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Suche im Stammbaum - Gencheck

Sie machen sich Sorgen, weil in Ihrer nahen Verwandtschaft häufiger Brust- und Eierstockkrebs auftrat. Eine Schwester, Mutter oder Tochter ist schon in sehr jungen Jahren erkrankt. Haben Sie ein erhöhtes Risiko, an einer dieser Krebsarten zu erkranken oder diese zu vererben? Sind Ihre Befürchtungen berechtigt? Wollen Sie dies wirklich wissen?

Das Krebsstammbuch

Wir können gemeinsam mit Ihnen diesen Fragen weitgehend auf den Grund gehen. Unser wichtigstes Instrument ist dabei zunächst der Familienstammbaum: Wer aus Ihrer Familie ist in welchem Alter an welcher Krebsart erkrankt? Dank dieser Analyse können wir bereits ziemlich genau einschätzen, ob eine familiäre Vorbelastung vorliegt.

Eine Familie gilt in folgenden Fällen als Risikofamilie:

  • Zwei der Familie - Mutter, Schwester, Tochter oder Sie selbst – sind an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkrankt. Eine davon vor dem 50. Lebensjahr
  • Bei einer ist einseitiger Brustkrebs vor dem 30. Lebensjahr aufgetreten
  • Eine bekam beidseitigen Brustkrebs vor dem 40. Lebensjahr
  • Eine hatte Eierstockkrebs vor dem 40. Lebensjahr
  • Eine hatte Brust- und Eierstockkrebs
  • Ein männlicher naher Verwandter hatte Brustkrebs

Brustkrebsgene

Gehören Sie zu einer dieser Risikofamilien, kann es sein, dass Sie einen Gencheck wollen. Dabei ist wichtig, dass Sie sich vorher damit befassen, welche Vor- und Nachteile ein positiver oder negativer Befund für Sie haben kann. Sie können dabei auf die Unterstützung unserer Psychologen und Genetiker bauen.

Zwei wichtige Gene sind im Zusammenhang mit familiärem Brust- und Eierstockkrebs bisher bekannt: Die Brustkrebsgene (engl. BReast CAncer) BRCA1 und BRCA2. In ihrem Normalzustand erfüllen die beiden Gene wichtige Funktionen im Zusammenhang mit Zellwachstum und Zellteilung. Veränderte Gene erfüllen diese Aufgaben nicht optimal. Es kann zur Entwicklung von Krebs kommen.

Um die veränderten Genvarianten aufzuspüren, genügt eine simple Blutprobe. Aber Sie müssen Geduld mitbringen. Weil die Gene mit bis zu 8500 Bausteinen relativ groß sind, ist eine Komplettentschlüsselung entsprechend aufwändig, teuer und langwierig. Bis zu einem halben Jahr kann es derzeit noch dauern, ehe Sie ein Testergebnis haben.

Gesteigertes Risiko

Eine nachgewiesene Mutation im BRCA1-Gen besagt für die Betroffene, dass sie ein Risiko von etwa 80 Prozent hat, bis zum Alter von 80 Jahren an Brustkrebs zu erkranken. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Eierstockkrebs liegt bei etwa 44 Prozent. Männer mit dieser Genveränderung haben ein leicht erhöhtes Risiko für Darm und Prostatakrebs.

Belegt die Untersuchung eine Veränderung am Gen BRCA2, so liegt die Wahrscheinlichkeit im Laufe des Lebens an Brustkrebs zu erkranken bei bis zu 80 Prozent und an Eierstockkrebs bei 27 Prozent. Auch Männer mit dieser Genmutation haben ein höheres Brustkrebsrisiko.

Spiel der Wahrscheinlichkeiten

Sowohl mit einem positiven als auch einem negativen Testergebnis haben Sie keine definitive Aussage darüber, ob Sie in Ihrem Leben an Brust- oder Eierstockkrebs erkranken werden. Zum einen schließt das erfreuliche Ergebnis, dass Sie weder eine Veränderung im BRCA1- noch 2-Gen haben, weitere Mutationen in bisher unbekannten Krebsgenen nicht aus. Zum anderen können unabhängig von einer familiären Vorbelastung jederzeit einzelne Gene spontan ihr Profil ändern und so Krebs verursachen.

Umgekehrt sagt auch der Nachweis veränderter BRCA1- oder 2-Gene nichts darüber aus, ob Sie tatsächlich erkranken werden. Er belegt lediglich ein deutlich höheres Risiko in Ihrer Familie als üblich. Deshalb raten wir in jedem Fall zu geeigneten Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen.

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