Newsletter Ausgabe Juli 2010
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wissenschaftliches Arbeiten stellt immer wieder ursprüngliche Erkenntnisse auf den Kopf. So gibt eine Langzeitstudie an Patienten mit Schilddrüsenkrebs Anlass dazu, die Nachsorge bei diesen Patienten auf den Prüfstand zu stellen. Ein international besetztes Team von Nuklearmedizinern, dem Prof. Dr. Markus Luster, Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Nuklearmedizin, angehört, wurde dafür mit dem BRAHMS-Forschungspreis für Schilddrüsenerkrankungen 2010 ausgezeichnet.
Klinikumsintern schreitet die erfolgreiche Zertifizierung unserer Organzentren weiter voran. Nach der Zertifizierung unseres Brust-, Darm- und Gynäkologischen Zentrums erhielt nun auch das Hauttumorzentrum das Gütesiegel nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und wurde nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert.
Des Weiteren freut sich das CCCU über die Berufung von drei neuen Kollegen an das Universitätsklinikum Ulm, die mit ihrer anerkannten Expertise die interdisziplinäre Versorgung und onkologische Forschung am CCCU weiterführen und fortentwickeln.
Prof. Dr. Mark Schrader ist als Spezialist für innovative minimalinvasive Chirurgie und Uroonkologie neuer Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie.
Prof. Dr. Harald Gündel, ausgewiesener Experte mit breiter Erfahrung, ist neuer Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Prof. Dr. Wolfgang Rottbauer, renommierter Kardiologe und erfahrener Spezialist im gesamten Spektrum der Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, ist neuer Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II.
Über die ersten Erfahrungen mit Meldungen an das Landeskrebsregister berichten wir in Punkt 5 dieses Newsletters.
Wir wünschen Ihnen noch einen schönen Sommer und verbleiben
mit besten Grüßen
Prof. Dr. H. Döhner, Sprecher des CCCU
Prof. Dr. P. Möller, Stv. Sprecher des CCCU
PD Dr. G. von Wichert, Sekretär des CCCU
Aktuelle Termine
Mi. 21.07.10, 18.00 – 20.15 Uhr, Seminarraum 2609/10; 28. Onkologisches Kolloquium:
Palliativmedizin – Eine Herausforderung für die Zukunft
Mi. 29.09.2010, 18.00 – 20.15 Uhr, Seminarraum 2609/10, 29. Onkologisches Kolloquium:
Aktuelle Diagnostik- u. Therapiemöglichkeiten bei myelodysplastischen und myeloproliferativen Syndromen
Mi. 20.10.2010, 18.00 – 20.15 Uhr, Seminarraum 2609/10, 30. Onkologisches Kolloquium: Integration moderner medikamentöser Therapien in multimodale Behandlungskonszepte beim NSCLS
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BRAHMS-Forschungspreis für Schilddrüsenerkrankungen 2010
(Pressebericht Universitätsklinikum Ulm)
Brahms-Preis für Nuklearmediziner Prof. Dr. Markus Luster
Patienten, die an Schilddrüsenkrebs erkrankt waren, haben nach einer erfolgreichen Behandlung unabhängig von der ursprünglich gestellten Prognose das gleiche Risiko für das erneute Auftreten der Erkrankung. Das hat ein Team von Nuklearmedizinern in einer Langzeitstudie herausgefunden. Für ihre Publikation erhielt das Team von Wissenschaftlern aus Würzburg, Ulm, Utrecht (NL), Leiden (NL) und Jersey City (USA) auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin in Leipzig den mit 12.750 Euro dotierten Brahms-Forschungspreis für Schilddrüsenerkrankungen 2010.
Ursprüngliches Risikoprofil ohne Auswirkung
Rund 5.500 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr neu an Schilddrüsenkrebs. Wenn eine solche Diagnose bei einem Patienten gestellt wird, erarbeiten die Ärzte ein genaues Risikoprofil, das z. B. die Tumorgröße oder die Anzahl von Metastasen einbezieht. Dieses Profil bestimmt mit, welche Therapie für den Patienten am sinnvollsten ist. „Unsere Studie hat nun gezeigt, dass das ursprünglich erstellte Risikoprofil nach einer erfolgreichen Behandlung keine Auswirkungen mehr hat“, erklärt Dr. Frederik A. Verburg, Assistenzarzt an der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg als Erstautor der Studie. „Für das Risiko, erneut an Schilddrüsenkrebs zu erkranken, spielt es unserer Studie zufolge keine Rolle, ob der Patient beispielsweise einen großen oder kleinen Tumor hatte“, ergänzt Prof. Dr. Markus Luster, Leitender Oberarzt der Universitätsklinik für Nuklearmedizin in Ulm, als Seniorautor der Studie.
Nachsorge auf den Prüfstand stellen
Das Team von Wissenschaftlern untersuchte auf Grundlage einer Datenbank im Rückblick die Krankheitsgeschichten von 509 Patienten mit Schilddrüsenkrebs über einen Zeitraum von bis zu 25 Jahren. Durch den langen Zeitrahmen konnten sie bei Patienten mit ursprünglich unterschiedlichen Risikoprofilen die langfristige Entwicklung vom Zeitpunkt der Heilung ab verfolgen. „Die Studie gibt Anlass dazu, die Nachsorge bei Patienten mit Schilddrüsenkrebs auf den Prüfstand zu stellen, die sich bisher am ursprünglichen Risikoprofil orientiert - das nach unserer Studie aber keine Auswirkungen mehr hat“, resümiert Professor Luster. „Die Nachsorge sollte sich eher an den Ergebnissen der Krebsbehandlung als am Risikoprofil orientieren“, folgert Dr. Verburg. Für Patienten mit einem ursprünglich hohen Risikoprofil könnten die Ergebnisse Grund zum Aufatmen sein.
Der Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Nuklearmedizin für ausgezeichnete wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Schilddrüsenerkrankungen vergeben. Namenspatron ist die BRAHMS-Aktiengesellschaft als Preisgeldsponsor. Die ausgezeichnete Arbeit ist im European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging erschienen (DOI: 10.1007/s00259-009-1315-6).
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Zertifizierung des Hauttumorzentrums
(Pressebericht Universitätsklinikum Ulm)
Hauttumorzentrum erhält Gütesiegel
Hauttumoren leitliniengerecht, fächerübergreifend nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu behandeln, ist Ziel des im Herbst 2009 gegründeten Ulmer Hauttumorzentrums, das jetzt als Gütesiegel nach den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft und DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert wurde.
Interdisziplinarität gehört zum Konzept
Das Gütesiegel, das bisher nur 22 Hauttumorzentren in Deutschland erhalten haben, gewährleistet für Hautkrebspatienten leitliniengerechte Diagnostik und Therapie. „Unsere dermatoonkologischen Oberärzte PD Dr. med. Margit Huber und PD Dr. med. Lars Alexander Schneider haben spezielle Zusatzausbildungen und langjährige Erfahrung in der chirurgischen und medikamentösen Hauttumorbehandlung, speziell geschulte Onkologiepflegekräfte kennen die Bedürfnisse von Hautkrebspatienten“, erläutert Prof. Dr. Karin Scharffetter-Kochanek, Ärztliche Leiterin des Hauttumorzentrums und Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie. „Unter dem Dach des Integrativen Tumorzentrums, des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU), arbeiten wir eng mit anderen Fächern wie z. B. der Chirurgie, der Inneren Medizin oder der Strahlentherapie zusammen.“
Diagnostik ist entscheidend
Entscheidend ist bei Hauttumoren eine ausgefeilte Diagnostik, die im Hauttumorzentrum z. B. durch die hoch feingewebliche Untersuchung von Gewebeproben in der Dermatologie, eine computergestützte Fotodokumentation sowie eine detaillierte Ausbreitungsdiagnostik – letztere in Zusammenarbeit mit der Radiologie, der Nuklearmedizin und weiteren Spezialdisziplinen – gewährleistet werden. Für alle Patienten, bei denen innovative Therapieformen in Frage kommen, bietet das Zentrum die Behandlung innerhalb von klinischen Studien an.
Ausgefeiltes Qualitätsmanagement
Um Patienten Behandlung und Nachsorge aus einem Guss anbieten zu können, arbeitet das Hauttumorzentrum eng mit niedergelassenen Ärzten zusammen und kümmert sich in Zusammenarbeit mit dem Sozialen Beratungsdienst, der Brückenpflege und dem psychosomatischen Konsildienst des Klinikums um die sozialen und psychologischen Belange der Krebspatienten. In Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen für Ärzte und Patienten vermitteln die Spezialisten des Hauttumorzentrums ihre Kenntnisse weiter. Das Qualitätsmanagement steuert alle diese Prozesse. Dr. medic. Julia Ferencz, die Qualitätsmanagementbeauftragte des Hauttumorzentrums, überwacht sie. „Unser Klinikteam freut sich sehr, dass wir durch und für unsere Arbeit das Gütesiegel der Fachgesellschaft erhalten haben. Durch die demographische Entwicklung und ein sonneorientiertes Freizeitverhalten nehmen Hautkrebserkrankungen weiter zu, wir müssen die Vorbeugung und die Behandlung weiter verbessern“, so die Ärztliche Leiterin des Zentrums.
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Das CCCU begrüßt drei neue Professoren
(Pressebericht Universitätsklinikum Ulm)
Prof. Dr. Mark Schrader - Ärztlicher Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie
Prof. Dr. Mark Schrader, ausgewiesener Spezialist für innovative minimalinvasive Chirurgie und Uroonkologie mit weitgefächerter Erfahrung in der Bandbreite des gesamten Faches wird die weltweit anerkannte Expertise der Ulmer Urologie weiterführen und fortentwickeln. Der 43-Jährige war bisher stellvertretender Klinikdirektor der Urologischen Klinik und Hochschulambulanz der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Professor Schrader übernimmt sein neues Amt von Prof. Dr. Dr. h.c. Richard Hautmann, der in den Ruhestand gegangen ist.
OP-Robotersysteme für präzisere Eingriffe
Die operative Zukunft der Urologie sieht Professor Schrader in der Weiterentwicklung der minimalinvasiven Chirurgie. „Neue Techniken ermöglichen uns, bei rekonstruktiven und ablativen Eingriffen noch präziser zu arbeiten. Die Laparoskopie liefert uns bisher einen zweidimensionalen Blick, neue OP-Robotersysteme bieten uns ein dreidimensionales Bild und statten unsere Eingriffsgeräte mit mehr Bewegungsmöglichkeiten aus“, erläutert der neue Ärztliche Direktor. Dies betrifft zum Beispiel die sogenannte Neoblase, die als Ersatz einer krebskranken Blase während der Operation aus einem Stück Dünndarm des Patienten genäht wird. Dieses Verfahren wurde in Ulm von Professor Hautmann entwickelt und findet heute weltweit Anwendung. „Wir wollen das weltweit anerkannte Zentrum für den kontinenten Harnblasenersatz in Ulm mit der großen Expertise der hiesigen Ärzte durch Innovation fortentwickeln“, so Schrader. Dazu sind die Einführung der Robotertechnik sowie die Neupositionierung in der Forschung geplant.
Schwerpunkt Krebsmedizin
Die Weiterentwicklung der Krebsmedizin stellt insgesamt einen Schwerpunkt der Ulmer Urologie unter neuer Leitung dar. „Zusammen mit dem integrativen Tumorzentrum CCCU und den niedergelassenen Urologen der Region wollen wir ein zertifiziertes Prostatazentrum einrichten, das Patienten die beste Behandlung auf aktuellem wissenschaftlichen Stand sichert“, erläutert Professor Schrader, der an den kürzlich erschienenen S3-Leitlinien zum Prostatakarzinom sowie den S2-Leitlinien zu Keimzelltumoren mitgearbeitet hat. Professor Schrader bringt zudem aus der Charité weitreichende Erfahrung in der Nierentransplantation mit nach Ulm. Auch hier sieht er in minimalinvasiven Verfahren, die beispielsweise Nierenexplantationen mittels Schlüssellochtechnik ermöglichen, zukunftsweisende Perspektiven.
Prof. Gündel - Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
Prof. Dr. Harald Gündel, ausgewiesener Experte mit breiter Erfahrung, leitete bisher die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie der Medizinischen Hochschule Hannover. Professor Gündel übernahm am 1. März 2010 die Nachfolge von Prof. Dr. Horst Kächele, der in den Ruhestand gegangen ist.
Exzellente fachliche Tradition
Ist der Körper krank oder die Seele? Das „oder“ in dieser Frage würde Professor Gündel sofort streichen – sein Fach, die Psychosomatik, beschäftigt sich mit der Verschränkung von körperlichen und seelischen Erkrankungen. „Seelische Leiden, wie Konflikte im Privatleben oder am Arbeitsplatz, können auch organische Störungen auslösen oder verstärken. Auf der anderen Seite kann eine psychosomatische Behandlung nicht nur psychische, sondern auch organische, gerade sog. stressassoziierte Störungen lindern und einer Chronifizierung vorbeugen. Außerdem hilft es vielen Patienten mit schweren körperlichen Erkrankungen, z.B. Krebs, im Rahmen einer umfassenden Therapie auch seelische Unterstützung zu erhalten.“, erläutert der neue Ärztliche Direktor, der die exzellente fachliche Tradition der Ulmer Psychosomatik weiterführen will.
Enge Zusammenarbeit mit anderen Fächern
Im Rahmen einer Multicenterstudie konnte beispielsweise gezeigt werden, dass Patienten mit chronischen Schmerzen dank einer zeitlich begrenzten Psychotherapie eine bessere Lebensqualität erreichen. „Wir wollen die Heilungschancen und die Lebensqualität der Patienten verbessern, indem wir alle Faktoren, körperliche wie seelische einbeziehen“, betont der 46-Jährige, dessen Ziel daher die enge Anbindung an die Kliniken ist. Im geplanten Neubau einer Psychosomatischen Klinik auf dem Oberen Eselsberg in unmittelbarer Nachbarschaft zur Inneren Medizin und ab 2012 zur neuen Chirurgie sieht Gündel dafür die besten Voraussetzungen. Der neue Direktor plant zudem, in seinem Bereich die stationäre und tagesklinische Betreuung stärker zu verzahnen: In einem integrierten Setting, so der Fachbegriff, kümmern sich die gleichen Ärzte und Therapeuten um Patienten, die nach einem stationären Aufenthalt noch weiter die Tagesklinik besuchen. Besonders wichtig ist ihm dabei die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kollegen.
Prof. Dr. Wolfgang Rottbauer - Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin II
Der renommierte Kardiologe, der zuletzt als stellvertretender Ärztlicher Direktor der Medizinischen Klinik III am Universitäts-klinikum Heidelberg tätig war, verfügt über große Erfahrung im gesamten Spektrum der Kardiologie, Angiologie und Pneumologie. Professor Rottbauer ist ausgewiesener Spezialist u. a. in der Notfallversorgung von Herzpatienten und bei innovativen Verfahren der interventionellen Kardiologie und Angiologie. Er hat zum 1. April 2010 die Nachfolge von Prof. Dr. Vinzenz Hombach angetreten, der in den Ruhestand gegangen ist.
Notfallversorgung für Patienten mit Brustschmerzen verbessern
Als Leiter der kardiologischen und pneumologischen Intensivstationen sowie der Herzkatheterlabore hat er in Heidelberg jahrelang Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit schweren Herzinfarkten, Lungenembolien oder Schockzuständen gesammelt. „Wir werden die Notfallversorgung von Patienten mit Brustschmerzen in der Region Ulm weiter verbessern und im Zentrum für Innere Medizin eine sogenannte Chest Pain Unit einrichten, die in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken und niedergelassenen Kollegen ein Herzinfarktnetz koordinieren wird“, blickt Rottbauer in die Zukunft.
Neben der Notfallversorgung will der neue Ärztliche Direktor mit seinem Ulmer Team auch katheterinterventionelle Verfahren der Kardiologie und Rhythmologie in der Region erheblich weiterentwickeln. Dazu gehört beispielsweise der minimal-invasive Einsatz von Herzklappen. „Zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen werden wir zukünftig mehr und mehr auf modernste Navigationssysteme angewiesen sein, um mittels Robotertechnik die häufig lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen unserer Patienten zu heilen.“ Auch dem Einsatz neuartiger Herzschrittmachersysteme, misst Prof. Rottbauer zukünftig eine wichtige Bedeutung bei. „Diese Innovationen können nur in großen Herzzentren, begleitet von experimenteller und klinischer Forschung, weiterentwickelt und den Patienten frühzeitig zugänglich gemacht werden.“
Fächer- und institutionenübergreifende Zusammenarbeit
"Entscheidend für eine optimale Versorgung von Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf höchstem Niveau ist heute zum einen die fächerübergreifende Zusammenarbeit von Spezialisten innerhalb des Klinikums, zum anderen eine intensivierte Einbindung niedergelassener Ärzte und umliegender Krankenhäuser der Gesundheitsregion Ulm. Parallel sollte der Wissenstransfer zwischen Kliniken und universitären Grundlageninstituten weiter verstärkt werden, um den frühzeitigen Einzug grundlagenwissenschaftler Erkenntnisse in die Patientenversorgung zu gewährleisten. Diese Zusammenarbeit wollen wir zukünftig erheblich verstärken und in einem Herzzentrum koordinieren, um so Patienten in der Region Ulm modernste Herz-Kreislauf-Medizin aus einer Hand anbieten zu können“, erläutert Professor Rottbauer.
mehr Infos: www.uniklinik-ulm.de → Presseinformationen
Frühjahrstagung der AG Klinische Krebsregister in Ulm
(Bericht von Walter Voigt, Leiter des Klinischen Krebsregisters am CCCU)
Die Frühjahrstagung der ATO-Arbeitsgruppe Klinische Krebsregister fand am 20. April 2010 im CCCU statt. 53 Teilnehmer/innen kamen nach Ulm, um sich unter anderem über erste Erfahrungen mit Meldungen an das Landeskrebsregister auszutauschen.
Meldestand
Typ | Abgeschlossen | In Bearbeitung | Abgelehnt | Gesamt |
Diagnosemeldung | 9.093 | 9.513 | 7.221 | 25.827 |
Therapiemeldung | 9.780 | 13.975 | 4.684 | 28.439 |
Verlaufsmeldung | 2.686 | 7.101 | 7.373 | 17.160 |
Abschließende Verlaufsmeldungen | 446 | 843 | 457 | 1.746 |
Gesamt | 22.005 | 31.432 | 19.735 | 73.172 |
Die Tabelle zeigt eine Zusammenfassung der gemeldeten Zahlen aus dem Landeskrebsregister. Mit 3.757 abgeschlossenen Meldungen lag Ulm an der Spitze der Melder.
Die hohe Zahl der abgelehnten Meldungen resultiert in erster Linie aus Fehlern in den Patientenstammdaten. Hier kann jedoch eine EDV-technische Lösung gefunden werden.
Patienteninformation
In Ulm werden die Patienten über das Klinische Krebsregister des CCCU schriftlich über das Widerspruchsrecht aufgeklärt. Es gab im Jahr 2009 12 Widersprüche bei 2.300 gemeldeten Patienten. Das Sozialministerium überlässt den Einrichtungen die Art der Durchführung, da diese durch die internen Arbeitsabläufe und Organisation bestimmt wird.
Am Schluss der Veranstaltung führte Walter Voigt die Teilnehmer durch die Räume des CCCU und demonstrierte die Softwaresysteme ULTIMA und CREDOS.
Das Klinische Krebsregister hat die Aufgabe, alle am Universitätsklinikum Ulm diagnostizierten und behandelten Tumorpatienten möglichst vollzählig dokumentieren, unabhängig davon, wo der Patient wohnt. Die aktuell 11 Mitarbeiter/innen erfassen einen Minimaldatensatz zu Diagnose, Krankheitsverlauf und Therapie. Seit dem 1.7.2000 wird mit dem Tumordokumentationssystem CREDOS dokumentiert.
Das Programm CREDOS Version 3.1 (Cancer Retrieval Evaluation and DOcumentation System) ist eine Eigenentwicklung, das in einer SAP/R3 Umgebung in i.s.h*med realisiert wurde. CREDOS beinhaltet die beiden Softwarekomponenten CREDOS-B Basisversion (ehemals CREDOS 2) und CREDOS-S Spezialversion. CREDOS-B beinhaltet die Erfassung eines Minimaldatensatzes zu Diagnose, Verlauf und Therapie maligner Erkrankungen. CREDOS-S beinhaltet die Möglichkeit, die Basisdokumente durch Spezialdokumente zu erweitern. Beide Komponenten stehen auf allen Stations-PC’s zur Verfügung.
Außerdem haben Ärzte des Universitätsklinikums Ulm über das Intranet Zugang zum Ulmer Tumorboard Informations Management System „ULTIMA“ und können dort Patienten direkt zum Tumorboard anmelden.
mehr Infos: www.ccc-ulm.de → Klinisches Krebsregister
Weiterbildung 2011: Pflege in der Onkologie
Bereits seit mehr als zehn Jahren bietet die Innerbetriebliche Fort- und Weiterbildung (IBFW) des Universitätsklinikums Ulm die 2-jährige berufsbegleitende Weiterbildung „Pflege in der Onkologie“ an und gehört damit zu den Vorreitern in der deutschen Kliniklandschaft. Die Nachfrage und die Anzahl der Teilnehmer, insbesondere auch aus anderen Kliniken, haben sich dabei in den vergangenen Jahren deutlich erhöht.
In welcher Weise profitieren Krebskranke von diesem anspruchsvollen Weiterbildungskonzept? Eine onkologische Pflege auf höchstem fachlichem Niveau kann Patienten befähigen, gesundheitliche und psycho-soziale Veränderungen nicht nur besser zu bewältigen, sondern auch weiterhin ein lebenswertes und selbstbestimmtes Leben zu führen.
Zielgruppe der Weiterbildung sind Gesundheits- und (Kinder-)Krankenpfleger/-innen in onkologischen Bereichen mit 2 Jahren Berufserfahrung. Der neue Kurs beginnt am 1. Dezember 2011. Die Teilnehmerzahl ist auf 16 begrenzt. Die Gebühren betragen 6.240 Euro.
Eine Informationsveranstaltung wird am 12. Juli 2011 angeboten. Anmeldeschluss ist der 31. Juli 2011.
Die Weiterbildung wird geleitet von Rosemarie Rau, Lehrerin für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm, IBFW.
mehr Infos: www.uniklinik-ulm.de → Zentrale Einrichtungen → Pflegedienst → Weiterbildungen → Onkologie
Neue onkologische Therapiestudien
Neue Studien in der Onkologie
Glioblastom
A phase II, randomized, open-label, multi-centre study of weekly, APG 101 + reirradiation versus reirradiation in the treatment of patients with first or second progression of glioblastoma
Magen, Ösophagus
Randomisierte, placebokontrollierte klinische Studie zum Einsatz von Sunitinib bei Patienten mit fortgeschrittenem Magen- oder Ösophagus Karzinom und Chemotherapie FOLFIRI. SUN-CASE
NSCLC
INSPIRE-IMCL CP11 0805: A randomized, multicenter, open-label phase 3 study of pemetrexed-cisplatin chemotherapy plus IMC-11F8 versus pemetrexed-cisplatin chemotherapy alone in the fitst-line treatment of patients with nonsquamous stage IIIb or IV non-small cell lung cancer
SQUIRE_IMCL CP 11 0806: A randomized multicenter, open-label phase 3 study of gemcitabine-cisplatin chemotherapy plus IMC-11F8 versus gemcitabine-cisplatin chemotherapy alone in the first-line treatment of patients with squamous stage IIIB or IV non-small cell lung cancer
BT-CI-PGG-LCA0821 Biothera: A Phase II, randomized, efficacy and safety study of Imprime PGG Injection in Combination with Bevacizumab and Concomitant Paclitaxe and Carboplatin. Therapy in patients with previously untreated advanced (Stage IIIB or IV)
Identifizierung und Charakerisierung tumor-assoziierter Antigene beim nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom zur Entwicklung einer spezifischen Immuntherapie
Prostata
A Randomized Double-Blind Phase 3 Trial Comparing Docetaxel Combined with Dasatinib to Docetaxel Combined with Placebo in Castration-Resistant Prostate Cancer. CA180-227
Seminom
Nationale Seminom-Reisterstudie: Erfassung der Versorgung und der Therapiesicherheit bei Standardtherapie im klinischen Stadium I des Seminoms. NSR-Studie
Urothelkarzinom
Phase II multi-center, non-randomized, open-label study of TKI258 in previously treated relapsed and refractory patients with either FGFR3 mutated or FGFR3 wild type advanced urothelial carcinoma. - TKI258
CUP
Open-labeled, randomized multi-center phase II study evaluating the efficacy and safety of Paclitaxel/Carboplatin with and without Cetuximab as first-line treatment of adeno- and undifferentiated carcinoma of unknown primary (CUP).
Entitätenübergreifend
Nicht-interventionelle Studie zur Erfassung der Lebensqualität bei Patienten mit metastasiertem Mammakarzinom, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom, metastasiertem hormonrefraktären Prostatakarzinom, metastasiertem Adenokarzinom des Magens oder lokal fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom im Kop-Halsbereich, die eine Docetaxel-haltige Chemotherapie erhalten. DOCET_L_03444
Neue Studien in der Hämatologie
AML
Phase III Studie zu Chemotherapie in Kombination mit All-Trans-Retinsäure (ATRA) mit oder ohne Gemtuzumab Ozogamicin bei Patienten mit Akuter Myeloischer Leukämie (AML) und Mutation im Nucleophosmin 1 (NPM1) Gen (AMLSG 09-09)
A phase I study to evaluate the safety and clinical activity of WT1-A10 + AS01B Antigen-Specific Cancer Immonotherapeutic in adult patients with WT1-positive acute myeloid leukemia in partial remission or complete remission with incomplete blood count recovery post-induction therapy. WT1-AS01B-AML-002
A phase 2 open-label, AC220 monotherapy efficacy study (ACE) study in patients with acute myeloid leukemia (AML) with FLT3-ITD activating mutations
CLL
An open-label, multi-center, three arm randomized, phase III study to compare the efficiacy and safety of RO5072759 + chlorambucil (GCIb), rituximab + chlorambucil (RCIb) or chlorambucil (Clb) alone in previously untreated CLL patients with comorbidities
Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte parallelgruppenstudie der Phase 3 über die Wirksamkeit und Sicherheit von Lenalidomid (Revlimid) als Erhaltungstherapie bei Patienten mit einer chronisch-lymphatischen B-Zellen-Leukäumie nach Second-line-Therapie (Die Continuum-Studie)
CML
A Phase IIIb, multicentre, open-label study of nilotinib in adult patients with newly diagnosed Philadelphia chromosome and/or BCR-ABL positive CML in chronic phase
Multiples Myelom
A multicenter, randomized, double-blind, placebo controlled phase III study of panobinostat in combination with bortezomib and dexamethasone in patients with relapsed multiple myeloma (CLBH589D2308)
The combination of Lenalidomide and Dexamethasone with or without intensification by high-dose Melphalan in the treatment of multiple myeloma DSMM XIII
An open, randomized clinical phase I/II trial to investigate maximum tolerated dose, efficacy and safety of lenalidomide / low-dose dexamethasone in combination with continuous oral cyclophoshamide compared to lenalidomide / low-dose dexamethasone combined with single cyclophoshamide doses IV in patients with relapsed/refractory multiple myeloma. RV-MM-DSMM-0279, MM_LEN_DEX_CY
Morbus Hodgkin
HD16 für frühe Stadien Therapieoptimierungsstudie in der Primärtherapie des frühen Hodgkin Lymphoms: Therapiestratifizierung mittels FDG-PET.
Phase I Dosisfindungsstudie mit Lenalidomid (Revlimid) in Kombination mit AVD bei älteren Patienten in mittleren und fortgeschrittenen Stadien. AVD-Rev
MDS
Clinical phase II study for determination of efficacy and tolerability of the combination of valproic acid and lenalidomide in the treatment of MDS patients with favorable risk profile
Multizentrische, einarmige, offene Phase II Studie zur Erfassung der Sicherheit und Feststellung von Progressions-Markern einer Monotherapie mit Lenalidomid (Revlimid) bei Patienten mit MDS (IPSS low oder intermediate-1) und einer isolierten Deletion 5q (Del(5q)) (LE-MON-5)
sAML/MDS
A Phase I/II Study of Eltrombopag in Thrombocytopenic Subjects with Advanced Myelodasplastic Syndrome (MDS) or secondary Acute Myeloid Leukemia after MDS (sAML/MDS). PMA 112509
Alle klinisch onkologische Studien: www.ccc-ulm.de → Für Mediziner → Klinische Studien
Neue Forschungsergebnisse/Ausgewählte Publikationen
Klinik für Innere Medizin III
Bethge W A, Lange T, Meisner C, von Harsdorf S, Bornhaeuser M, Federmann B, Stadler M, Uharek L, Stelljes M, Knop S, Wulf G, Trenschel R, Vucinic V, Dittmann H, Faul C, Vogel W, Kanz L, Bunjes D (prepublihed 07.06.2010) : Radioimmunotherapy with yttrium-90-ibritumomab tiuxetan as part of a reduced intensity conditioning regimen for allogeneic hematopoietic cell transplantation in patients with advanced non-Hodgkin lymphoma: results of a phase II study. Blood. 2010 Jun 7. [Epub ahead of print]
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Corbacioglu A,* Scholl C,* Schlenk RF, Eiwen K, Du J, Bullinger L, Fröhling S, Wattad M, Rummel M, Derigs HG, Nachbaur D, Krauter J, Ganser A, Döhner H, Döhner K : Prognostic impact of minimal residual disease in CBFB-MYH11-positive acute myeloid leukemia. J Clin Oncol, in press. *Equal contribution
Damm F, Heuser M, Morgan M, Yun H, Großhennig A, Göhring G, Schlegelberger B, Döhner K, Ottmann O, Lübbert M, Heit W, Kanz L, Schlimok G, Raghavachar A, Fiedler W, Kirchner H, Döhner H, Heil G, Ganser A, Krauter J : A single nucleotide polymorphism in the mutational hotspot of WT1 predicts a favourable outcome in cytogenetically normal acute myeloid leukemia patients. J Clin Oncol. 2010; 28:578-585
Deneberg S, Grövdal M, Karimi M, Jansson M, Nahi H, Corbacioglu A, Gaidzik V, Döhner K, Paul C, Ekström TJ, Hellström-Lindberg E, Lehmann S : Gene-specific and global methylation patterns predict outcome in patients with acute myeloid leukemia. Leukemia. 2010 May; 24(5):932-41. Epub 2010 Mar 18
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Fei F, Yu Y, Schmitt A, Rojewski M, Chen B, Greiner J, Gotz M, Bunjes D, Schmitt M : Effects of nilotinib on regulatory T cells: the dose matters. Mol Cancer 2010
Gale RP, Barosi G , Barbui T, Cervantes F, Dohner K, Dupriez B, Gupta V, Harrison C, Hoffman R, Kiladjian J-J, Mesa R, Mc Mullin MF, Passamonte F, Ribrag V Roboz G, Saglio G, Vannucchi A, Verstovsek S : What Are RBC-Transfusion-Dependence and –Independence? Leuk Res, (in press)
Greiner J, Küfer R, Reske SN, Martin V, Döhner H, Ringhoffer M : Metronomic treatment with low-dose trofosfamide leads to a long-term remission in a patient with docetaxel-refractory advanced metastatic prostate cancer. Case Reports in Medicine 2010. [in press]
Gribov A, Sill M, Lück S, Rücker FG, Döhner K, Bullinger L, Benner A, Unwin A. Seurat : Visual analytics for the integrated analysis of microarray data. BMC Medical Genomics. 2010; 3:21
Gröschel S*, Lugthart S*, Schlenk RF, Valk PJM, Eiwen K, Goudswaard C, van Putten WJL, Kayser S, Verdonck LF, Lübbert M, Ossenkoppele GJ, Germing U, Schmidt-Wolf I, Schlegelberger B, Krauter J, Ganser A, Döhner H, Löwenberg B, Döhner K*, Delwel R* : High EVI1 Expression Predicts Outcome in Younger Adult Patients with Acute Myeloid Leukemia and Is Associated with Distinct Cytogenetic Abnormalities J Clin Oncol. 2010; 28:2101-2107*equal contribution
Gupta V, Tallman M S, He W, Logan B R, Copelan E, Gale R P, Khoury H J, Klumpp T, Koreth J, Lazarus H M, Marks D I, Martino R, Rizzieri D A, Rowe J M, Sabloff M, Waller E, Dipersio J F, Bunjes D, Weisdorf D J : Comparable survival after HLA-well-matched unrelated or matched sibling donor transplantation for acute myeloid leukemia in first remission with unfavorable cytogenetics at diagnosis. Blood 2010 (prebulished 10.06.2010)
Hofmann S, Greiner J : Immunogenic antigens as therapeutic targets against myeloid leukaemic cells. Leuk Res 2010 review [Epub ahead of print]
Kletting P, Kull T, Bunjes D, Mahren B, Luster M, Reske S N, Glatting G : Radioimmunotherapy with anti-CD66 antibody: improving the biodistribution using a physiologically based pharmacokinetic model. J Nucl Med 2010
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