Pädiatrische Tumore, Lymphome, Leukämien

Termin und Ort:

Solide Tumoren: wöchentlich, mittwochs 13:00 Uhr, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Besprechungsraum der Radiologie, Michelsberg, Eythstr. 24, Ulm

Leukämien, hämatologische Erkrankungen, KMT: zweiwöchentlich, donnerstags 14:30 Uhr, Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Kursraum 2, Kliniken am Michelsberg, Eythstr. 24, Ulm


Ansprechpartner:

Frau Dr. C. Frisch

Ärztliche Referentin des CCCU


Weitere Informationen:

Seit den 70‘er Jahren existiert die Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Leukämie-Forschung und -Behandlung im Kindesalter (DAL)" sowie die "Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie (GPO)" die zum Ziel hatten, die Tumorkrankheiten im Kindesalter zu erforschen und gemeinsam zu behandeln. GPO und DAL tagten seitdem gemeinsam. Ihre wichtigsten Projekte sind die Durchführung von multizentrischen Therapiestudien, deren Überwachung, Auswertung und kontinuierliche Aktualisierung. Beide Arbeitsgruppen wurden 1991 zur "Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH)" vereinigt.                            

In Deutschland werden derzeit über 90 % der an Krebs erkrankten Kinder und Jugendlichen in 23 aktiven Therapiestudien eingeschlossen und einheitlich behandelt. Nach Angaben des Deutschen Kinderkrebsregisters liegt der relative Anteil von Studienpatienten je nach Diagnose zwischen 92 % und 100 %. Der hohe Anteil der in Therapiestudien erfassten und dokumentierten Patienten hat in Deutschland im internationalen Vergleich eine herausragende Stellung in der Qualität von klinischer Krebsforschung und Krebsbehandlung im Kindes- und Jugendalter geschaffen. Die Spitzenstellung geht zurück auf die Behandlungslogistik in der pädiatrischen Onkologie und die weitgehende Konzentrierung der Behandlung auf spezialisierte Zentren. So werden etwa 75 % der krebskranken Kinder und Jugendlichen an den 30 größten Zentren in Deutschland behandelt.

In der Abteilung für pädiatrische Onkologie der Universitätskinderklinik Ulm werden alle Kinder nach diesen Therapieoptimierungsstudien behandelt. Ein enger Kontakt mit den Studienzentralen gewährleistet eine optimale Versorgung. Neben den Studienzentralen unterstützen uns nationale Referenzzentren, die unter anderem in die Planung der Strahlentherapie, die chirurgische Versorgung und die molekulare Diagnostik mit einbezogen werden.

Diese Vorgehensweise hat zu den in den letzten Jahrzehnten einzigartigen Therapieerfolgen der pädiatrischen Onkologie beigetragen und ist wesentlich für die auf über 70% gesteigerte Heilungsrate bei Kindern mit onkologischen Erkrankungen verantwortlich.

Darüber hinaus konnten in den letzten Jahrzehnten die gefürchteten Nebenwirkungen insbesondere auch die Spätfolgen sukzessive verringert werden.

 

Tumorentitäten und Auswahl der Patienten:

Im Tumorboard werden interdisziplinär alle Patienten bei Diagnose, im Verlauf, zum Abschluss der Therapie und zu den protokollgerechten Nachsorgeuntersuchungen besprochen. Ziel ist die genaue Festlegung des Stadiums, der Einschluss in die Therapieoptimierungsstudien, die Beurteilung des Therapieansprechens und Festlegung des chirurgischen sowie strahlentherapeutischen Vorgehens. Ebenso wird im weiteren Verlauf über Jahre der Remissionsstatus jedes einzelnen Patienten anhand bildgebender und labortechnischer Verfahren evaluiert.

Langzeitbeobachtungen haben gezeigt, dass Sekundärmalignome und insbesondere Organschäden auch noch Jahrzehnte nach Ende der Chemotherapie auftreten können. Durch die erheblich verbesserte Überlebenswahrscheinlichkeit nimmt der Anteil an Patienten mit potentiellen Spätschäden stetig zu. Ein Leben ohne Spätfolgen ist anzustreben, daher ist eine intensive mehrjährige bis teilweise lebenslange Nachsorge dieser Patienten in einer erfahrenen onkologischen Spezialambulanz obligat.

Alle Patienten werden in unserer Abteilung mindestens 10 Jahre nach Therapieende in regelmäßigen Abständen nachuntersucht. Unser Augenmerk richtet sich nicht nur auf das frühzeitige Erkennen eines Rezidivs, sondern auf das Erkennen von Zweitmalignomen, sekundären Nierenfunktionsstörungen, Kardiomyopathien, Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen, endokrinologischen Problemen, Hörgeräteanpassungen bei Hochtonschwerhörigkeit sowie die gezielte Einleitung von Fördermaßnahmen bei intellektuellen Leistungsdefiziten. Die Bildgebungen, die im Verlauf dieser Nachsorge durchgeführt werden, werden ebenfalls im Tumorboard besprochen.

Diagnostizierte Sekundärmalignome und Organschäden, die in Zusammenhang mit der Grundkrankheit oder deren Therapie zu bringen sind, werden wiederum zentral erfasst und ausgewertet.

 

Teilnehmer:

Regelmäßig vertreten sind Fachärzte aus der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Radiologie, Strahlentherapie, Abteilung für Kinderchirurgie, Klinik für Neurochirurgie und Nuklearmedizin. Bei Bedarf kommen Vertreter aus der Pathologie, der Klinik für HNO und Urologie, der Klinik für Unfallchirurgie, Hand- und Wiederherstellungschirurgie sowie der Klinik für Thorax- und Gefäßchirurgie.

 

Patientenanmeldung/Kontakt:

Die Anmeldung zur Vorstellung eines Patienten kann elektronisch über die Intranetseiten des CCCU (ULTIMA, SAP-Zugang erforderlich) oder auch gern telefonisch oder per Fax über das CCCU Sekretariat erfolgen.
Ansprechpartner: Frau Kempfle, Frau Pöhler
Tel.:0731 50056056, Fax: 0731 500 56055, email: sekr.cccu[at]uniklink-ulm.de

 

CME-Zertifizierung der LÄK:

Die Landesärztekammer Baden-Württemberg vergibt für die Teilnahme an den Boards jeweils drei Fortbildungspunkte.

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