Wenn man Kanülenstichverletzungen verhindert, ist dies die beste Vorbeugung vor beruflichen Infektionen mit Hepatitis B-, C-Virus und HIV (Aids).

Infobroschüre "Kanülenstichverletzungen sind vermeidbar"

Links

Nadelstichverletzungen: Artikel im Deutschen Ärzteblatt


Bundesverband der Unfallkassen:
www.unfallkassen.de


Unfallkasse Baden-Württemberg:
www.uk-bw.de


Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
www.bgw-online.de

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FAQs

Wer ist besonders gefährdet?

Jeder Arbeitnehmer, der Kontakt mit Kanülen, Braunülen, Lanzetten, Bohrern, Nadeln, scharfen Pinzetten oder Skalpellen hat, also Ärzte, Zahnärzte, Krankenschwestern, Arzthelferinnen, Hebammen, Putzfrauen, Bettenaufbereiter, Abfalltransporteure usw.


Wie häufig sind Nadelstichverletzungen?
Die amerikanische Arbeitsschutzbehörde (NIOSH) schätzt, dass es jedes Jahr etwa 600 000 bis 800 000 Nadelstichverletzungen gibt. Nur ein Teil davon wird als Unfall gemeldet. Eine solche Meldung an den Arbeitgeber und die Versicherung ist aber immer notwendig, damit adäquate Vorsorgemaßnahmen getroffen werden können.


Welche Arbeitsweisen sind mit einem besonders hohen Risiko für Nadelstichverletzungen verbunden?

  • Wiederaufsetzen der Schutzhülle auf gebrauchte Kanülen
  • Umschütten oder Umfüllen von Blut und Körperflüssigkeiten
  • Entsorgung von gebrauchten Kanülen auf Tabletts, Tisch, in Betten, Mülltüte o.ä.
  • Operationen

Wie kann man sich und andere vor Infektionen schützen?
Ein verantwortlicher Umgang mit spitzen oder scharfen Instrumenten, die mit Blut und Körperflüssigkeiten benetzt sind, sichert Leben und Gesundheit.


Was sollte man unbedingt tun?

  • Man sollte prüfen, ob Nadeln unbedingt verwendet werden müssen oder ob es sichere und effektive Alternativen hierzu gibt.
  • Arbeitgeber sollten besonders bei Umgang mit bekannt infektiösen Patienten oder Hochrisikopatienten Blutentnahmesysteme beschaffen, die höchstmögliche Sicherheit nach dem gegenwärtigen Stand der Technik bieten.
  • Arbeitnehmer sollten die angebotenen Sicherheitssysteme verwenden.
  • Die Schutzhülle darf nicht auf gebrauchte Nadeln und Skalpelle zurückgesetzt werden.
  • Vor Gebrauch von Nadeln, Skalpellen u.ä. sollte man sich ein sicheres Entsorgungssystem (durchstichsicheres Behältnis) bereitstellen.
  • Nach Gebrauch sollten Nadeln, Skalpelle u.ä. unmittelbar in solche durchstichsicheren Behältnisse entsorgt werden.
  • Durchstichsichere Behältnisse dürfen nicht gepresst werden, da sie dabei aufgehen und die Nadeln wieder frei werden.
  • Jede Nadelstichverletzung oder ähnliche Verletzung mit spitzen oder scharfen, mit Blut und Körperflüssigkeiten benetzten Instrumenten muss an den Arbeitgeber gemeldet und dokumentiert werden.
  • Jede Nadelstichverletzung muss prophylaktische Maßnahmen nach sich ziehen: z.B. geeignete Wundversorgung, Überprüfung des Impfstatus, ggf. aktive und/oder passive Immunisierung, medikamentöse HIV-Prophylaxe, Überprüfung des serologischen Status, serologische Nachkontrolle. Informationen über das optimale Vorgehen im Einzelfall können Sie unter http://www.rki.de finden.
  • Mit Blut und Körperflüssigkeiten benetzte Geräte und Instrumente müssen vor der Reinigung möglichst unter Verwendung automatischer Systeme desinfiziert werden.
  • Nur desinfizierte und gereinigte Geräte und Instrumente dürfen repariert werden.

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