispielsweise das Merkelzellkarzinom oder Sarkome der Haut. In den letzten Jahrzehnten haben diese Neuerkrankungszahlen drastisch zugenommen. Ursachen hierfür sind zum einen die demographische Entwicklung mit immer älter werdenden Menschen, zum anderen aber das Freizeitverhalten mit erhöhter Belastung durch ultraviolette (UV) Strahlung des Sonnenlichtes oder künstliche Bestrahlungsquellen. Übermäßige Sonnenbestrahlung gehört damit zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs. Bei regelmäßiger Sonnenexposition besteht die Gefahr, dass das Erbgut in den Hautzellen intensiv geschädigt wird -  selbst dann, wenn kein Sonnenbrand entsteht. Gleichzeitig unterdrückt die ultraviolette Strahlung im Sonnenlicht die Immunabwehr der Haut, welche normalerweise solche Schäden im Erbgut der Zellen erkennt und repariert. Als direkte Folge können sich Tumorvorstufen („Präkanzerosen“) bilden (beispielsweise sogenannte aktinische Keratosen), die sich dann im weiteren Verlauf (oft erst nach Jahren) zu verschiedenen Formen des weißen Hautkrebses weiterentwickeln.

Beim schwarzen Hautkrebs spielt die Sonneneinstrahlung ebenfalls eine wesentliche Rolle, sie ist hier aber nicht der einzige Faktor für die Entstehung dieses bösartigen Tumors. Man weiß beispielsweise aus den seltenen klinischen Fällen einer familiären Häufung des schwarzen Hautkrebses, dass bestimmte Erbgutkonstellationen die Entstehung eines solchen bösartigen Pigmenttumors maßgeblich mitverursachen können.

Weitere Ursachen für die Entstehung von Hautkrebs sind neben dem Kontakt der Haut mit chemischen krebserregenden Stoffen die übermäßige Einwirkung von Röntgenstrahlung und von radioaktiver Strahlung.

Welche Arten von Hautkrebs gibt es?
Nach ihrem zellulären Ursprung in der Haut werden folgende Hautkrebsarten unterschieden:
1.Basaliom
2.Spinozelluläres Karzinom
3.Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs)
4.Lymphome der Haut (in der Haut lokalisierter Lymphzellkrebs)
5.Seltene Tumore (Karzinome der Hautanhangsgebilde, Sarkome der Haut)
Das Basaliom ist der häufigste Tumor des Menschen überhaupt. Ein wesentlicher Risikofaktor ist die chronische Exposition mit ultraviolettem Licht. Basaliome treten daher besonders oft in sonnenexponierten Arealen (beispielsweise im Gesicht) auf.  Es ist ein Tumor des mittleren bis höheren Lebensalters. Wenn das Basaliom früh erkannt wird, ist es sehr gut operabel. Nach längerer Entwicklung neigen Basaliome allerdings zur schmerzlosen Ulzeration. Selten und erst nach jahrelangem Wachstum können zudem tiefere Strukturen wie beispielsweise Knochen, Muskeln und Sehnen infiltriert werden. Aus diesem Grunde sollte  ein Therapieweg gewählt werden, der den Tumor ganz sicher im Gesunden entfernt. Hier ist die Operation mit feingeweblicher Schnittrandkontrolle das Verfahren der Wahl. Als eine Alternative zur Operation, die insbesondere im höheren Lebensalter häufiger gewählt wird, ist die Strahlentherapie anzusehen. Das Basaliom führt faktisch fast nie zu Organabsiedelungen (Metastasen).
Das spinozelluläre Karzinom oder Plattenepithelkarzinom der Haut tritt ebenfalls in den allermeisten Fällen in den sogenannten sonnenexponierten Arealen wie beispielsweise  im  Gesicht und an den Händen auf. Plattenepithelkarzinome der Haut sind, wenn sie früh erkannt werden, in der Mehrzahl aller Fälle ebenfalls heilbar. Hier ist die Operation mit der gesamten Entfernung des Tumors Methode der ersten Wahl. Über einen längeren Zeitraum wachsende und daher ausgedehnte Plattenepithelkarzinome haben jedoch ein nicht unerhebliches Risiko, Tochtergeschwülste zu setzen. Dies gilt insbesondere für Karzinome an Unter- und Oberlippe sowie Tumoren im Bereich der Schleimhäute (genital, anal, Mund-, Rachenbereich).
Das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, ist einer der bösartigsten Tumoren des Menschen überhaupt. Er entsteht am häufigsten auf vorher nicht mit einem Pigmentmal veränderter Haut und weniger häufig auf der Basis eines bestehenden Pigmentmals. Deshalb sollte jeder neu auftretende Pigmentfleck an der Haut, wenn er sich verändert, einem Dermatologen zur Untersuchung vorgestellt werden. Auch für das maligne Melanom gilt, wenn es früh erkannt wird,  ist es durch eine einfache Operation in über 90% der Fälle heilbar. Wird dieses frühe Stadium jedoch überschritten, besteht zunehmend das Risiko, dass sich Tochtergeschwülste in anderen Organen  entwickeln, so dass das diagnostische und operative Vorgehen bei diesen fortgeschritteneren Melanomen umfangreicher wird. Das adäquate Einschätzen der Erkrankungssituation (Staging) und die sich daraus ableitende Therapie eines Patienten mit malignem Melanom basiert auf den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO) und dem System des American Joint Committee on Cancer (AJCC). Patienten mit einer vertikalen Tumoreindringtiefe von weniger als 1 mm können durch die operative Entfernung des Melanoms in 89 bis 95 Prozent aller Fälle geheilt werden. Anschließend erfolgt dann eine Nachexzision mit einem Sicherheitsabstand, welcher in Abhängigkeit von der vertikalen Eindringtiefe des Tumors verbindlich gewählt wird. Bei Melanomen mit einer Tumordicke über 1 mm wird zusätzlich der sogenannte Wächterlymphknoten mit entfernt. In seltenen Fällen wird dies bei besonderer Konstellation auch bei weniger als 1mm TD nach Breslow durchgeführt. Es handelt sich dabei um den ersten Lymphknoten im Abflussgebiet des chirurgisch entfernten Melanoms. Die Exzision (chirurgische Entfernung) des Wächerlymphknotens (Sentinel-Lymphknoten) dient als diagnostisches Staging, um Mikrometastasen feststellen zu können und stellt so einen wichtigen prognostischen Parameter für die Planung der weiteren Therapie dar. Maligne Melanome, die Tochergeschwülste gebildet haben, erfordern eine aufwendige Diagnostik und eine individuelle Behandlung. Wenn der Tumor zu Absiedelungen in Haut, Muskeln oder inneren Organen geführt hat, ist die Erkrankung leider nicht mehr heilbar, trotzdem kann mit einer entsprechenden Therapie der Verlauf häufig noch günstig beeinflusst werden.
Lymphome der Haut sind seltene Erkrankungen. Es handelt sich hierbei um Absiedelungen von körpereigenen Immunzellen in die Haut. In den meisten Fällen sind solche Absiedelungen bösartiger Immunzellen in der Haut jedoch sehr langsam wachsend und können durch eine entsprechende Behandlung Jahre bis Jahrzehntelang in ihrem Fortschreiten gehemmt werden. In seltenen Fällen erfordert ein Lymphom der Haut eine aggressive Behandlung wie eine Chemotherapie. Dies ist nur notwendig, wenn es sich um einen sehr seltenen Fall eines rasch wachsenden Lymphoms der Haut oder um ein Spätstadium eines Lymphoms handelt.
Seltene Tumoren (wie beispielsweise Karzinome der Hautanhangsgebilde, Sarkome der Haut). Diese Tumoren treten meist als rasch wachsende Knoten auf, die verschiedene Farben aufweisen können und oft derb und mit dem tieferen Gewebe verwachsen erscheinen. Wenn ein Knoten binnen weniger Wochen rasch wachsend neu auftritt, sollten Sie umgehend einen Hautfacharzt aufsuchen. Bei früher Diagnosestellung sind die Behandlungsmöglichkeiten in den allermeisten Fällen gut.
Patienteninformationsbroschüren zum Downloaden
Melanomflyer der Schweizer Krebsliga
Hautkrebs-Broschüre der DKG

Strahlenschutzflyer des BFS

Merkblatt Frauenkrebshilfe
Selbsthilfegruppe für Menschen mit Gorlin-Goltz-Syndrom
Hier sind für Sie als Patient ausgewählte Links zu weiteren Informationen über Hautkrebs im Internet:
Link zum Krebsinformationsdienst des DKFZ
Link zur Website "Melanom-Wissen"
Links zur Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention

Link zur Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie (ADO)

 

Links zur Selbsthilfe bei Hautkrebs

Link zu "Junges Krebsportal"

 

 

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