Deutsch | English | по-русски | Türkçe 

Beschreibung der Klinik für Innere Medizin III

Schwerpunkte der Klinik für Innere Medizin III in Krankenversorgung, Forschung und Lehre sind hämatologische, onkologische, rheumatologische und infektiologische Erkrankungen sowie die palliativmedizinische Versorgung krebskranker Patienten.

Mit dem Schwerpunkt Hämatologie, der Sektion Onkologie und der Palliativmedizin ist die Klinik für Innere Medizin III eingebettet in das CCCU (Comprehensive Cancer Center Ulm), eines von elf von der Deutschen Krebshilfe ausgezeichneten und geförderten Onkologischen Spitzenzentren in Deutschland. Darüber hinaus ist das CCCU als Onkologisches Zentrum nach den Kriterien der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert. Alle unsere Patienten werden in interdisziplinären Tumor-Konferenzen besprochen. Die Behandlungskonzepte entsprechen den aktuellen nationalen und internationalen Standards und umfassen u.a. konventionelle Chemotherapien, Immuntherapien mit Antikörpern, und innovative Therapien mit Signalweg- und Zellzyklus-Inhibitoren. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit einem Netz von niedergelassenen Hämatologen/Onkologen und umliegenden Krankenhäusern.

Die allogene Blutstammzell- und Knochenmark-Transplantationseinheit besteht seit 1978 und zählt zu den ältesten weltweit. Die Einheit bietet alle derzeit möglichen Varianten der allogenen Stammzell-Transplantation (Familienspender, Fremdspender, haploidentische Spender, Nabelschnurblut). Im Jahr 2012 wurden 77 und 92 autologe Blutstammzell-Transplantationen durchgeführt. Die Einheit ist für autologe und allogene Transplantationen sowie als ein Zentrum für die Gewinnung peripherer Blutstammzellen und für Knochenmarkentnahmen nach JACIE (Joint Accreditation Committee-ISCT [Europe] & EBMT) zertifiziert.

Die Sektion Infektiologie ist eingebettet in das Comprehensive Infectious Disease Center (CIDC). Schwerpunkt der Sektion liegt in der Betreuung von Patienten mit Infektions- und Tropenerkrankungen, HIV und Echinokokkose. Die Sektion ist als Zentrum Klinische Infektiologie nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) zertifiziert.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Klinik für Innere Medizin III liegt in der klinischen Forschung. Derzeit sind mehr als 100 klinische Therapiestudien der Phasen I-IV aktiv, die von einer professionell organisierten, zertifizierten Studienzentrale koordiniert werden. Klinische Studien gewährleisten, dass unsere Patienten nach den neuesten Erkenntnissen behandelt werden können und sehr früh Zugang zu innovativen Medikamenten erhalten.

Struktur der Krankenversorgung

Die Klinik für Innere Medizin III verfügt im stationären Bereich über 108 Betten, die sich auf 7 Stationen verteilen. Im Jahr 2012 wurden etwa 3000 stationäre und mehr als 10000 ambulante Fälle betreut.

Im sog. Schleusentrakt (Station 4c/d) sind 44 Betten untergebracht, alle Zimmer sind zum Schutz der Patienten vor Infektionen mit einer speziellen Luftfilterung ausgestattet. Hier werden insbesondere hochdosierte Chemotherapien (einschließlich der autologen Blutstammzell-Transplantation) bei Patienten mit u.a. akuten Leukämien, malignen Lymphomen und multiplem Myelom durchgeführt.

Auf unseren beiden hämatologisch-onkologischen Stationen (Station 4a/b) werden alle anderen Patienten mit hämatologischen und onkologischen sowie zum Teil auch rheumatologischen und allgemeininternistischen Erkrankungen betreut. Die Stationen sind Teil der Sektion Onkologie. Im onkologischen Bereich liegt der Schwerpunkt in der Betreuung von Patienten mit Bronchial-Karzinomen (Lungenkrebs), Sarkomen (Bindegewebe- und Knochenkrebs), Keimzelltumoren (Hoden-Tumoren), Glioblastomen (Hirntumoren) und Nierenzell-Karzinomen (Nierenkrebs). Dieser Etagenflügel beherbergt auch eine räumlich abgetrennte Palliativstation (Station 4p) mit acht Betten; auf dieser Station werden mit Patienten mit allen fortgeschrittenen Krebsleiden betreut.

Die allogene Blustammzell- und Knochenmark-Transplantationseinheit (Station 3e) verfügt über eine eigene Bettenstation auf Ebene 3. Im Juni 2013 wird die Station wegen Umbaumaßnahmen vorübergehend in den Neubau der Chirurgischen Klinik verlegt. In Planung ist eine neue, ca. 16-Betten große allogene Blutstammzell-Transplantationseinheit.

Die Infektionsstation 1c auf Ebene 1 ist speziell für Patienten mit Infektionserkrankungen eingerichtet, die Station verfügt über 14 Betten und ist ebenfalls mit einer speziellen Lüftungstechnik ausgestattet.

Die Medizinisch-Onkologische Tagesklinik (MOT) ist eine hochmoderne und sehr patienten-freundliche Einheit zur Durchführung ambulanter Therapien. Die MOT verfügt derzeit über 29 Behandlungsplätzen und wird von unserer Klinik geleitet.

In der Hochschulambulanz haben wir für Sie zahlreiche hochspezialisierten Sprechstunden eingerichtet:

Hämatologie / Hämostaseologie / allogene Transplantation (Anmeldung)

  • Spezialambulanz für Allgemeine Hämatologie
  • Spezialambulanz für Myeloproliferative Neoplasien (MPN)
  • Spezialambulanz für MDS, AML, ALL
  • Spezialambulanz für Maligne Lymphome (inkl. CLL)
  • Spezialambulanz für Multiples Myelom
  • Spezialambulanz für Hämostaseologie (Thrombophilie/Hämophilie)
  • Spezialambulanz für Allogene Stammzell-Transplantation

Onkologie (Anmeldung)

  • Spezialambulanz für Thorax- und HNO-Tumoren
  • Spezialambulanz für Gynäkologische und Urologische Tumoren
  • Spezialambulanz für Hirntumoren
  • Spezialambulanz für Sarkome und seltene Tumorentitäten

Rheumatologie (Anmeldung)

  • Spezialambulanz für Rheumatologische Erkrankungen

Infektiologie (Anmeldung)

  • Spezialambulanz für Infektionskrankheiten
  • Reisesprechstunde

Privatsprechstunde (Anmeldung)

In den verschiedenen Spezialambulanzen betreuen wir Patienten mit u.a. folgenden Erkrankungen:

Hämatologie: Akute myeloische (AML) und akute lymphatische (ALL) Leukämien; chronische myeloische Leukämie (CML); myeloproliferative Neoplasien (PV, ET, OMF); Myelodysplasie-Syndrome (MDS), maligne non-Hodgkin- und Hodgkin-Lymphome; chronisch lymphatische Leukämie (CLL); multiples Myelom; aplastische Anämie, Paroxysmale Nächtliche Hämoglobinurie (PNH).

Hämostaseologie: Thrombophilien; Hämophilien.

Onkologie: Bronchial-Karzinome; Weichteil- und Knochensarkome; Keimzelltumoren; Hirntumore; Nierenzell-Karzinome; metastasiertes Mamma-Karzinom.

Rheumatologie: Rheumatoide Arthritis; Spondylarthropathien (ankylosierende Spondylitis, reaktive Arthritis, M. Reiter, Arthritis bei entzündlichen Darmerkrankungen), Kollagenosen (Systemischer Lupus Erythematodes, Sklerodermie, Poly-/ Dermatomyositis, Sjögren Syndrom), Vaskulitiden (leukozytoklastische Vaskulitiden, M. Wegener, Churg-Strauss-Vaskulitis, mikroskopische Polyangiitis, Panarteriitis nodosa nach Kussmaul und Maier, Riesenzellarteriitis).

Infektiologie: HIV/AIDS; Tuberkulose; Echinokokkose; Tropenmedizin; Malaria.

Forschung

Die Klinik für Innere Medizin III ist eine der forschungsintensivsten Abteilungen der Universitätsmedizin Ulm. Schwerpunkte der Forschung sind u.a.

  • Entschlüsselung von genetischen Defekten und Untersuchung deren klinischer Bedeutung bei Leukämien, myelodysplastischen Syndromen, myeloproliferativen Erkrankungen, malignen Lymphomen, und multiplem Myelom
  • Molekulare Hämatopoese, Mechanismen der Leukämogenese
  • Tumorimmunologie
  • Molekulare Biologie von Krebserkrankungen
  • Klinische Forschung mit mehr als 100 aktiven klinischen Studien
  • Förderung des forschenden Arztes durch strukturierte Förderprogramme

Ergebnisse aus den Forschungsbereichen wurden und werden jedes Jahr in hochrangigen Zeitschriften veröffentlicht (Publikationen).

Die wissenschaftlichen Projekte sind u.a. durch Deutsche Forschungsgemeinschaft, Deutsche Krebshilfe, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Helmholtz-Gesellschaft, Europäische Kommission, Else Kröner Fresenius Stiftung, Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung, Wilhelm Sander Stiftung und die amerikanische Leukemia and Lymphoma Society gefördert. WissenschaftlerInnen der Klinik koordinieren oder sind beteiligt an zahlreichen strukturierten Forschungsprogrammen, u.a.:

  • Sonderforschungsbereich SFB 1074 „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“
  • Virtuelles Helmholtz Zentrum “Understanding and overcoming resistance to apoptosis and therapy in leukemia”
  • NGFN-Plus – Nationales Genom Netzwerk
  • EU-Projekt „Next Generation Sequencing for Targeted Personalized Therapy of Leukemia”
  • Präklinisches Comprehensive Cancer Center – Helmholtz Alliance
  • Else-Kröner Fresenius Kolleg „Stammzellen, Alterung und maligne Transformation“

Das akkreditierte Labor für Zytogenetische und Molekulare Diagnostik genießt national und international hohes Ansehen, es ist Referenzlabor für die genetische Diagnostik im Rahmen zahlreicher Studiengruppen, u.a. für die Deutsch-Österreichische AML Studiengruppe (AMLSG), die Deutsche Studiengruppe Myeloproliferative Neoplasien (MPNSG), die Deutsche CLL Studiengruppe (DCLLSG) und die Deutsche Studiengruppe Multiples Myelom (DSMM).

Die Studienzentrale der Klinik koordiniert alle Aktivitäten zur Durchführung von Therapiestudien der Phasen I bis IV. Sie ist gleichzeitig Studienzentrale der AMLSG und MPNSG.

Studentische Lehre und Postgraduierten-Ausbildung

Die Klinik für Innere Medizin III kommt in vielfältiger Weise ihren universitären Ausbildungs- und Lehrpflichtungen nach. Neben Vorlesungen und Seminaren werden verschiedene Praktika und patientenbezogene Lehrveranstaltungen (Bedside-Teaching) angeboten. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter unserer Klinik betreuen zurzeit mehr als 20 Doktoranden.

MitarbeiterInnen sind maßgeblich beteiligt am Master Online Studiengang „Advanced Oncology“, eine Initiative der Medizinischen Fakultät und des Comprehensive Cancer Center Ulm. In Jahr 2013 startet eine gemeinsame Initiative mit der European School of Oncology (ESO) mit dem Start eines weiteren Blenden Learning Programs, dem „Competence Certificate in Lymphoma“, ein einjähriges Fortbildungsprogram zur Biologie und Klinik maligner Lymphoma.

gepunktete blaue Linie 1000px breit