Evaluation eines ganzheitlichen patientenzentrierten Versorgungsmodells für Patienten mit seltenen Erkrankungen unter besonderer Berücksichtigung der psychosozialen Versorgung am Beispiel Mukoviszidose
Gesamtleitung des multizentrisch angelegten Verbundprojekts:
Mukoviszidose Institut gGmbH
Geschäftsführer: Dr. Andreas LG Reimann
Teilprojekte:
„Psychosoziale Betreuung und psychosoziale und psychologische Evaluation“
„Case Management“
„Sportwissenschaftliche Betreuung“
„Datenerhebung aus Register“
„Gesundheitsökonomische Evaluation“
„CF-Versorgung in der Zentren“
Teilprojektleiter Psychosoziale Betreuung und psychosoziale und psychologische Evaluation & Mitarbeiter:
Prof. Dr. Lutz Goldbeck Dr. Marion Herle
Astrid Fidika M.Sc.
Zeitraum:
1. August 2011 bis 31. Juli 2014
Zahl der in die Studie aufgenommenen Patienten:
Es wird eine Fallzahl von 150 Patienten für die Interventions- und 300 Patienten für die Kontrollgruppe angestrebt.
Projektbeschreibung:
Mukoviszidose (syn.: zystische Fibrose, CF) gilt als häufigste genetisch bedingte Erkrankung in Europa, den USA und Kanada und zählt mit ihren 8000 Betroffenen in Deutschland dennoch zu den sog. „seltenen Erkrankungen“. Als unheilbare und progrediente Multiorganerkrankung erfordert die Behandlung der Mukoviszidose eine gute Zusammenarbeit eines interdisziplinären Teams aus Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen, Ernährungsberatern, Sozialarbeitern und Sporttherapeuten mit größtmöglicher Expertise. Da die Mukoviszidose jedoch eine seltene Erkrankung ist, liegt hier ein Konflikt zwischen dem Prinzip der Expertise und dem der wohnortnahen Behandlung vor.
Erstes Ziel des Verbundprojekts ist die Entwicklung eines ganzheitlichen und patientenzentrierten Versorgungsmodells zur Verbesserung der Qualität der Versorgung über alle wesentlichen Leistungsbereiche für die CF hinweg, wobei die psychosoziale Versorgung der Patienten besondere Berücksichtigung finden soll. Hierbei sollen bereits evidenzbasierte Vorgehensweisen in Behandlungsmanualen zusammengefasst werden; optimierte Organisationsabläufe und eine Verbesserung der Koordination und Kommunikation zwischen den Versorgungsbeteiligten sollen zu einer verbesserten Versorgung der Patienten führen. Zur Umsetzung des Ziels einer qualitätsgesicherten, wirksamen, ausreichenden, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Versorgung werden den Teilnehmern der Interventionsgruppe folgende Interventionen angeboten:
- Case-Management durch externe Case-Manager
- Patientenschulung
- Psychologische Intervention
- Sozialarbeit und sozialrechtliche Beratung
- Sportwissenschaftliche Beratung
Zweites Ziel ist die Evaluation des o. g. Versorgungsmodells im Hinblick auf die Qualität der Versorgung unter patientenrelevanten medizinischen, psychosozialen und organisationsbezogenen Aspekten sowie im Hinblick auf die Ressourcenverbrauchsentwicklung bzw. die langfristige Kostenentwicklung für die Kostenträger (GKV). Der Vergleich des patientenbezogenen Interventionsprogramms mit der bisher üblichen Versorgung erfolgt innerhalb einer nicht-randomisierten, kontrollierten Studie.
In der multizentrisch angelegten Untersuchung nimmt das Teilprojekt in Ulm die psychosoziale Versorgung in seinen Fokus und entwickelt Manuale für psychosoziale sowie sozialarbeiterische bzw. sozialpädagogische Interventionen, schult das Personal dahingehend und begleitet die Durchführung mit Datenerhebungen für die abschließende Evaluation bzw. Auswertung.
Kontaktdaten:
Universitätsklinik Ulm
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
VEMSE CF Projekt
Leiter: Prof. Dr. Lutz Goldbeck
Dr. Marion Herle
Astrid Fidika M.Sc.
Steinhövelstraße 1
89075 Ulm
Tel.: 0731-500 62660
Fax: 0731-500 62669
Email: vemse.kjp[at]uniklinik-ulm.de





