"Sport und Krebs"- Programm zur onkologischen Rehabilitation

 

 

Körperliche Bewegung hat einen hohen Stellenwert in Prävention, Rehabilitation und Nachsorge bei Krebserkrankungen.

Nach einer Schätzung des Robert Koch Instituts (RKI) leben über 2 Millionen Menschen in Deutschland seit über 10 Jahren mit einer Krebserkrankung. Psychosoziale Studien zeigen, dass Langzeit- und Spätfolgen einer Krebserkrankung einen großen Einfluss auf alle Lebensbereiche haben.


Seit 2012 wurden deshalb in Ulm in Zusammenarbeit mit dem Tumorzentrum des Universitätsklinkums - Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) ein ambulantes Rehabilitationskonzept sowie ein Trainingsangebot für stationäre Patienten entwickelt, Krebssporttrainingsgruppen und ein Survivorship-Programm aufgebaut und Studienkonzepte umgesetzt.

 

 

 

 

Bewegung führt zu verringertem Krebsrisiko

In Deutschland sind ca. 15 % der Krebserkrankungen auf Bewegungsmangel zurückzuführen. Sport, Bewegung und körperliche Aktivität können insbesondere das Risiko für häufig auftretende Erkrankungen wie Darm-, Brust-, Prostata- und Lungenkrebs senken. 15 min tägliche körperliche Aktivität wie Gehen senkt bereits das Risiko, an Krebs zu erkranken um 1 %, die Gesamtsterblichkeit um 4 % (Wen CP et al. Lancet 2011; 378: 1244–53).

Nach Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt und mit Unterstützung eines fachlich qualifizierten Sport- bzw. Physiotherapeuten ist in fast allen Stadien (vor, während und im Anschluss der medizinischen Therapie) einer Krebserkrankung eine angepasste körperliche Aktivität nicht nur möglich, sondern empfehlenswert.

 

Krankheitsverlauf verbessern
Durch frühzeitige und regelmäßige Bewegungstherapie, möglichst ab dem Zeitpunkt der Diagnose, können unerwünschte Therapienebenwirkungen und –folgen meist abgemildert bzw. sogar vermieden werden.
Bewegung ist auch zur Unterstützung bei Therapienebenwirkungen empfehlenswert.

Dazu gehören: Fatigue, Lymphödem, Polyneuropathie, Beckenbodenschwäche (Inkontinenz), Stoma, Arthralgien, Osteoporose, Tumornekrose, Steroidmyopathie, Metastasen, Tumorkachexie.

So ist die bisher einzig wirksame Therapie bei der häufig im Zusammenhang mit der Chemotherapie bzw. Bestrahlung entstehenden Fatigue (körperliche, geistige und emotionale Erschöpfung) die Bewegungstherapie. Mit Hilfe von adäquater körperlicher Aktivität kann ein durch die medizinische Therapie bedingter Leistungsverlust meist vermieden werden.

 


 

Spätfolgen vermeiden
Nach einer Studie der Lance Armstrong Foundation LIVESTRONG™ berichten 53% der Krebsüberlebenden über Gesundheitsprobleme, 54% klagen über chronische Schmerzen, 49% berichteten über nicht-medizinische Probleme. 70% der insgesamt Krebsüberlebenden gaben an, von ihren Onkologen nicht genügend Hilfestellung und Unterstützung bei der Bewältigung der Behandlungsfolgen bekommen zu haben. Nur etwa 30% der Onkologen waren bereit über sekundäre Gesundheitsstörungen zu sprechen, hatten aber oftmals nicht ausreichend Erfahrung, um adäquate Empfehlungen geben zu können. 74% der Onkologen fühlten sich nicht für die weitere Behandlung von Patienten mit belastenden Therapiefolgen zuständig. 
Auch wenn viele Tumorpatienten wieder eine gute Lebensqualität erreichen, kann es bei einem Teil der Patienten zu langfristigen Folgestörungen kommen. 15-20% der Patienten werden sogar gar nicht mehr betreut, im angloamerikanischen Raum als „Lost in transition“ bezeichnet. Nachsorge- und Cancer-Survivorship-Programme sind deshalb wichtig, werden aber nur in wenigen onkologischen Zentren angeboten.

Unsere Partner

Dabei arbeiten wir auch mit der Stiftung „Leben mit Krebs“ zusammen unter anderem mit der erfolgreichen Regatta „Rudern und Krebs“ mit Mobilisierung der Öffentlichkeit und des Klinikums mit 800 Freiwilligen und Helfern sowie etwa 3000 Zuschauern.  Dadurch werden zusätzliche Ressourcen für unsere Betreuung mobilisiert.
Unser evidenzbasiertes Gesamtkonzept umfasst Primärprävention, Diagnose, Akutbehandlung und Nachsorge (P-DAN©). Wir haben Therapieprogramme in der Primärprävention (z.B. BIJOU-Studie, das Gesunde Boot, Adipositas-Gruppe), ab dem Zeitpunkt der Krebsdiagnose, während der Akuttherapie und in der Nachsorge. Es unterstützt die Patienten dabei, Bewegung und Sport in ihr Leben zu integrieren.. Somit haben Krebspatienten in Ulm jederzeit, vor, während und im Anschluss an die Behandlung, Zugang zu einem individualisierten Sportprogramm. Ein weiteres Ziel ist das sogenannte  Self-Empowerment, also die eigenen Ressourcen zur Krankheitsbewältigung zu stärken.

  Behandelte Entitäten 2011-2016

 

>> zur Umsetzung des Programms

 

Informationen zum Download:

Flyer Sport und Krebs - Angebote für Patienten

FOCUS-Artikel: Therapie im Team




 

 

Kontakt

 

Stephanie Otto

Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin

Universitätsklinikum Ulm

Leimgrubenweg 14

89075 Ulm

 

stephanie.otto@uniklinik-ulm.de

Tel 0049 731 500 45316

Fax 0049 731 500 45333

 

 

 

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