Die Anfänge des dentalen CAD/CAM

Die Herstellung von dentalen Restaurationen zur Wiederherstellung oder zum Ersatz von zerstörten oder fehlenden Zähnen ist eine aufwändige handwerkliche Tätigkeit, die ein Höchstmaß an Präzision erfordert. Betrachtet man die Vielzahl der Einzelschritte des konventionellen gusstechnischen Herstellungsprozesses, wird offensichtlich, wie vielfältig die Möglichkeiten für entstehende Fehler sind. Obwohl die einzelnen Schritte der Prozesskette heute sehr exakt aufeinander abgestimmt sind, kann es dennoch zu Gussfehlern wie nicht ausgeflossenen Rändern oder Lunkern sowie zu engen, zu weiten oder in der Form verzogenen Kronen und Brücken kommen. Die nachfolgende Verblendung mit dentalkeramischen Materialien bildet eine weitere Fehlerquelle.

Seit den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde daher über die Entwicklung unterschiedlicher Technologien versucht, potenzielle Fehlerquellen der handwerklich-manuellen Vorgehensweise zu eliminieren. Die Idee der Entwicklung computergestützter Fertigungstechniken zur Herstellung von Kronen und Brücken bzw. deren Gerüsten ist nicht neu. Erste Überlegungen hierzu liegen bereits über 30 Jahre zurück. Inzwischen hat sich der Begriff CAD/CAM (Computer Aided Design/Computer Aided Manufacturing, computergestütztes Design/computergestützte Herstellung) durchgesetzt. Zu Beginn der Entwicklung war auch der Begriff CIM, Computer Integrated Manufacturing (computerintegrierte Fertigung) gebräuchlich.

Dr. Francois Duret, der heute als der „Vater der dentalen CAD/CAM-Technologie“ bezeichnet wird, begann 1971, mit ersten theoretischen und experimentellen Forschungsarbeiten. Auch andere Forscher wie Heitlinger und Rodder beschäftigten sich seit 1979 und Mörmann und Brandestini seit 1980 (CEREC®) mit CAD/CAM. Der erste Prototyp eines dentalen CAD/CAM-Systems wurde 1983 auf der „Garanciere conference“ in Frankreich vorgestellt. Fujita et al kamen in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zu dem Ergebnis, dass die Erfahrungen aus der Industrie sich nicht uneingeschränkt auf die Fertigung von Kronen und Brücken übertragen ließen.

Die neben dem CEREC-System ältesten Verfahren, Sopha (Duret) und DentiCAD (Rekow) haben sich nicht durchgesetzt. Weitere Systeme, die über das Versuchsstadium hinauswuchsen, waren das Kopierschleifverfahren CELAY, das Procera-Verfahren und das DCS-System. Zusammenfassend kann man feststellen, dass die Entwicklungsschritte bei dentalen CAD/CAM-Verfahren stets eng mit der Werkstoffentwicklung verknüpft waren.

Historischer Überblick

1971 Erste experimentelle Forschungsarbeiten durch Duret
1979 Heitlinger und Rodder experimentieren
1980 Mörmann und Brandestini beginnen mit der Entwicklung von CEREC
1984 Fujita versucht industrielle Fertigungsprozesse auf die Dentalbranche zu übertragen
1985 CEREC (Siemens Dental, jetzt Sirona Dental Systems, Bensheim, D)
1989 DCS Precident (CDS Dental AG, Allschwil, CH), Procera (Nobel Biocare AB, Göteborg, SE)
1991 Celay (Mikrona Technologie AG, Spreitenbach, CH)
1993 Cicero (Cicero Dental Systems B.V., Hoorn, NL)
1995 Cercon smart ceramics (DCS, jetzt DeguDent GmbH, Hanau, D)
1998 cad.esthetics (DECIM, jetzt CAD.ESTHETICS AB, Skelleftea, S

Pro 50 (Cynovad, Montreal, CAN)

1999 Digident (Girrbach Dental GmbH, Pforzheim, D)

GN-1 (GC Corporation, Tokio, J)

2001 Etkon (Etkon AG, Gräfelfing, D)

Everest (KaVo, Leutkirch, D)

Lava (3M ESPE Dental AG, Seefeld, D)

EDC (Wieland Dental, Pforzheim, D)

Wol-Ceram (Wol-Dent GmbH, Ludwigshafen, D)

2002 Bego Medifacturing (Bego Medical, Bremen, D)
2003

ce.novation (Inocermic, Hermsdorf/Thüringen, D)

Perfactory (envisiontec, Gladbeck, D)

Xawex Dentalsystem (ZFN-Verfahren; I-Mes, Eiterfeld, D)

HintELs DentaCAD Systeme (Hint-ELs® GmbH, Griesheim, D)

Triclone 90 (Renishaw, Gloucestershire, UK)

2005

3Shape Dental Designer (3Shape A/S, Kopenhagen, DK)

ADG - SW Automatic Denture Generation - System Weigl (ADS GmbH, Frankfurt, D)

CADCOM4 (Schütz Dental GmbH, Rosbach, D)

diadem (diadem sas, Louey, F)

alkom digital (Luxembourg, L)

Diener Scan Tec (Diener Scan Tec Ltd., Embrach, CH)

Speedscan (smartoptics Sensortechnik GmbH, Bochum, D)

Zeno Tec System (Wieland Dental GmbH, Pforzheim, D)

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