Prof. Dr. med. N. Rotter

Leitende Oberärztin, Ärztin für HNO - Heilkunde
Tel. 0731 500 59808
Sekretariat Fr. Reith
Tel. 0731 500-59505
E-Mail: nicole.rotter[at]uniklinik-ulm.de
Zusatzqualifikationen und fakultative Weiterbildungen
- Allergologie
- Gesundheitsökonomie (ebs)
- Plastische Operationen
Wissenschaftliche Schwerpunkte
- Tissue Engineering von Knorpelgewebe
Die Schwierigkeiten bei der Gewinnung von Gewebe für die Defektrekonstruktion im Kopf-Hals-Bereich und in Gelenken haben ein erhebliches Interesse an Tissue Engineering Verfahren geweckt. Mit Hilfe dieser Techniken könnte es möglich sein, vitale, zell-basierte Implantate für die rekonstruktive Kopf-Hals-Chirurgie und die Orthopädie herzustellen. Tissue Engineering beruht auf der in-vitro Kultivierung von autologen Zellen auf resorbierbaren, vorgeformten Trägermaterialien.
Die Studien sollen: 1. unterschiedliche Entnahmequellen für Knorpelgewebe vergleichend bewerten 2. neue Trägermaterialien für den Kopf-Hals-Bereich evaluieren 3. Methoden des Zell-Seedings (Besiedelung) auf die Trägermaterialien optimieren 3. die Wirkung neuer Bioreaktoren auf die dreidimensionale Kulturphase objektivieren 4. das in-vivo Verhalten der in-vitro hergestellten Konstrukte im autologen, immunkompetenten Modell mechanisch, biochemisch und morphologisch charakterisieren. Darüber hinaus werden Stammzellen verschiedener Herkunft mit den differenzierten Zellen verglichen, um die optimale Zellquelle zu definieren.
Somit soll die am besten geeignete Knorpel- oder Stammzellquelle für die Rekonstruktion unterschiedlicher Knorpeldefekte definiert werden. Die Eigenschaften verschiedener Chondrozyten- und Stammzelltypen hinsichtlich des Zell-Seedings und der Matrixsynthese und der hieraus resultierenden mechanischen Charakteristika in-vitro und in-vivo werden analysiert. Somit kann das Tissue Engineering von Knorpelgewebe für den klinischen Einsatz am Patienten optimiert werden.
- In vitro- und in vivo-Regeneration von Speicheldrüsengewebe mit Hilfe adulter Stammzellen
Die Xerostomie betrifft allein in den USA jährlich etwa 2.000.000 Patienten. Davon leiden jedes Jahr 30.000 – 40.000 neu erkrankte Patienten unter den Folgen einer Strahlentherapie. Zusätzlich betroffen sind 1.000.000 – 2.000.000 Patienten, die an einem Morbus Sjögren erkrankt sind. Eine kausale Therapie steht bislang nicht zur Verfügung.
Eine vielversprechende Therapieoption könnte die in vitro- und in vivo-Regeneration von Speicheldrüsengewebe aus autologen Stammzellen sein. Moderne Zellkulturmethoden des Tissue Engineering unter Zuhilfenahme von Methoden der Gentherapie und des Gentransfers dienen dabei der Optimierung der Differenzierungsbedingungen in vitro.
Studienziel ist zu klären,
- inwieweit in vitro-konditionierte Stammzellen in vivo
Speicheldrüsengewebe regenerieren;
- unter welchen Bedingungen in vitro die Differenzierung
von CD 34 negativen Vorläuferzellen in Azinuszellen
stattfindet;
- welche Trägermaterialien und Kulturbedingungen für
die in vitro-Herstellung einer
Neospeicheldrüse geeignet sind
- Isolierung und Kultivierung von Progenitorzellen aus den Speicheldrüsen zur Gewebsregenerierung
Neben im Knochenmark ansässigen pluripotenten mesenchymalen Stammzellen existieren auch in vielen Organen gewebsspezifische Stammzellen mit einem jedoch eingeschränkten Potential zur Proliferation und Differenzierung. Diese lokale Geweberegeneration beinhaltet komplexe Differenzierungsprozesse, die entscheidend durch das entsprechende Mikromilieu beeinflusst werden. Kürzlich wurde gezeigt, dass das Pankreas und auch Speicheldrüsen Zellen enthalten, die ein Potential zur Regenerierung und Differenzierung besitzen. So konnten aus Speicheldrüsen Zellen isoliert werden, die in vitro eine chondrozytäre, myogene und neurogene Differenzierung aufwiesen. Speicheldrüsen-Progenitorzellen sollten sich daher prinzipiell auch zur Regenerierung radiogen-geschädigter Speicheldrüsen eignen.
Zurzeit werden folgende Untersuchungen durchgeführt:
1. Isolierung gewebsspezifischer Stammzellen aus
exokrinen Drüsen des oberen Aerodigestivtraktes
(Glandula parotis, Glandula submandibularis und kleine
Speicheldrüsen) und Kultivierung der Zellen unter
Differenzierungsbedingungen.
2. Vergleichende phänotypische und funktionelle Analysen
hinsichtlich Adhäsions- und Migrationscharakteristika.
Dies sind Vorarbeiten für eine spätere in
vivo-Anwendung im Mausmodell. Langfristig ist daran
gedacht, Patienten, die sich einer Radiatio unterziehen
müssen, vorab eine Speicheldrüsenbiopsie zu
entnehmen, die Progenitorzellen in vitro zu kultivieren
und nach der Bestrahlung orthotop zur
Geweberegeneration zu replantieren.
Aktives Mitglied in Fachgesellschaften
- Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Kopf-Hals-Chirurgie
- Deutsche Akademie für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie
- International Cartilage Repair Society
- Tissue Engineering Society International
- European Tissue Engineering Society





