Diagnose

Die Verdachtsdiagnose Hämochromatose wird in der Regel erst bei einer deutlichen Erhöhung des Ferritinspiegels (Ferritin ist ein Eisenspeicherprotein) gestellt. Der Ferritinspiegel im Serum korreliert mit der Menge des gespeicherten Körpereisens; er ist bei der Mehrheit der symptomatischen Patienten deutlich erhöht (> 500 µg/l). Die Normalwerte liegen zwischen 20 und 200 µg/L. Das Ferritin ist jedoch als Einzelparameter unspezifisch. So finden sich bei entzündlichen Erkrankungen, wie beispielsweise der chronischen Virushepatitis, der alkoholischen Hepatitis und der rheumatoiden Arthritis oft vergleichbare Werte. In Einzelfällen sind Patienten beschrieben worden, die trotz eines erhöhten Eisenspeichers einen normalen Serumferritinwert aufwiesen.

Meistens ist die Serumeisenkonzentration bei Patienten mit einer Hämochromatose erhöht (> 170 µg/ml). Da die Serumeisenkonzentration im Gegensatz zu Ferritin nicht mit dem Eisenspeicher korreliert, ist die Aussagekraft dieses Parameters sehr begrenzt.

Die Bestimmung der Transferrinsättigung mit Eisen (prozentuale Beladung des Eisentransportproteins Transferrin mit Eisen) ergänzt die Diagnostik. Die Transferrinsättigung ist der aussagekräftigste Serumparameter. Bei der Mehrzahl der Hämochromatosepatienten findet sich eine Transferrinsättigung von über 55%. Durch kombinierte Bestimmung des Serumferritinwerts und der Transferrinsättigung können etwa 85 % der Hämochromatosepatienten identifiziert werden.

Als unverzichtbar galt bislang die Bestätigung der Verdachtsdiagnose durch die Leberbiopsie. Die Aufarbeitung des Leberbiopsats ermöglicht neben der histologischen Darstellung der Eisenakkumulation insbesondere die biochemische Bestimmung der hepatischen Eisenkonzentration (> 700 µg/g Trockengewicht). Bei Eisenablagerungen unterhalb dieses Wertes spricht man von Hämosiderose.


Gentest

Bei bestehendem Verdacht auf eine Hämochromatose sollte der Patient vor einer Leberbiopsie auf das Vorliegen eines Gendefektes untersucht werden. Bei dem Gentest geht es um den Nachweis oder Ausschluss der HFE-Mutationen C282Y und H63D bzw. S65C. Die Allelfrequenz in der deutschen Bevölkerung beträgt etwa 4 % für C282Y bzw. 15 % für H63D.


Homozygote C282Y-Mutation

Etwa 85 % aller Patienten mit HH sind homozygot für C282Y. Somit leben in Deutschland ca. 300.000 Menschen, die homozygot sind. Von diesen erkranken im Laufe ihres Lebens ca. 20( -50) % an Hämochromatose. Männer sind 5-10 mal häufiger betroffen als Frauen.

Obwohl die überwiegende Mehrheit der Merkmalsträger im Laufe des Lebens auffällige Eisenserumparameter entwickelt, erkrankt nur ein Teil der homozygoten Genträger an einer klinisch manifesten Hämochromatose. Die genaue Penetranz der Erkrankung ist nicht bekannt. Man weiss aber, dass die Penetranz bei Männern höher als bei Frauen ist.


Heterozygote C282Y- und H63D-Mutation

Etwa 5% aller Patienten mit Hämochromatose weisen diesen Genotyp auf. In diesem Falle spricht man von einer Compound-Heterozygotie. Die Penetranz ist gering, da nur 1-2 % erkranken. Falls keine sekundäre Hämochromatose vorliegt, kann diese Mutation als Bestätigung einer Hämochromatose angesehen werden.


Heterozygote C282Y-Mutation

Eine heterozygote C282Y-Mutation ist nicht mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko assoziiert.


Homozygote H63D-Mutation

Auch für die homozygote H63D-Mutation ist die Penetranz relativ gering. Falls keine sekundäre Hämochromatose vorliegt, kann diese Mutation als Bestätigung einer Hämochromatose angesehen werden, wobei symptomatische Merkmalsträger nur eine geringe Eisenakkumulation haben.

Aktuelle Hämochromatosediagnostik

 

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