Wissenschaftliche Begleitung - Dokumentation und webbasierte Plattform
Warum eine wissenschaftliche Begleitung der telefonischen Anlaufstelle?
Die telefonische Anlaufstelle wird wissenschaftlich unterstützt, um die Vielzahl der unterschiedlichen Erfahrungen und Anliegen der Betroffenen dokumentieren und für die Öffentlichkeit und Politik transparent aufbereiten und kommunizieren zu können. Fragen, Kritik und Anregungen von Betroffenen werden individuell und dem Wunsch der Anrufenden entsprechend festgehalten. Betroffene sind Expertinnen und Experten in eigener Sache – ihre Anliegen werden in die Aufarbeitung der Thematik und in die Empfehlungen und Vorschläge für die Bundesregierung und den Runden Tisch für materielle und immaterielle Hilfen einfließen. Die Anonymität der Anrufenden und der Datenschutz sind zu jedem Zeitpunkt gewahrt. Die wissenschaftliche Begleitung der Dokumentation und der diesbezüglichen Aufarbeitung wird unterstützt von einem Beirat aus Forschung und Beratungspraxis.
Wie werden die Informationen dokumentiert?
In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm, und seinem Wissenschaftsteam, sowieder Firma Soon-Systems wurde eine webbasierte Plattform für die Dokumentation erarbeitet. Voraussetzung für den Aufbau dieser Plattform war die Expertise der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Fegert, der zahlreiche, auch webbasierte Projekte zur Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs und zum Kinderschutz durchgeführt hat und durchführt. Die webbasierte Plattform enthält a) den öffentlichen Bereich der Homepage www.beauftragte-missbrauch.de, b) den Arbeitsbereich für die Fachkräfte der telefonischen Anlaufstelle und c) den Bereich für die interne Kommunikation.
Den Fachkräften der telefonischen Anlaufstelle steht eine Themenübersicht zur Verfügung, die es erlaubt, Informationen, die Anrufende mitteilen wollen und die wichtig für die Aufarbeitung der Thematik und die Prävention sind, anonymisiert festzuhalten. Die Anrufenden bestimmen zu jedem Zeitpunkt selbst, worüber sie sprechen und ob und wie umfangreich das Erzählte festgehalten werden soll. Auch Botschaften und Kommentare können aufgenommen werden, die Betroffene an Institutionen oder die Politik richten möchten.
Was passiert mit den Berichten und Informationen?
Die Anliegen und Botschaften der Betroffenen, aber auch Themen, zu denen besonderer Informationsbedarf besteht, werden in einem dynamischen Prozess immer wieder gesichtet, zusammengefasst, aktualisiert und auf der Website der Unabhängigen Beauftragten unter den Menüpunkten „Persönliche Stimmen“, „Fragen, die uns häufig gestellt werden“ und „Themen“ sichtbar gemacht. Betroffene finden hierdurch nicht nur Gehör, sondern können auch auf die öffentliche Diskussion zum Thema sexueller Missbrauch Einfluss nehmen. Die Plattform wird ständig erweitert und gepflegt.





