Nuklearmedizinische Therapiestation

Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Ambros Beer

Kontakt:

Universitätsklinik Ulm
Klinik der Nuklearmedizin
Albert-Einstein-Allee 23
D-89081 Ulm
Telefon: 0731 / 500 - 61301
Fax: 0731 / 500 - 61302

Unterschiedliche Therapieformen

Liebe Patientin, lieber Patient,
eine gutartige Schilddrüsenerkrankung kann auf mehrere Arten behandelt werden. Zunächst gibt es die Möglichkeit Medikamente einzunehmen, des Weiteren stehen die Operation und die Radiojodtherapie zur Verfügung.
Medikamente gegen eine Schilddrüsenüberfunktion können starke Nebenwirkungen mit sich bringen und zu weiterem Wachstum der Schilddrüse führen. Oftmals muss auch nach Beginn einer medikamentösen Behandlung bei Fortbestehen der Erkrankung eine endgültige Therapie, also entweder die Operation oder die Radiojodtherapie durchgeführt werden. Die Erfolge dieser beiden Methoden scheinen weitgehend gleichwertig.
Zwingend für die Operation erhält der Patient eine Narkose, da während des Eingriffs der Patient absolut ruhig liegen und besonders auf die Stimmbandnerven geachtet werden muss. Eine Verletzung könnte unter Umständen zu einer bleibenden Lähmung eines oder beider Stimmbänder führen. Nach der Operation können Schwellungen und Schmerzen auftreten und es wird eine Narbe verbleiben.
Die Nebenwirkungen einer Radiojodtherapie sind als deutlich geringer einzustufen. Es handelt sich hierbei um eine seit mehr als 40 Jahren etablierte und äußerst effektive Behandlung. Eine radioaktive Form des Jods, das Jod-131 besitzt eine im Gewebe nur wenige Millimeter reichende Strahlung. Hiermit werden elegant und selektiv nur die Areale in der Schilddrüse therapiert, die die eigentliche Überfunktion hervorrufen und das andere, gesunde Gewebe wird geschont. Sogar kleinste Gebiete können therapiert werden, die im Ultraschall unauffällig zu sein scheinen, trotzdem aber Zellen enthalten, die dann unabhängig von Regelmechanismen die fehlerhafte Überfunktion verursachen.
Ein geringer Strahlenanteil des Jod-131 gelangt aus dem Körper und wird zur Überprüfung des Therapieeffektes genutzt. Er ist auch der Grund weshalb in Deutschland die Radiojodtherapie nur während eines mindestens 48-stündigen stationären Aufenthaltes durchgeführt werden darf.

Die Radiojodtherapie

Das Jod-131 wird in Form einer kleinen Kapsel verabreicht, und gelangt über die Blutbahn in die überproduzierenden Areale der Schilddrüse und bestrahlt diese zielgenau. Der Jodanteil, der nicht in die Schilddrüse aufgenommen wird, wird innerhalb der nächsten Stunden mit dem Urin ausgeschieden. Zumeist reicht eine einzige Therapie aus, um die vollständige Wirkung zu erreichen, selten ist eine zweite erforderlich. Manchmal kann es nach der Therapie, wie auch nach einer Operation, notwendig werden, Schilddrüsentabletten einzunehmen. Sie dienen der Vorbeugung gegen weiteres Größenwachstum. Selten kann es nach der Therapie zu Halsschmerzen, ähnlich wie bei einer Erkältung kommen. Wenn dieser Effekt auftritt, kann der Hals gekühlt werden und durch Einnahme von entzündungshemmenden Substanzen erlangt der Patient schon nach kurzer Zeit Linderung und Beschwerdefreiheit. Leider darf aus Strahlenschutzgründen während des stationären Aufenthaltes kein Besuch empfangen werden. Ein kleiner Spaziergang auf dem Stationsflur oder an die frische Luft im kleinen Patientengarten ist jedoch selbstverständlich jederzeit möglich. Die hellen und geräumigen Einzelzimmer der Station sind mit Fenster, kostenfreiem TV und Radio sowie einem Bad ausgestattet. Bauliche Besonderheiten dieser Zimmer sind speziell abschirmende Wände und Fenster sowie eine sogenannte Abklinganlage zum Auffangen der Abwässer. Die Aufenthaltsdauer ist von der Art der Erkrankung, der Dosis und der individuellen Ausscheidung abhängig und beträgt meist zwischen 2 und 5 Tage. Nach Entlassung empfehlen wir je nach Patient noch ein paar Tage Abstand zu kleinen Kindern und Schwangeren einzuhalten, danach sind keine weiteren Vorsichtsmaßnahmen erforderlich.


Wir hoffen Ihnen mit dieser Seite weitergeholfen zu haben. Bei verbliebenen Fragen stehen wir Ihnen gerne auch telephonisch (14.00 - 15.00 Uhr) unter  0731-500-61301  zur Verfügung.

2 Patienten mit differenziertem Schilddrüsenkarzinom, jeweils vor (links) und nach (rechts) Radiojodtherapie.
Links: erfolgreiche Behandlung von Lungenmetastasen
Rechts: erfolgreiche Behandlung von Lymphknotenmetastasen und eines Schilddrüsenrestes

gepunktete blaue Linie 1000px breit