Was ist eigentlich Plaque? Welche Zahnbürste ist die beste? Wie benutzt man sie? Ist es egal, welche Zahnpasta man verwendet? Wozu Zahnseide? Kann man noch mehr tun? Schadet zuviel putzen? Gibt es wirklich Kaugummis, die Zähne pflegen?

Welche Rolle spielt die Ernährung wirklich? Wie entsteht eigentlich Karies? Gibt es eine "Pille" gegen schlechte Zähne? Sind schlechte Zähne erblich? Warum habe ich Zahnstein? Kann ich das verhindern? Kann ich auch "Parodontose" bekommen? Warum habe ich schlechtere Zähne als mein Nachbar - ich putze doch dauernd und esse nichts Süßes?

Bakterienrasen, die ständig auf den Zähnen wachsen, nennt man Plaque. Je mehr Nahrung man diesen Bakterien bietet, um so schneller wachsen sie und um so gefährlicher werden sie. Einige dieser Bakterien verursachen Karies, indem sie v.a. Zucker zu Säuren umsetzen, die dann dem Zahn Mineralien entziehen. Dort wo dieser Prozess besonders lange oder oft stattfindet, bildet sich ein "Loch im Zahn". Andere Bakterien führen zu Zahnfleischentzündungen (Gingivitis / Parodontitis), die Sie selbst kaum feststellen. Zahnfleischbluten ist ein erstes Anzeichen für diese Entzündungen, die im weiteren zu Knochenabbau und Zahnlockerungen bis hin zu Zahnverlust führen.

Um Karies und Parodontitis vorzubeugen, empfiehlt es sich, an mehreren Stellen gegen die beschriebenen Prozesse vorzugehen.

  • Durch geeignete Mundhygienemaßnahmen entfernt man die Plaque möglichst regelmäßig und vollständig, so dass sie sich immer wieder neu aufbauen muss. "Junge" Plaque ist weniger schädlich als "alte".
  • Die Ernährung spielt sowohl für die sogenannte Selbstreinigung der Zähne durch Kauen, als auch für das Nährstoffangebot für die Bakterien eine große Rolle. Weiche und klebrige Speisen sind ungünstig, bevorzugt wird "kauintensive" Kost – also z.B. Vollkornbrot statt Toast oder Rohkost statt weichgekochtem Gemüse. Über zuckerreiche Ernährung freuen sich auch Ihre Plaquebakterien!
  • Fluoride haben zum einen die Eigenschaft, die Qualität der Zahnoberfläche zu verbessern, zum anderen hemmen sie die Plaquebakterien. Andere Medikamente können im Bedarfsfall gezielt gegen Bakterien eingesetzt werden.

Sie haben einige Möglichkeiten, die Entstehung von Karies zu verhindern und gegen Zahnfleischentzündungen vorzugehen. Wir möchten Sie gerne dabei unterstützen. Dazu bieten wir Ihnen verschiedene Maßnahmen zur Individualprophylaxe an:

1. Termin: Wir stellen anhand bestimmter Kriterien fest, wie groß Ihr persönliches Risiko ist, Karies zu bekommen und inwieweit Sie an Gingivitis oder Parodontitis leiden. Dieser Termin wird vor allem auch dazu genutzt, Ihnen die für Sie beste Zahnputztechnik zu vermitteln und die Anwendung besonderer Hilfsmittel zu demonstrieren (Mundhygieneinstruktion). Eine professionelle Reinigung und Politur der Zähne schafft die Voraussetzung dafür, dass Sie mit Hilfe der neu erlernten Methoden Ihre Zähne von nun an selbst möglichst plaquefrei halten können.

2.+3. Termin: Wir kontrollieren den Erfolg Ihrer und unserer Bemühungen und vertiefen gegebenenfalls die Mundhygieneinstruktionen.

Um die Oberflächenqualität der polierten Zähne zu optimieren, behandeln wir sie zum Schluss jeder Sitzung mit einem Fluoridpräparat.

Sollten weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen nötig sein, wie z.B. die Versiegelung von Fissuren, die Bestimmung der Bakterien im Speichel oder die Anwendung antibakteriell wirksamer Medikamente, werden wir Sie darauf hinweisen.

Obwohl in vielen klinischen Studien gezeigt wurde, dass diese Individualprophylaxeprogramme wirkungsvoll sind, übernehmen die gesetzlichen Krankenversicherungen bisher nur die Kosten für Patienten bis zum vollendeten 17. Lebensjahr. Wer 18 Jahre oder älter ist und an unserem Individualprophylaxeprogramm teilnehmen möchte, wird die Kosten zunächst selbst übernehmen müssen. Für einen vollbezahnten Patienten entstehen beispielsweise Aufwendungen in Höhe von ca. 80 € pro Termin. Bedenkt man, dass dadurch weniger teure Restaurationen benötigt werden und vorhandene Restaurationen länger halten, ist dieses Geld sicher sinnvoll investiert.

Nähere Auskunft über unser Prophylaxe-Programm unter
Tel. (0731) 500-64110

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