Zukunft für Kinder in Düsseldorf

Das Programm

„Zukunft für Kinder in Düsseldorf – Hilfen für Kinder und Familien in Risikolagen““ ist ein Präventionsprogramm der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf, das in Zusammenarbeit von Jugendamt, Gesundheitsamt und der Gesundheitskonferenz der Stadt in Kooperation mit Düsseldorfer Geburtskliniken und niedergelassenen Kinderärzten durchgeführt wird. Zielgruppen sind Familien mit Kindern, die an einer chronischen Erkrankung oder Behinderung leiden bzw. hiervon bedroht sind, Familien, die psychosozial besonders belastet sind und Kinder, die aufgrund medizinischer oder sozialer Fragestellungen während der ersten Lebensjahre fortlaufender Beobachtung bedürfen. Durch eine systematische Ansprache betroffener Eltern, der Anmeldung der Kinder und deren Familien möglichst aus der Geburtssituation, eine frühzeitige Hilfeplanung sowie die optimierte Vernetzung der bereits zur Verfügung stehenden Hilfen und Angebote soll sichergestellt werden, dass gezielte Beratung und multiprofessionelle Unterstützungsangebote die betroffenen Kinder und ihre Familien erreichen und ein Teil der drohenden Langzeitdefizite kompensiert werden kann.

Die Evaluation des Programms findet durch die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm statt.

Die Angebote

Die Clearingstelle als zentrales städtisches Angebot kann einerseits betroffene Eltern beraten und sie in ihren elterlichen Ressourcen und ihrem Gesundheitsbewusstsein fördern. Andererseits können Professionelle, die in ihrem beruflichen Rahmen in Kontakt mit Familien mit Neugeborenen und deren Familien kommen, Hinweise zur situativen Einschätzung einer Entwicklungsgefährdung des Kindes bekommen, ggf. kann das geeignete Vorgehen gemeinsam abgestimmt werden.

Nach der Anmeldung der Familie an der Clearingstelle, deren MitarbeiterInnen vom Gesundheitsamt und vom Jugendamt entsandt sind, vereinbaren diese mit den Eltern einen Besuchstermin. Nach dem Besuch und der Absprache mit den Eltern wird ein individueller, passgenauer und interdisziplinär abgestimmter Hilfeplan ausgearbeitet. Dabei kann auf die gesamte Angebotspalette der Kinder- und Jugendhilfe sowie alle in Frage kommende Angebote der Gesundheitshilfe zurückgegriffen werden.

Das so genannte „grüne Heft“, das in das Programm eingebunden ist, beinhaltet eine monatliche kinderärztliche Untersuchung und damit eine höhere Frequenz an Vorsorgeuntersuchungen als gesetzlich vorgesehen.

Für die spezifische Förderung mütterlicher und elterlicher Beziehungs- und Erziehungskompetenzen wird den Eltern aufsuchend die Entwicklungspsychologische Beratung, ein ressourcenorientiertes und videogestütztes Beratungskonzept zur Förderung einer sicheren Eltern-Kind-Bindung, angeboten.

Die Evaluation

Im Düsseldorfer Programm „Zukunft für Kinder“ wird von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm evaluiert, wie adäquat und effizient und mit welchen Effekten – vor allem im gesundheitlich-medizinischen Bereich und auf gesellschaftlicher Ebene - frühe Hilfen für Säuglinge und Kleinkinder geplant und umgesetzt werden. Darüber hinaus sollen die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Fachkräften und Institutionen ebenso wie ihre Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit sowie die Zufriedenheit der Eltern mit den Hilfen und der Unterstützung erfasst werden.

Durch eine retrospektive Aktenanalyse vorliegender Hilfeplan-Verfahren vor der Etablierung des Projektes nach den Kriterien, die prospektiv für die Evaluation der Fälle im Rahmen des Programms relevant sind, wird ein Prä-Post-Vergleich ermöglicht (2007/2008).

Die Hilfen für Mutter/Eltern-Kind-Paare, die im Rahmen des Programms in die präventiven Maßnahmen aufgenommen werden, werden im Verlauf mit Fragebögen dokumentiert und nach Abschluss der Erhebungsphase (2007/2008) quantitativ ausgewertet (2009).

Die Zufriedenheit der Fachkräfte und die Zufriedenheit der begleiteten Familien werden sowohl im Verlauf als auch zusammenfassend am Ende der Erhebungsphase erfragt. Aus diesen Rückmeldungen lassen sich wichtige Schlüsse für gelingende Elemente der Kooperation aber auch für Verbesserungsbedarf ziehen.

Parallel zu diesem Vorgehen werden Leitfadeninterviews mit Experten aus verschiedenen Institutionen und Berufsgruppen durchgeführt und qualitativ ausgewertet, um Aspekte gelingender Kooperation oder auch Reibungsverluste in

der interdisziplinären Zusammenarbeit an der Schnittstelle zwischen Gesundheitshilfe und Kinder- und Jugendhilfe zu vertiefen.

Als letzter Schritt wird die Entwicklung der Kooperation und Vernetzung zwischen Kinder- und Jugendhilfe sowie Gesundheitshilfe chronologisch erfasst und systematisiert. Das Augenmerk dabei richtet sich vor allem auf die strukturellen Rahmenbedingungen, die Vernetzungsleistungen sowie die Vorverlagerung der Hilfen.

 

Laudatio anlässlich der Verleihung des Präventionspreises 2006“ (pdf)

Projektflyer (pdf)

 

Link: www.duesseldorf.de/gesundheit/zukunft_fuer_kinder

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