Neuronale Netze und Modellbildung

 


 

Unsere experimentellen Arbeiten zur Frage der Fusion unterschiedlicher Afferenzen bei der Wahrnehmung der Eigendrehung  (Vestibuläre Psychophysik) werden ergänzt durch Über­legungen, wie ein Fusions­mechanismus auf neuronaler Ebene realisiert sein könnte. Hier stellt sich die Frage der Normierung, d.h., wie der Übertragungsfaktor eines entsprechenden neuronalen Netzwerkes unabhängig von der Anzahl der beteiligten Sensorkanäle annähernd einen Wert von 1 beibehalten kann - an einer praktische Beispiel erläutert, welcher Mechanismus sorgt dafür, daß ein Eistänzer sich während einer Pirouette sich bei Ausfall der Beleuchtung mit gleicher Geschwindigkeit weiter gedreht fühlt?. Ein erfolgversprechender Ansatz ist hierbei die Vorstellung einer Fusion auf neuronalen Karten, in denen die Reizgröße durch den Ort einer Erregungsverteilung kodiert wird. Es konnte gezeigt werden, daß ein Modell auf der Basis eines Netzwerkes von dynamisch interagierenden Neuronen ('Amari-Netz') viele Charakteristika der Fusion von zwei Afferenzen nachbildet, wie sie beispielsweise im Colliculus superior beschrieben wurde.

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