Beschreibung der Klinik für Innere Medizin III

Schwerpunkte der Klinik für Innere Medizin III in Krankenversorgung, Forschung und Lehre sind hämatologische, onkologische und rheumatologische Krankheitsbilder sowie Infektionskrankheiten. Die Klinik verfügt über 7 Stationen, eine Medizinisch-Onkologische Tagesklinik (MOT), eine Hochschulambulanz mit Spezialsprechstunden, eine moderne Studienzentrale und zahlreiche Routine- und Forschungslabors. Es sind ca. 250 Mitarbeiter in der Klinik für Innere Medizin III beschäftigt, hiervon mehr als 50 im ärztlich-wissenschaftlichen Dienst sowie ca. 120 Mitarbeiter-/innen im Pflegedienst. Im Jahr 2006 wurden ca. 3000 Fälle auf unseren Stationen sowie fast 9.000 Fälle in den Ambulanzen und der Medizinisch-Onkologischen Tagesklinik betreut. Die Behandlungskonzepte entsprechen den aktuellsten nationalen und internationalen Standards und umfassen neben konventionellen Chemotherapien unter anderem innovative Therapien mit monoklonalen Antikörpern, Zellzyklus-Inhibitoren sowie die Therapieverfahren der autologen und allogenen Blutstammzell-Transplantation.
Krankenversorgung
Die Klinik für Innere Medizin III verfügt über 108 Betten im stationären Bereich, die sich auf sechs Stationen verteilen. 40 dieser Betten sind im Schleusentrakt (Station 4c/d) untergebracht und mit einer speziellen Luftfilterung ausgestattet. Hier werden insbesondere Patienten mit akuten Leukämien sowie Patienten nach autologer und allogener Blutstammzell- oder Knochenmark-Transplantation betreut. Die Transplantations-Einheit verfügt über eine weitere 6-Betten Station (Station 3e) für die allogene Stammzell-Transplantation, in der vorwiegend Hochrisiko-Patienten transplantiert werden. Auf unseren beiden Regelstationen (Station 4a/b) werden alle anderen Patienten mit hämatologischen, onkologischen und rheumatologischen sowie allgemeininternistischen Erkrankungen betreut. Die Station 1c ist speziell für Patienten mit Infektions-Erkrankungen eingerichtet, die Station verfügt über 14 Betten und ist ebenfalls mit einer speziellen Lüftungstechnik ausgestattet. Seit 2009 verfügt die Klinik für Innere Medizin III über eine räumlich abgetrennte Palliativstation (Station 4p) mit acht Betten. Auf unseren Stationen 4a/b/p und 4c/d bieten wir in den Aufenthaltsräumen ein Frühstücksbuffet an, diese Räume verfügen zudem über für die Patienten nutzbare Küchenzeilen.
Im Dezember 2004 eröffnete die Medizinisch-Onkologische Tagesklinik MOT, mit derzeit 25 Behandlungsplätzen. Die hochmoderne und sehr patienten-freundliche Einheit wird von unserer Klinik geleitet und bietet alle Voraussetzungen für die Durchführung ambulanter Therapien.
In der Hochschulambulanz der Klinik für Innere Medizin III werden in zahlreichen hochspezialisierten Sprechstunden jährlich mehr fast 9.000 Patienten betreut. Folgende Spezialsprechstunden werden durch unsere Klinik angeboten:
Hämatologie / Hämostaseologie / Transplantation
- Allg. Hämatologie / Aplastische Anämie / Myeloproliferative Erkrankungen
- Akute Leukämien / Myelodysplasie-Syndrome (MDS)
- Maligne Lymphome und chronisch lymphatische Leukämie (CLL)
- Multiples Myelom
- Allogene Transplantation
- Gerinnung (Thrombophilie/Hämophilie)
Internistische Onkologie
- Bronchial-Carcinom
- Nierenzell-Carcinom
- Neuro-Onkologie
- Knochen- und Weichteilsarkome
- Hodentumore
- Mamma-Carcinom
Rheumatologie
- Rheumatoide Arthritis, Kollagenosen, Vaskulitiden
Infektionskrankheiten
- allg. Infektiologie, HIV, Echinokokkose, Tropenmedizin, Impfsprechstunde
Seit 1972 werden in unserer Klinik Knochenmark- und Blutstammzell-Transplantationen durchgeführt. Die Ulmer Transplantationseinheit zählt zu den ältesten weltweit. Die Einheit für allogene Knochenmark- und Blutstammzell-Transplantation bietet alle derzeit möglichen Varianten der allogenen Stammzell-Transplantation mit Ausnahme der Nabelschnur-Transplantation an. Im Jahr 2006 wurden 65 allogene (26 vom Familienspender, 39 vom Fremdspender) und 72 autologe Blutstammzell-Transplantationen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Nuklearmedizin wird die Radioimmuntherapie im Rahmen der Stammzell-Transplantation geprüft.
In Zusammenarbeit mit dem 2006 gegründeten CCCU (Comprehensive Cancer Center Ulm) werden alle unsere Patienten mit hämatologischen und onkologischen Erkrankungen interdisziplinär in Tumorboards besprochen. Die Klinik für Innere Medizin III arbeitet seit vielen Jahren in der onkologischen Versorgung eng mit zahlreichen niedergelassenen Hämatologen/Onkologen und den umliegenden Krankenhäusern zusammen.
In der Klinik erfolgen alle Behandlungsverfahren in der Hämatologie, internistischen Onkologie, Rheumatologie und Infektiologie nach aktuellstem Stand der Wissenschaft. Neue vielversprechende, aber noch nicht zugelassene Medikamente, werden im Rahmen von Therapiestudien der Phase I-III für zahlreiche Erkrankungen angeboten. Diese Therapiestudien werden von unserer Studienzentrale koordiniert.
In den einzelnen Schwerpunkten der Klink für Innere Medizin III werden unter anderem folgende Erkrankungen behandelt: Hämatologie: Akute myeloische (AML) und akute lymphatische (ALL) Leukämie; chronische myeloische Leukämie (CML); andere myeloproliferative Erkrankungen (PV, ET, OMF); Myelodysplasie-Syndrome (MDS), maligne non-Hodgkin- und Hodgkin-Lymphome; chronisch lymphatische Leukämie (CLL); multiples Myelom; aplastische Anämie, Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie (PNH). Hämostaseologie: Thrombophilie; Hämophilie. Internistische Onkologie: Bronchial-Carcinom; Nierenzell-Carcinom; metastasiertes Mamma-Carcinom; Hodentumore; Weichteil- und Knochensarkome; Hirntumore. Rheumatologie: Rheumatoide Arthritis; Spondylarthropathien (ankylosierende Spondylitis, reaktive Arthritis, M. Reiter, Arthritis bei entzündlichen Darmerkrankungen), Kollagenosen (Systemischer Lupus Erythematodes, Sklerodermie, Poly- Dermatomyositis, Sjögren Syndrom), Vaskulitiden (leukozytoklastische Vaskulitiden, M. Wegener, Churg-Strauss-Vaskulitis, mikroskopische Polyangiitis, Panarteriitis nodosa nach Kussmaul und Maier, Riesenzellarteriitis). Infektiologie: HIV/AIDS; Tuberkulose; Echinokokkose; Tropenmedizin; Malaria.
Forschung
Neben den Aufgaben in der Krankenversorgung liegt ein großer Schwerpunkt der Klinik in der labor-experimentellen und klinischen Forschung. Das wissenschaftliche Profil ist durch folgende Themen charakterisiert: 1. Entschlüsselung von genetischen Defekten, und Untersuchung deren klinischer Bedeutung bei der akuten myeloischen Leukämien, der chronisch lymphatischen Leukämie, der malignen Lymphome und des multiplen Myeloms. 2. Therapiestudien bei der akuten myeloischen Leukämie und der chronisch lymphatischen Leukämie. Experimentelle Studien zur allogenen Blutstammzell-Transplantation. Entschlüsselung von Tumor-spezifischen Antigenen und Entwicklung von Vakzinierungsstudien. Das Labor für Zytogenetische und Molekulare Diagnostik genießt national und international hohes Ansehen, es ist Referenzlabor für die genetische Diagnostik im Rahmen zahlreicher Studiengruppen, u.a. für die Deutsch-Österreichische AML Study Group (AMLSG), die Deutsche CLL Studiengruppe (DCLLSG) oder die Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom (DSMM). Die Studienzentrale der Klinik koordiniert alle Aktivitäten zur Durchführung von Therapiestudien der Phasen I bis IV. Sie ist gleichzeitig Studienzentrale der AMLSG. Die wissenschaftlichen Projekte sind u.a. durch Deutsche Forschungsgemeinschaft, Deutsche Krebshilfe, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Europäische Kommission, Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung, Wilhelm Sander Stiftung, Else Kröner Fresenius Stiftung, Eberhardt Stiftung und die amerikanische Leukemia and Lymphoma Society gefördert.
Studentische Ausbildung und Lehre
Die Klinik für Innere Medizin III kommt in vielfältiger Weise ihren universitären Ausbildungs- und Lehrpflichtungen nach. Neben Vorlesungen und Seminaren werden verschiedene Praktika und patientenbezogene Lehrveranstaltungen (Bedside-Teaching) angeboten. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter unserer Klinik betreuen zurzeit mehr als 20 Doktoranden.





Krankenversorgung