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Beratungsstelle für Medikamente in der Schwangerschaft

Wissenschaftlicher Schwerpunkt Reproduktionstoxikologie


Seit dem Contergan-Skandal herrscht bei der pharmazeutischen Industrie, bei Ärzten und Patientinnen eine berechtigte Vorsicht, häufig jedoch auch irrationale Angst im Hinblick auf den Einsatz von Arzneimitteln in der Schwangerschaft.


1976 wurde die Beratungsstelle für Medikamente in der Schwangerschaft an der Universitätsfrauenklinik Ulm mit folgenden Zielsetzungen gegründet:

  • Optimierung der Beratung bei Medikamenten, Impfstoffen, Infektionen, Strahlung und Chemikalien in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Dokumentation bei Anwendung in der Schwangerschaft zur Beurteilung des reproduktionstoxikologischen Risikos
  • Fort- und Weiterbildung für Fachkreise sowie Information und Aufklärung

Jährlich werden über 4.000 Beratungen mit folgenden Fragestellungen bearbeitet:

  • Besteht ein erhöhtes Risiko für Fehlbildungen nach der Einnahme bestimmter Medikamente in der Schwangerschaft?
  • Welche Medikamente können bei Kinderwunsch und chronischen Erkrankungen in der Schwangerschaft beibehalten werden?
  • Welche Risiken bestehen nach Strahlenexposition, Infektionserkrankungen sowie nach Kontakt mit Arbeitsplatz- und Umweltchemikalien in der Schwangerschaft?
  • Welche Möglichkeiten bietet die vorgeburtliche Diagnostik zur Abschätzung des Risikos für das Ungeborene?
  • Kann auch die väterliche Medikamentenanwendung vor der Empfängnis Probleme für das Kind hervorrufen?
  • Lässt sich eine Medikamenteneinnahme mit dem Stillen vereinbaren?

Die Einrichtung ist seit 1992 in das europäische Netzwerk kooperierender embryonaltoxikologischer Beratungsstellen ENTIS (European Network of Teratology Information Services) eingebunden. Bereits in über 30.000 Fällen sind Schwangerschaftsverlauf und -ausgang in unserer Datenbank FETIS archiviert. Dies ermöglicht bei vielen Substanzen Aussagen über Fehlgeburts- und Fehlbildungsrisiken nach Anwendung in der Frühschwangerschaft. Beratung und wissenschaftliche Erfassung sind in diesem sensiblen Bereich untrennbar verbunden.

Da unsere gebührenfreie ärztliche Beratung bislang nicht bei den Krankenkassen abgerechnet werden kann, ist das von der Diözese Rottenburg-Stuttgart seit 2002 unterstützte Institut auf Zuschüsse und Spenden angewiesen.

 

Kontakt und Anfragen

Dr. Wolfgang Paulus

Telefon 0731 / 500-58655

Fax       0731 / 500-58656

paulus[at]reprotox.de | wolfgang.paulus[at]uniklinik-ulm.de

Anfrageformular [PDF-Datei]

 

 

 

 

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