Informationen für Studierende im 6. Semester Liebe Studierende, herzlichen Glückwunsch! Sie haben erfolgreich die erste Hälfte Ihres Zahnmedizinstudiums absolviert und diesen Erfolg mit dem Bestehen des Physikums gekrönt. Nach den Semesterferien geht es nun mit dem klinischen Abschnitt Ihres Studiums weiter. Hierzu im Folgenden einige Informationen, die Ihnen den Einstieg in die Klinik erleichtern sollen. Semestereröffnung Das Sommersemester 2010 beginnt am Montag, 19. April 2009. Alle klinischen Semester treffen sich um 8.15 Uhr zu einer Einführungsveranstaltung in Hörsaal 11. Dort kündigen die Lehrverantwortlichen ihre Lehrveranstaltungen an und Sie erhalten erste Informationen zum neuen Semester, speziell auch darüber, wann und wo die Einführungsvorlesungen für die einzelnen Kurse stattfinden werden. Es ist deshalb wichtig, dass Sie bei der Eröffnungsveranstaltung dabei sind. Um die Berechtigung zur Kursteilnahme am Phantomkurs der Zahnerhaltung nachweisen zu können, bringen Sie bitte am ersten Semestertag das Original der zahnärztlichen Vorprüfung sowie eine Immatrikulationsbescheinigung mit. Was erwartet Sie im ersten klinischen Semester? Im 6. Semester kommen einige neue Fächer auf Sie zu: In dem halbtägigen Phantomkurs der Zahnerhaltungskunde bereiten Sie sich auf die eigenhändige Behandlungstätigkeit am Patienten ab dem 7. Semester vor. Die Grundlagen der Zahnhartsubstanzlehre (Karies, nicht-kariöse Defekte), der Endodontologie (Erkrankungen des Pulpa-Dentinsystems und des Periapex) und der Parodontologie (Gingivitis, Parodontitis) werden in der Hauptvorlesung Zahnerhaltungskunde I vermittelt. Weiter erhalten Sie eine Einführung in die Zahnärztliche Chirurgie (z.B. Lokalanästhesie, Extraktionslehre) und erlernen zahnärztliche Röntgentechniken unter besonderer Berücksichtigung der Röntgenverordnung und des Strahlenschutzes, damit Sie in den später folgenden Behandlungskursen intraorale Zahnfilmaufnahmen anfertigen können. In dem Kurs der Kieferorthopädischen Technik und der begleitenden Vorlesung werden Sie mit den Grundlagen der Kieferorthopädie und den Konstruktionselementen kieferorthopädischer Apparaturen vertraut gemacht. In der Klinik und Poliklinik der Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten erhalten Sie anhand von Patientenfällen Einblick in die Erkrankungen und Verletzungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich. Diese Veranstaltung findet im Bundeswehrkrankenhaus (BWK) statt. Die Vorlesung Innere Medizin für Zahnmediziner bildet den Einstieg in den allgemeinmedizinischen Teil der Zahnmedizinerausbildung. Den Stundenplan für das kommende Semester finden Sie ab etwa zwei Wochen vor Semesterbeginn auf der Lernplattform "Moodle". Im Folgenden erhalten Sie einige Informationen über die Lehrveranstaltungen in den Fächern Zahnerhaltungskunde und Parodontologie. Phantomkurs der Zahnerhaltungskunde In diesem Kurs erlernen Sie alle Techniken, die - zur Durchführung von Prophylaxebehandlungen,
- zum Präparieren und Füllen von Kavitäten bei Versorgung mit direkten und
indirekten Restaurationen, - zur Durchführung von Wurzelkanalbehandlungen, und
- zur mechanischen Reinigung der Wurzeloberflächen im Rahmen der
Parodontitisbehandlung (im Wintersemester)
erforderlich sind. Sie werden also durch Ihre erfolgreiche Teilnahme am Phantomkurs der Zahnerhaltung in die Lage versetzt, ab dem 7. Semester zahnerhaltende Maßnahmen am Patienten eigenhändig durchzuführen. Der Phantomkurs der Zahnerhaltungskunde ist ein praktischer Intensivkurs. Die Übungen zur Kavitätenpräparation und zu den Füllungstechniken werden an Kunststoff-Modellzähnen (Frasaco) im Phantomkopf durchgeführt. Auf dem Programm stehen direkte Kompositrestaurationen im Front- und Seitenzahnbereich, Inlays und Teilkronen aus Gussmetall und adhäsiv befestigte zahnfarbene Inlays. (Komposit, Keramik) Für einige Übungen werden extrahierte Zähne benötigt Für einige Übungen, wie Fissurenversiegelungen, minimal invasive Erstversorgungen, und natürlich die Kariesexkavation, sind Frasaco-Zähne wenig oder gar nicht geeignet. Diese Übungen werden daher an extrahierten natürlichen Zähnen durchgeführt, ebenso wie das Aufbereiten und Abfüllen von Wurzelkanälen (Wurzelkanalbehandlung). Wichtig: Bitte sammeln Sie für diese Übungen extrahierte Zähne. Wenden Sie sich am besten an Zahnärzte oder Kieferchirurgen in Ihrer Umgebung. Diese werden Sie gerne beim Sammeln der Zähne unterstützen, wenn Sie Sammelgefäße in der Praxis vorbeibringen und regelmäßig wieder abholen. Die Sammelgefäße (z.B. PE-Flaschen mit Schraubverschluss) sollten zur Desinfektion der Zähne mit 1%iger Chloramin T-Lösung (erhältlich in der Apotheke) gefüllt sein. Die extrahierten Zähne für die einzelnen Übungen sollten gewisse Anforderungen erfüllen: Übung | Anforderungen an die natürlichen Zähne | Wurzelkanalbehandlung | Es werden sowohl ein- als auch mehrwurzelige Zähne benötigt. Die Zahnwurzeln müssen vollständig ausgebildet sein (abgeschlossenes Wurzelwachstum, kein offenes Foramen apicale). Die Zähne können entweder kariesfrei sein oder aber Kariesläsionen bzw. Füllungen aufweisen. | Fissurenversiegelung und minimal invasive Erstversorgung | Benötigt werden karies- und füllungsfreie Molaren. Es ist unerheblich, ob die Wurzeln dieser Zähne vollständig ausgebildet sind oder das Wurzelwachstum noch unvollständig ist. | Kariesexkavation | Hierfür werden Zähne mit mehr oder weniger fortgeschrittenen Kariesläsionen benötigt. Auch an Zähnen mit starkem Zerstörungsgrad kann das Exkavieren gut geübt werden. Der Stand des Wurzelwachstums ist bei den Zähnen für diese Übung ohne Bedeutung. | Weitere Informationen zum Ablauf des Phantomkurses gehen aus den Kursrichtlinien hervor. Vorlesungen Die theoretischen Grundlagen zu den im Phantomkurs geübten Techniken werden in der kursbegleitenden Vorlesung Einführung in die Zahnerhaltungskunde (3 SWS) vermittelt. Hauptvorlesung Zahnerhaltungskunde I Die Hauptvorlesung Zahnerhaltungskunde I gliedert sich in die Vorlesungen Kariologie/Endodontologie I und Parodontologie I (2 SWS). Während in den begleitenden Vorlesungen zum Phantomkurs praktische Aspekte im Vordergrund stehen, geht es in der Hauptvorlesung um die theoretischen Grundlagen: Wie entstehen Karies und Gingivitis? Welche Bakterien spielen eine Rolle? Wie und unter welchen Umständen geht eine Gingivitis in eine Parodontitis über? Wie verlaufen diese Erkrankungen? Wie kommt es zur Entzündung der Pulpa und wie können Erkrankungen der Pulpa auf das periapikale Gewebe übergreifen? Die Fortsetzung dieser Vorlesung (Zahnerhaltungskunde II) hören Sie im 7. Semester. Dort beginnen auch die kursbegleitenden Seminare Kario-Endo-Paro während der Integrierten Behandlungskurse vom 7. bis zum 10. Semester. Alle Lehrveranstaltungen in Zahnerhaltungskunde, Parodontologie und Kinderzahnheilkunde sind auf der Homepage der Abteilung Zahnerhaltungskunde und Parodontologie ausführlich beschrieben: -> Lehrveranstaltungen
Instrumentarium für den Phantomkurs Im Rahmen des Klinikumbaus ist geplant, in Zukunft den Studierenden das Instrumentarium für die Patientenbehandlung zur Verfügung zu stellen. Deshalb müssen Sie für die Kurse im 6. Semester, die ja nicht am Patienten stattfinden, nur ein (im Gegensatz zu bisher) stark reduziertes Instrumentarium kaufen. Dieses betrifft folgende Kurse: · Phantomkurs der Zahnerhaltungskunde · Kurs der Kieferorthopädischen Technik Die neue Instrumentenliste für diese beiden Kurse des 6. Semesters finden Sie auf der Lernplattform Moodle. Diese Liste habe ich auch an die Firma Pluradent (Kontakt: Frau Krettenauer, Pluradent-Klinikshop, Festpunkt M23) geschickt. Den Preis für den reduzierten Klinikkoffer erfahren Sie dort. Es bleibt jedem überlassen zu prüfen, wie sich der Preis im Vergleich zu einem gebrauchten Instrumentarium darstellt. Bitte beachten Sie, dass einige Teile des Klinikinstrumentariums nicht im Klinikkoffer enthalten sind, so zum Beispiel die Lupenbrille (à Optikfachhandel) und die meisten rotierenden Instrumente (à Komet-Bohrersätze). Darüber hinaus werden Sie rotierende Instrumente (Bohrer, Polierer etc.) für den Phantomkurs benötigen. An einer Liste für dieses im Umfang reduziete Instrumentarium wird zurzeit gearbeitet. Die fertige Liste wird an die Firma Komet weitergeleitet, die die Instrumentensätze zusammenstellen und am Semesterbeginn zum Verkauf in die Universität bringen wird. Es spricht nichts gegen den Erwerb eines gebrauchten Bohrersatzes. Es ist wichtig, dass Sie genau die in der Instrumentenliste angegebenen Instrumente zur Verfügung haben, denn diese sind exakt auf das Ulmer Ausbildungskonzept abgestimmt. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den klinischen Studienabschnitt und viel Erfolg im neuen Semester. Als Studiendekan Zahnmedizin stehe ich Ihnen bei Fragen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Prof. Dr. Bernd Haller |