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Maßgeschneidert - Brustkrebs-Therapien

Sobald Sie die Diagnose Brustkrebs erhalten, wendet sich das Blatt: Bisher machte der Brustkrebs etwas mit Ihnen. Ab sofort unternehmen Sie und wir etwas gegen ihn.

Wir, das sind eine Gruppe von Spezialisten, die für Sie einen maßgeschneiderten Therapieplan erstellen und diesen mit Ihnen abstimmen. Dazu zählen Radiologen, Pathologen, Gynäkologen, Strahlen- und Chemotherapeuten sowie Onkologen. Denn je nach Art und Größe des Tumors greifen individuell andere Therapieabfolgen und –kombinationen und unterschiedliches Know-how ist gefragt.

Das schließt selbstverständlich eine optimale Tumornachsorge sowie die Sicherung der Lebensqualität für Patientinnen mit fortgeschrittener Brustkrebserkrankung ein. Dabei können gerade wir als Universitätsklinikum Ihnen die Chance zur Teilnahme an Therapiestudien zur Behandlung von Brustkrebs mit neuen Medikamenten oder anderen therapeutischen Ansätzen bieten.

Den Krebsherd schrumpfen
Oft ist es sinnvoll, vor einer Operation den Tumor mittels Chemo- oder Hormontherapie zu verkleinern. Das erhöht die Chancen, dass wir die Brust erhalten können. Dies kommt besonders für Patientinnen mit lokal fortgeschrittener Krebserkrankung oder großen Tumoren in Frage.

Der sichere Schnitt
Dass der Krebsherd selbst entfernt werden muss, liegt auf der Hand. Fraglich ist nur, wie viel tatsächlich geschnitten wird. Wir können heute bereits in 70 Prozent aller Fälle Brust erhaltend operieren. Auch bei Lymphknoten-Operation –Lymphknoten müssen bei Brustkrebs immer entfernt werden – können wir heute per Sentinel-Node-Biopsie den Umfang auf das Minimum reduzieren.

Krebsherde eindämmen
Weil wir die Tumorzellen nach einer Operation unter die Lupe nehmen können, verfügt das Tumorboard (Gynäkologen, Pathologen, Strahlentherapeuten und Onkologen) nun über neue Informationen. So können wir einen ideal abgestimmten Therapieplan erstellen und eventuell noch vorhandene Krebszellen zerstören und Rückfälle durch einen geeigneten Mix aus Hormon-, Chemo-, Strahlen- oder Antikörpertherapie vermeiden.

Strahlentherapie
Nach jeder brusterhaltenden Krebsoperation sollte unbedingt eine Strahlentherapie folgen. Ionisierende Strahlung (Radiotherapie) schädigt das Erbgut von Krebszellen soweit, dass diese sich nicht weiter vermehren. Gesunde Zellen haben einen natürlichen Reparaturmechanismus und können solche Schäden wieder beheben. Mit den modernen Bestrahlungsgeräten kann diese Therapie wirksam und schonend greifen.

Chemotherapie
Ähnlich der Strahlentherapie hindern die Wirkstoffe der Chemotherapie Krebszellen bei der Zellteilung und zerstören so die Krebsherde. Wir setzen vor allem auf die Chemikalien-Cocktails, um Tochtergeschwülste (Metastasen) zu verhindern. Die Chemotherapie selbst findet bei uns in Ruheräumen auf bequemen Liegen statt und wir nehmen uns rundherum viel Zeit für Sie, Ihre Fragen oder Sorgen.

Hormontherapie
Haben die Tumorzellen an ihrer Oberfläche Andockstellen für bestimmte Hormone, so können wir sie gezielt am Wachsen hindern. Ob dem so ist, sagen uns unsere Pathologen, nachdem sie die bei der Operation entnommenen Krebszellen untersucht haben.

Antikörpertherapie
Bei etwa einem Viertel des Brustkrebs finden unsere Pathologen außerdem auf der Zelloberfläche Bindungsstellen für bestimmte Wachstumsfaktoren. Derzeit laufen noch klinische Studien, ob bei derartigen Krebsherden fortgeschrittener Brustkrebs mit einer gezielten Antikörpertherapie – Antikörper besetzen diese Bindungsstellen – eingedämmt werden kann.

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