Melanome

Das maligne Melanom ist ein bösartiger Tumor der Melanozyten der Haut. In Deutschland erkranken jährlich ca. 3.100 Männer und 6.900 Frauen am malignen Melanom. Die Inzidenz liegt in Deutschland bei ca. 10-15/100.000. Das maligne Melanom kann sowohl primär lymphogen als auch primär hämatogen metastasieren. Ca. 65% der Erstmanifestationen erfolgen im regionären Lymphabflussgebiet, hierbei sind Satellitenmetastasen (< 2 cm vom Primärtumor entfernt), Intransitmetastasen in der Haut bis zur ersten Lymphknotenstation und regionäre Lymph knotenmetastasen zu unterscheiden. Bei nodalen negativen Patienten ist die Heilung, im metastasierten Stadium die Palliation das Therapieziel. Die wichtigste Therapiemodalität ist die chirurgische Resektion mit adjuvanter Chemo-/ und Immuntherapie bei nodal positiven „dicken“ Melanomen und die regionäre oder systemische Chemotherapie im metastasierten Stadium. Die Stadieneinteilung nach UICC ist in Tabelle 1 dargestellt (Wittekind et al. 2003).

Tabelle 1: Stadieneinteilung malignes Melanom (Wittekind et al. 2003)

Stadium 0

 

pTis

N0

 

M0

Stadium I

pT1

N0

 

M0

Stadium Ia

 

pT1a

 

N0

 

M0

Stadium Ib

pT1b

 

N0

M0

 

pT2a

N0

M0

Stadium IIa

pT2b

N0

M0

 

pT3a

N0

M0

Stadium IIb

pT3b

N0

M0

 

pT4a

N0

M0

Stadium IIc

pT4b

N0

M0

Stadium III

jedes T

N1,N2,N3

M0

Stadium IIIa

pT1a-4°

N1a,2a

 

M0

Stadium IIIb

pT1a-4a

N1b,2b,2c

M0

 

pT1b-4b

N1b,2b,2c

M0

Stadium IIIc

pT1b-4b

N1b,2b

M0

 

jedes T

N3

M0

Stadium IV

jedes T

jedes N

 

M1


 

Die 10-Jahres-Überlebensrate beträgt im Gesamtkollektiv 75-80%, stadiumabhängig, im Stadium I 90%, im Stadium II 52%, im Stadium III 33% und im Stadium IV 10%. Die 10-Jahres-Überlebenswahrscheinlichkeit beträgt bei Satelliten- und Intransit-Metastasen 25-40%, bei regionärer Lymphknotenmetastasierung 15-30%, bei Fernmetastasierung zum Zeitpunkt der Erstdiagnose liegt die mediane Überlebenszeit ohne Behandlung bei 4-6 Monaten. Die bildgebende Diagnostik hat die Darstellung der Lymphabflusswege durch die Schildwächter-Lymphknoten-Szintigraphie (SLN-Szintigraphie) und den Nachweis möglicher Fernmetastasen zum Ziel. Hierzu werden die Lymphknotensonographie, der Röntgen-Thorax in 2 Ebenen, die Oberbauchsonographie, das kontrastmittelverstärkte Spiral-CT des Abdomens sowie das Gadolinium-MRT des ZNS eingesetzt. Das maligne Melanom gehört zu den Malignomen mit der stärksten FDG Anreicherung. Allerdings spielt das FDG-PET aus physikalischen Gründen für das T-Staging keine Rolle. Auch der mikroskopische Lymphknotenbefall im pN1a pN2a kann mit FDG –PET nicht detektiert werden (Reske, 2001), während der makroskopische Lymphknotenbefall und Fernmetastasen mit einer Sensitivität von 72-100% und einer Spezifität von 83-94% (CT-Sensitivität 55%, Spezifität 84%) nachgewiesen werden können (Tabelle 2). Wegen der Seltenheit von Fernmetastasen im Stadium < IIIb ist FDG-PET zum Staging ab diesem Stadium (IIIb) indiziert.

 


Tabelle 2: Metastasen- und Lymphknotenstaging beim malignem Melanom

Malignes Melanom
Metastasenstaging

Diagnostik, Autor, Jahr

Gesamt-zahl Pat.

Sens. PET %

Spez. PET %

PPV PET

NPV PET

Genauigkeit PET

Senz. konv. Diagn.

Senz. Konv. Diagn.

Steinert, 1995

33

92%

77%

 

 

 

 

 

Läsionen

Damian, 1996

100

93%

 

 

 

 

 

 

Läsionen

Rinne, 1998

100
100

100%
92%

96%
94%

 

 

98%

85%
58%

68%
45%

Patienten
Läsionen

Holder, 1998

76

94%

83%

 

 

 

55%

84%

Patienten

Eigtved, 2000

38

97%

56%

 

 

 

62%

22%

Läsionen

Acland, 2000

44

78%

87%

 

 

 

 

 

Patienten

Tyler, 2000

95

87%

44%

79%

59%

 

 

 

Areale

Swetter, 2000

104

86%

97%

 

 

 

57%

70%

Läsionen

Reinhardt, 2002

67

92%

98%

96%

95%

96%

 

 

Patients

LK-staging

Blessing, 1995

20

74%

93%

 

 

 

 

 

LK

Wagner, 1997

11

100%

100%

 

 

 

 

 

Patienten

Mcfarlane, 1998

22

85%

92%

 

 

88%

 

 

LK-Basins

Wagner, 1999

70

17%

96%

50%

82%

 

 

 

LK-Basins

Crippa, 2000

38

95%

84%

92%

89%

91%

 

 

LK-Basins

Acland, 2001

50

 

 

 

 

 

 

 

Patienten

FDG-PET-Scan des Körperstammes eines metastasierenden malignen Melanoms. Multiple stark stoffwechselaktive subkutane, ossäre (Pfeile) sowie eine singuläre hepatische und cerebrale (Pfeil) Metastasen.

Hautkrebs

Primärdiagnostik / Stadieneinteilung

PET/CT:
F-18- Fluordeoxyglukose

Differentialdiagnose:
Gutartig/bösartig Lymphknotenstaging
Fernmetastasenstaging

 

PET: F-18-Fluorid Tc-99m Polyphoshonat

Abkl. Knochenmetastasierung

 

Sentinel Node Szintigraphie

Wächterlymphknotendetektion

Therapieansprechen

PET/CT:
F-18-Fluordeoxyglukose

Monitoring (Chemotherapie,
Interferontherapie)

 

PET: F-18-Fluorid
Tc-99m Polyphoshonat

Progr. von Skelettmetastasen

Nachsorge /
Restaging

PET/CT:
F-18-Fluordeoxyglukose

Bei begründetem Verdacht/
nachgewiesenem Rezidiv
Ganzkörper-Restaging

 

PET: F-18-Fluorid
Tc-99m-Polyphosphonat

Abkl. Knochenmetastasierung

Rezidivdiagnostik

PET/CT:
F-18-Fluordeoxyglukose

Lokalisation und Ausdehnung
eines Lokalrezidivs

Literatur

Wittekind, C., H. Meyer, and F. Bootz, TNM - Klassifikation maligner Tumoren. 2003, Berlin Heidelberg: Springer Verlag.

Reske, S.N. and J. Kotzerke, FDG-PET for clinical use. Results of the 3rd German Interdisciplinary Consensus Conference, "Onko-PET III", 21 July and 19 September 2000. Eur J Nucl Med, 2001. 28(11): p. 1707-23.

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