Vergleichsstudie: Familienfreundliches Studium in der Medizin in Baden-Württemberg

Link: www.meduki.de

Zielsetzung:

Ermittlung der Voraussetzung für eine erfolgreiche Kombination von Studium und Familie im Studiengang Humanmedizin an den Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg durch:

 

  • Bestandsaufnahme der bestehenden Faktoren, die es ermöglichen ein Medizinstudium mit Kind erfolgreich abzuschließen.
  •  Bedarfsanalyse der Faktoren, die notwendig sind, um ein Medizinstudium mit Kind zu erleichtern.
  •  Ermittlung der Faktoren, die ein effektives Studium mit Kind gewährleisten.
  •  Modifizierung der Studienorganisation in Richtung Familienfreundlichkeit (Familienunterstützung)
  •  Aufbau und Weiterentwicklung familienunterstützender Kooperationsformen und Vernetzungsstrukturen für Studierende mit Kind.
  •  Veröffentlichung praxisrelevanter Empfehlungen und konkreten Handlungsanweisungen zur Unterstützung von Studierenden mit Kind (Tagungen, Internetportal)

 

Laufzeit: 10/2009 – 07/2011

 

Projektleitung: Prof. Dr. J. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie

Koordinator: Dr. Hubert Liebhardt M.A.

Durchführung: Dr. Katrin Prospero, Johanna Niehues M.A.

 

Förderung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

 

Kooperation: Familienforschung Baden-Württemberg im Statistischen Landesamt Baden-Württemberg

 

Veranstaltungen:

Expertengespräch 14./15.10.2010

 

Projektablauf:

1. Erhebung der Lebenssituation studierende Eltern:
Familienfreundliches Medizinstudium in Baden-Württemberg

Im ersten Schritt wird im Rahmen einer qualitativen Erhebung an den Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg mit problemorientierten Leitfadeninterviews die Lebenssituation von studierenden Eltern im Studiengang Humanmedizin erfasst und hermeneutisch aufgearbeitet.[1] Die gewonnenen Ergebnisse werden durch eine quantitative Befragung aller studierenden Eltern der Medizin und den Lehrbeauftragten der Fakultät untermauert. In einer Expertenrunde mit Verantwortlichen für Curriculumsplanung, Studentenservice, Gleichstellung, Studentenwerk und Lehrbeauftragte werden die qualitativen und quantitativen Ergebnisse vorgestellt und weitere Schritte zu notwendigen Veränderungen der curriculare Faktoren und Rahmenbedingungen für eine Erleichterung des Studiums mit Kind identifiziert.

 

2. Demographie:
Einbettung in die demographische Entwicklung

Der Anteil studierender Eltern liegt in Deutschland seit Jahren zwischen 6% und 7%. Eine quantitative Analyse vorhandener Datensätze soll Einblick in die sozioökonomischen Strukturen und in die Lebensbedingungen dieser studierenden Eltern geben. Die Ergebnisse der amtlichen Statistik ermöglichen bereits weitgehende Einblicke in die Familienstrukturen studentischer Eltern. Neben demographischen Aspekten wie z.B. dem Alter der studentischen Eltern bei der Geburt des Kindes, dem Familienstand oder der Partnerkonstellation bei der Geburt des Kindes sowie dem Alter der Kinder ist die finanzielle Basis (Armutsrisiken) oder auch die Form der Kinderbetreuung von besonderem Interesse. Neben der amtlichen Statistik stehen eine Reihe weiterer Datensätze für eine sekundärstatistische Analyse zur Verfügung, die auch Einstellungen und Präferenzen offen legen. Die Bearbeitung der Daten erlauben z.B. Rückschlüsse über die Vorstellungen zur Partnerbeziehung, den Kinderwünschen oder den Vorstellungen zur Kinderbetreuung.

 

3. Aufbau eines internetbasierten Informationsportals für die Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg

 

Um die Studienergebnisse und mögliche Lösungsmodelle in den Medizinischen Fakultäten sowie den Austausch zwischen den Akteuren an den Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg zu unterstützen, wird die Möglichkeit eines Internetportals für die Familienfreundlichkeit an den Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg geprüft. Dieses könnte mit entsprechenden Internetangeboten des Kompetenznetzes Lehre in der Medizin verlinkt werden, um einen möglichst großen Adressatenkreis erreichen zu können. Das Internetportal sollte Best-Practice-Beispiele, Arbeitshilfen und Beratung zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie an den Medizinischen Fakultäten in Baden-Württemberg bieten. Die Medizinischen Fakultäten erhalten so die Gelegenheit, einerseits ihre familienfreundlichen Aktivitäten öffentlichkeitswirksam zu präsentieren und andererseits von guten Lösungsmodellen benachbarter Medizinischer Fakultäten zu profitieren.

Mit dem Internetportal könnten die Medizinischen Fakultäten und Studierenden in Baden-Württemberg eine umfassende Informationsplattform und Anlaufstelle zur Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie erhalten.

 

4. Curriculare Verankerung familienfreundlicher Faktoren

Die Ergebnisse der Studie lassen Rückschlüsse auf die Umgestaltung universitärer Rahmenbedingungen (Infrastruktur, Studien- und Prüfungsordnungen), curricularer Anpassungsbedarfe der Studienorganisation (Stundenpläne, Gruppeneinteilungspläne) und hinsichtlich eines familienfreundlichen Medizinstudiums zu. Es werden für alle fünf Medizinische Fakultäten Empfehlungen zur curricularen Reorganisation für ein familienfreundliches Medizinstudium ausgesprochen sowie universitätsweite Faktoren zur Erleichterung eines Studiums mit Kind aufgezeigt.

 


[1] Vgl. Helfferich, C., Hendel-Kramer, A., Wehner, N. (2007). Fast – Familiengründung im Studium. Eine Studie in Baden-Württemberg – Abschlussbericht zum Projekt. Stuttgart, S. 16.

 

Suche

gepunktete hellblaue Linie 176px breit
gepunktete blaue Linie 1000px breit