Nephrologische Untersuchungen
Leiter des Nephrologischen Labors:
Fr. Rosa Herzog Fr. Irene Bauer | |
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Bestimmungen im Nephrologischen Labor: | |
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Urinsediment
Bestimmungsindikation
Das Urinsediment ist unverzichtbar in der Diagnostik von Nierenerkrankungen, weshalb bei jeder nephrologischen Fragestellung eine Analyse eines Urinsediments erfolgen sollte. Das Urinsediment umfasst eine qualitative und quantitative Beschreibung von Erythrozyten, Leukozyten, Epithelien, Zylindern, Kristallen und Keimen.
Bestimmungsmethode
Der Urin wird im Labor zunächst zentrifugiert und anschließend unter dem Mikroskop untersucht. Dabei werden die verschiedenen Zellen quantifiziert (Zellen/Blickfeld) und sonstige Urinbestandteile aufgeführt.
Bewertung
Eine Eryhtrozytenzellzahl über 4 Zellen/Blickfeld gilt als pathologisch, man spricht dann von einer Mikrohämaturie (Urin nicht sichtbar blutig verfärbt). Sind mehr als 5% der Erythrozyten in typischer Weise morphologisch verändert (Ringform mit Ausstülpungen, so genannte Akanthozyten), ist dies ein Hinweis auf eine glomeruläre Erkrankung (Nierenkörperchen, Glomerulonephritis).
Leukozyten werden bei Harnwegsinfekten in großer Anzahl neben Bakterien nachgewiesen. Aber auch andere Krankheiten können mit einer Leukozyturie einhergehen (z.B. toxische oder immunologische Ursachen, Analgetikanephropathie, Chlamydien-, Trichomonadeninfektion).
Zylinder werden nach Aussehen und Bestandteilen klassifiziert. Sie sind tubulären Ursprungs, von unterschiedlichem Durchmesser und Transparenz. Je nach eingeschlossenen Substanzen kann man z.B. Erythrozytenzylinder, Leukozytenzylinder, Proteinzylinder differenzieren.
| Vorkommen |
Hyaline Zylinder |
Vereinzelt auch bei Gesunden Vermehrt bei Proteinurie |
Granulierte Zylinder | Unspezifisch |
Fettzylinder | Proteinurie, nephrotisches Syndrom |
Erythrozytenzylinder | Glomeruläre Hämaturie (Glomerulonephritis) |
Leukozytenzylinder |
Pyelonephritis interstitielle Nephritis Glomerulonephritis |
Epithelzylinder | Akutes Nierenversagen |
Pigmentzylinder Hämoglobin Bilirubin Myoglobin |
Glomerulonephritis Hepatitis, Cholestase Muskeltrauma |
Zellzählung im CAPD-Dialysat
Bestimmungsindikation
Bei CAPD-Patienten mit einer Bachfellentzündung (Peritonitis) dient die Zellzahlbestimmung der Diagnosesicherung und der Verlaufsbeurteilung.
Bestimmungsmethode
Vom Dialysat werden 10 ml abgenommen und unter dem Mikroskop die Zellzahlbestimmung durchgeführt.
Bewertung
Eine Zellzahl über 100/µl mit >50% Granulozyten gilt als pathologisch. Bei zusätzlichen abdominellen Symptomen oder Keimnachweis besteht ein dringender Verdacht auf eine CAPD-assoziierte Peritonitis und eine anitmikrobielle Therapie sollte eingeleitet werden.
Addis Count (Sediment quantitativ)
Bestimmungsindikation
Der Addiscount dient der Quantifizierung einer Mikrohämaturie. Hierzu wird der Urin über einen Zeitraum von 3h gesammelt und anschließend die Erythrozyten- und Leukozytenzahl bestimmt.
Bestimmungsmethode
Mikroskopisch
Bewertung
Nach Auszählung der Zellen wird das Ergebnis umgerechnet auf Zellen/min (Zellen/µl*1000*Urinvolumen in ml/Sammelzeit in Minuten). Eine Hämaturie über 2.000 Erythrozyten/Minute und eine Leukozytenzahl über 4000/min gelten als pathologisch.





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Urinsediment
Zellzählung im CAPD-Dialysat
Addis Count (Sediment qualitativ)
