
Literaturempfehlung Intensivpflege/Kinästhetik
(Rezension © 2003 Ronald Buge, Heidelberg) Aktuell erschienen:
Anna Maria Eisenschink
Heidi Bauder Missbach
Elisabeth Kirchner
Kinästhetische Mobilisation
Wie Pflegekräfte die Genesung unterstützen können – eine Studie am Universitätsklinikum Ulm
2003. 164 Seiten, 88 Abbildungen, 12 Tabellen,
17,3 x 24,5 cm, Hardcover
ISBN 3-87706-736-0
€ 24,90,- / sFr 42,-
In diesem Buch lesen Sie die spannende Geschichte einer fleißigen Forschungs-und Lernarbeit zweier Kinästhetiktrainerinnen und Pflegender einer herzchirurgischen Überwachungsstation. Es ist die erste, unter streng wissenschaftlicher Kontrolle durchgeführte, Forschungsarbeit zum Schulungsprogramm "Kinästhetik in der Pflege". Der Wert des Buches geht über die Dokumentation der Forschungsergebnisse hinaus. Vielmehr als die Ergebnisse zur eigentlichen Forschungsfrage (die übrigens offen bleibt), sind die Hintergrundgedanken von Heidi Bauder-Missbach (viv-arte Bewegungsschule) zur Atemunterstützung im Mobilisationsprozess und die Darstellung der vielen Lernprozesse durch die Autorinnen beispielgebend. Sie setzen Maßstäbe für das was "Pflegeforschung" sein könnte. Besonders für Pflegeteams, die sich schon einen Zugang zur kinästhetischen Arbeitsweise erschlossen haben, wird die Anschaffung dieses Buches empfohlen. Sicher enthält das Buch auch für erfahrene Intensivpflegekräfte die eine oder andere Neuigkeit oder Anregung. Wer sich mit dem Thema Atemunterstützung auf hohem Niveau befassen möchte, findet hier einen umfassenden und anspruchsvollen Zugang. Schließlich liegt der besondere Wert der Arbeit auch darin, dass hier erstmals deutlich gemacht wird, dass Kinästhetik keine Zauberformel ist um Illusionen zu erzeugen, sondern ein Konzept zum Lernen, dass aber unter den realen Praxisbedingungen auch Grenzen hat. Heidi Bauder-Missbach geht für gewöhnlich an die Grenze dieses Möglichen. Zusammen mit Elisabeth Kirchner hat sie jedoch die Fähigkeit, Pflegende dabei mitzureißen und zur "Lust im Frust" zu verführen. Es wird in den kommenden Jahren noch viel zu erforschen sein, was über Kinästhetik behauptet wird. Der erste Schritt wurde mit diesem Buch dargestellt.






