Klinik

Aus der Sicht der Klinik wird der Anwendungsbereich CAD/CAM-gefertigter Restaurationen durch die mechanischen Eigenschaften der Werkstoffe und die technischen Optionen der Systeme bestimmt. Grundsätzlich reicht der Indikationsbereich vom Inlay bis zu mehrgliedrigen Brücken für den Front- und Seitenzahnbereich. Individuelle Implantataufbauten werden von mehreren Systemen angeboten. Grundsätzlich zeichnet sich ein Trend zum überwiegenden Einsatz keramischer Werkstoffe ab. 

An die Präparation für keramische Restaurationen werden aufgrund der Sprödigkeit keramischer Werkstoffe andere Anforderungen gestellt als für Restaurationen aus Metall- oder Metallkeramik. Scharfe Kanten und dünn auslaufende Ränder sind auf jeden Fall zu vermeiden, runde Formen zu bevorzugen. Selbstverständlich ist auf die Präparationsgrenze ein besonderer Augenmerk zu legen, parallele oder untersichgehende Anteile sind zu vermeiden. 

Folgende vier Faktoren sollten bei der Präparation für keramische Restaurationen besonders beachtet werden:

  • Art der Befestigung (konventionell, adhäsiv)
  • Digitalisierverfahren (mechanisch/ optisch) bzw. Parameter der Digitalisierung (Größe der Abtastkugel, Triangulationswinkel)
  • Fertigung durch das CAD/CAM-System (subtraktiv, additiv)

Wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt ist, verfolgen die verschiedenen Systeme unterschiedliche Präparationsregeln. Systeme, die additiv (z. B. mit Duplikatstümpfen) arbeiten (Procera, WOL-Ceram, ce.novation) stellen weniger hohe Anforderungen an die Präparation als solche, die die Restauration aus präfabrizierten (Keramik-) Blöcken herausarbeiten. Verfahren, die subtraktiv arbeiten, d. h. die Restaurationen aus einem Block fräsen oder schleifen, sind durch erheblich größere Spalten zwischen Stumpf und Kroneninnenseite gekennzeichnet. Ein geforderter Hartsubstanzabtrag im Bereich der Präparationsgrenze von 1 mm sollte nach Möglichkeit nicht überschritten werden (Substanzschonung, Vitalerhaltung). Randspalten zwischen Pfeiler und Kronenrand sowie unphysiologische Konturen der Restauration begünstigen Sekundärkaries und Erkrankungen des Parodonts (vermehrte Plaqueanlagerung in mikroökologischen Nischen).

Innenpassung einer Krone, die mit einem additiven Verfahren gefertigt wurde (links) und einer mit einem subtraktiven Verfahren (rechts) gefertigten Krone. Dargestellt sind die Differenzen zwischen dem präparierten Zahnstumpf und der Innenfläche der Krone.

 
 Art der Präparation und Befestigung der Restaurationen

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