Wissenschaftliche Aspekte

Schwerpunkt der epileptologischen Forschung an der Universität Ulm ist die Genetik und Pathophysiologie erblicher Epilepsien. Die bisher identifizierten Mutationen bei diesen Erkrankungen betreffen ganz überwiegend Ionenkanäle. Dies ist pathophysiologisch gut verständlich, da Ionenkanäle die Grundlage der Erregbarkeit von Nervenzellen bilden und auch die wichtigsten Zielstrukturen für die antiepileptische, medikamentöse Therapie darstellen. Wir haben zu diesem Thema in den letzten Jahren zahlreiche neue Veränderungen des Erbgutes und deren Krankheitsmechanismen beschrieben. Langfristig soll diese Forschung dazu beitragen, auch die Therapie von Epilepsien zu verbessern, z.B. indem sich durch die genetischen Untersuchungen neue Kanäle als Zielstrukturen für die Pharmakotherapie ergeben. Auch hier leisten wir Beiträge, wie bei der Identifikation des molekularen Wirkmechanismus des neuen Medikaments Retigabin, das neuronale Kaliumkanäle aktiviert, ein Mechanismus, der bisher nicht für die Therapie der Epilepsie genutzt wird.

Neben dieser grundlagenorientierten Forschung beschäftigen wir uns mit der funktionellen Bildgebung und der Integration der Bildgebungs-Daten in den Operationsablauf (Neuronavigation). Epileptische Herde werden mit verschiedenen bildgebenden Verfahren, v.a. der Kernspintomographie und der Positronen-Emissions-Tomographie (PET), im Gehirn lokalisiert. Zudem werden spezifische Gehirnfunktionen, wie Sprache, Motorik und Gedächtnisprozesse mit der funktionellen Kernspintomographie (fMRT) im Gehirn dargestellt.

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