Projekt IL-10 AG myokardiale Inflammation
Projekte
IL-10 Überexpression in Makrophagen/Monozyten zur gerichteten Therapie bei Myokarditis
Eine Myokarditis ist eine Herzmuskelentzündung und kann verschiedene Ursachen haben. In vielen Fällen kommt es spontan zur Ausheilung. In einigen Fällen kann die unbehandelte Myokarditis jedoch durch Zelluntergang zur Entwicklung einer schweren Herzschwäche und zu lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen führen. Eine spezifische Therapie existiert meist nicht.
Makrophagen (sog. „Fresszellen“) wandern in entzündetes Gewebe ein und sind wesentlicher Bestandteil des Immunsystems, das dem Schutz des Körpers dient. Zytokine (sog. „Botenstoffe“) regulieren eine Entzündungsreaktion und werden von verschiedenen Zellen freigesetzt. Während die meisten Zytokine eine Entzündung fördern gibt es aber auch einige, die entzündungshemmend wirken. Eines dieser anti-inflammatorischen Zytokine ist Interleukin-10 (IL-10).
In diesem Projekt wird in einem Mausmodell eine autoimmune Myokarditis ausgelöst. Makrophagen werden von Mäusen gewonnen. Durch genetische Modifikation wird IL-10 mit Hilfe der mRNA-Nukleofektion in diesen Makrophagen überexprimiert. Die Makrophagen können somit mehr IL-10 produzieren und freisetzten als gewöhnlich. Anschließend werden die Makrophagen den Mäusen appliziert, um die Myokarditis gezielt vor Ort und ohne wesentliche Nebenwirkungen zu behandeln. Wir erhoffen uns hierdurch eine gerichtete Behandlung von Entzündungsreaktionen. Prinzipiell ist unser Ansatz auch auf andere Erkrankungen, wie z.B. die chronische Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder verschiedene Rheumaerkrankungen übertragbar. Die Versuchsbedingungen sind so gewählt, dass grundsätzlich eine Anwendung am Menschen denkbar ist.
Dieses Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert (Projektnummer DFG ZI 1203/2-1 und KA 1797/6-1).





