Sektion für Neurostimulation

 

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Das Labor für Transkranielle Magnetstimulation (TMS) besteht seit Gründung der Klinik 1998. Es wurde aufgebaut von Uwe Herwig (jetzt in Zürich), Carlos Schönfeldt-Lecuona und Axel Thielscher (jetzt in Tübingen). Pionierarbeit wurde insbesondere im Bereich der Neuronavigation der TMS und bei der therapeutischen Anwendung von repetitiver TMS bei psychiatrischen Krankheitsbildern geleistet.

2011 wurde die Sektion für Neurostimulation gegründet. Die derzeitigen wissenschaftlichen Schwerpunkte sind einerseits Projekte zu den Grundlagen der Wirksamkeit von TMS. Darüber hinaus wird TMS bei Experimenten der kognitiven Neurowissenschaften eingesetzt. Schließlich erproben wir weiterhin die therapeutische Wirksamkeit von TMS im Rahmen von kontrollierten klinischen Studien. 

 

Ausstattung

  • Stimulatoren von Alpine Biomed (vormals Medtronic-Dantec):
  • MagPro X 100 mit Erweiterungsmodul
  • Zwei MagPro
  • Flüssigkeitsgekühlte Spule
  • Zwei Messplätze mit 8-Kanal Toennies Universalverstärkern (EEG / EMG), A-D-Wandlerkarten im PC und DasyLab-Software zum Visualisieren und online-Auswerten
  • Zwei portable 2-Kanal Aufzeichnungsgeräte (EMG / NLG): Dantec Keypoint portable
  • Online-Neuronavigation BrainView (in Zusammenarbeit mit Fraunhofer IPA Stuttgart)
  • Visuelle Stimulation mit Cambridge Research VSG-Video-Karten

 

 

Projekte

Wirkung der Theta-burst Stimulation

Repetitive TMS ist in der Lage, die Erregbarkeit der stimulierten Hirnrinde zu erhöhen oder zu dämpfen. Seit 2005 wird das sogenannte Theta-burst Protokoll eingesetzt, dass schon lange in Tierversuchen etabliert war. Im Vergleich zu den herkömmlichen Protokollen erreicht man mit diesem Protokoll schneller und mit weniger Stimulationsintensität eine ähnliche Modulation der Erregbarkeit. Wir untersuchen die Effekte des Theta-burst auf den Motorkortex im Hinblick auf Änderungen, die sich in der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) zeigen (in Zusammenarbeit mit der Sektion Neuropsychologie und funktionelle Bildgebung). Zudem fragen wir nach dem Einfluss der unterschiedlichen Gene für BDNF (brain derived neurotrophic factor, in Zusammenarbeit mit dem Institut für klinische Pharmakologie, Prof. Dr. J. Kirchheiner.

Behandlung des Chronischen Tinnitus mit repetitiver TMS

Im Rahmen einer Multicenter-Studie, die von den Kollegen der Psychiatrischen Universitätsklinik in Regensburg initiiert wurde, untersuchen wir die Wirksamkeit von rTMS bei chronischem Tinnitus. Es handelt sich um eine placebo-kontrollierte Studie: die Hälfte der Patienten bekommt eine Scheinbehandlung, die andere eine wirksame rTMS-Behandlung.

Die Rolle des linken temporalen Kortex bei der Sprachverarbeitung

In Zusammenarbeit mit der Sektion für kognitive Elektrophysiologie untersuchen wir den Einfluss des linken temporalen Kortex auf die Sprachverarbeitung. In dieser Grundlagenstudie werden gesunde Probanden zunächst mit einem erregungsmodulierenden Protokoll stimuliert. Danach müssen sie am Computer eine Wortentscheidungsaufgabe absolvieren. Wir fragen uns, ob der linke temporale Kortex wesentlich zur Worterkennung bei einer bestimmten Sorte von Worten beiträgt.

 

 

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