Klinische Versorgungsangebote AZVT-Ambulanz

Traumaambulanz

Die Traumaambulanz Ulm ist der Sektion Psychotherapieforschung und Verhaltenstherapie der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie angegliedert. Die Traumaambulanz kooperiert mit verschiedenen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, wie vollstationäre Jugendhilfeeinrichtungen, Beratungsstellen und dem Behandlungszentrum für Folteropfer in Ulm.

 

Für wen sind wir da?

  • Alle Kinder und Jugendliche, die traumatische Erfahrungen erlebt haben
  • Eltern und Bezugspersonen von betroffenen Kindern und Jugendlichen

 

Wie sind wir zu erreichen?

Anmeldung: Tel. 0731-50062650

Mitarbeiter:

Bettina Hofbeck

Diplom-Psychologin

Tel:   (07 31) 5 00-6 26 50

Fax:  (07 31) 5 00-6 26 51

Telefonsprechstunde: Mittwoch 13.00-15.00

bettina.hofbeck[at]uniklinik-ulm.de

 

Veronica Kirsch (Mutterschutz ab 1.8.2011)

Diplom-Psychologin

Tel:    (07 31) 5 00-6 26 50

Fax:   (07 31) 5 00-6 26 51

Telefonsprechstunde: Do 10.00-11.30

veronica.kirsch[at]uniklinik-ulm.de

 

Leitung:

Prof. Dr. Dipl.-Psych. L. Goldbeck

Steinhövelstr. 5

89075 Ulm

Tel:    (07 31) 5 00-6 26 50

Fax:   (07 31) 5 00-6 26 51

 

Hintergrund

Bis zum Erreichen des 18. Lebensjahres erlebt ca. jedes zweite bis dritte Kind in Deutschland mindestens ein, meist mehrere traumatische Ereignisse wie sexuellen Missbrauch, häusliche Gewalt, Vernachlässigung, körperliche Gewalt, den plötzlichen Tod enger Bezugspersonen und schwere Unfälle (Perkonigg et al., 2000, Giaconia et al., 1995). Ereignisse können auch dann als traumatisch erlebt werden, wenn sie beobachtet oder von anderen berichtet werden. Unmittelbar nach einem traumatischen Ereignis reagieren fast alle Menschen mit körperlichen und psychischen Belastungsreaktionen, die sich bei den meisten Betroffenen nach ca. ein bis zwei Monaten wieder normalisieren. Ein Teil der traumaexponierten Kinder und Jugendlichen entwickelt in Folge jedoch behandlungsbedürftige psychische Störungen, darunter mit 10-50% am häufigsten posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS; Yule et al, 2000). Diese ist für die Betroffenen sehr belastend, verläuft meist chronisch und führt zu schweren Einschränkungen im Alltag sowie sekundären psychischen Problemen wie z.B. Depressionen. Trotz der hohen Prävalenz traumatischer Ereignisse und behandlungsbedürftiger psychischer Traumafolgestörungen im Kindes- und Jugendalter ist die Versorgungslage der Betroffenen ungenügend. Die Traumavorgeschichte der Patienten wird bei Diagnostik und Behandlungsplanung oft vernachlässigt, der Zugang zu wirksamen Therapieformen ist erschwert oder es werden nicht evidenzbasierte Therapien durchgeführt.

 

Angebot der Traumaambulanz

  • Teilnahme am Projekt „TreatChildTrauma und verschiedenen Studien (Psychophysiologie)
  • ausführliche diagnostische Abklärung und Beratung (durch die Kooperation mit dem Behandlungszentrum für Folteropfer in Ulm auch Dolmetschergestützt möglich)
  • bei Bedarf eine individuell angepasste, evidenzbasierte Verhaltenstherapie
  • bei PTBS als Hauptdiagnose Behandlung mit der evidenzbasierten traumafokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (Tf-KVT)

 

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Bei einer PTBS liegen typischerweise folgende drei Symptombereiche vor:

  1. Das Wiedererleben des Ereignisses, z.B. durch wiederkehrende belastende Erinnerungen, Bilder, Wahrnehmungen, Gedanken und Träume, sowie starke psychische und körperliche Reaktionen, wenn man sich in Situationen befindet, die dem Trauma, manchmal auch auf kaum bemerkbare Art und Weise ähneln.
  2. Die Vermeidung von Situationen, Orten, Personen, Gedanken, Gefühlen und Gesprächen die an das Trauma erinnern, die Unmöglichkeit, sich an das Ereignis oder Teile davon zu erinnern, sowie die Abnahme von Interessen, Aktivitäten, Gefühlen und Zukunftsplänen.
  3. Weiterhin erhöhte körperliche Erregung, die sich in Schlafstörungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, übermäßiger Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit äußern kann.

 

Wenn eine posttraumatische Belastungsstörung nicht psychotherapeutisch behandelt wird, können daraus schwerwiegende Probleme für den Betroffenen und sein Umfeld entstehen. In vielen Fällen können die beschriebenen Symptome bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben und sich noch verstärken, so dass die Betroffenen nicht mehr zu ihrer alten Lebensweise zurückkehren können. Es kommt meist zu einem Leistungsknick z.B. in der Schule, vermehrten Auseinandersetzungen im Freundeskreis und in der Familie, sozialem Rückzug und Interessenverlust. Oft entstehen zusätzliche Probleme, z.B. Entwicklungsverzögerungen oder die Betroffenen entwickeln aufgrund der veränderten Lebenssituation eine Depression, anhaltende körperliche Beschwerden, Angststörungen oder eine Alkohol- oder Drogensucht.

 

Inhalt der Tf-KVT (für ausführliche Informationen: TreatChildTrauma).

Bei Bedarf bieten wir eine für posttraumatische Belastungsreaktionen angepasste Verhaltenstherapie an, die individuell auf den Einzelfall abgestimmt durchgeführt wird. Diese Therapie findet in 12 Behandlungsterminen von je 90 Minuten Dauer teilweise allein mit dem Betroffenen, teilweise allein mit den Bezugspersonen, teilweise gemeinsam statt. Inhalte der Therapie sind der Aufbau von Selbsthilfestrategien (z.B. Entspannungsübungen) im Umgang mit belastenden Gefühlen und Gedanken ,die Auseinandersetzung mit dem traumatischen Ereignis und damit verbundenen Gedanken und Gefühlen, sowie die Förderung zukünftiger Entwicklung und Sicherheit.

 

Weitere Informationen finden Sie hier: Flyer

 

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