PD Dr. med. Alexandre Serra

Kollaboration:

  • Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Ulm.
  • Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Ulm.
  • Genetikum GmbH, Neu-Ulm, Germany.
  • Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm
  • Institut für Humangenetik, Julius-Maximilian Universität, Würzburg.
  • Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Jena, Friedrich Schiller Universität, Jena.
  • Institut für Zell und Molekular Pathologie, Medizinische Hochschule Hannover, Hannover.
  • Institut für Humangenetik und Anthropology, Heinrich Heine Universität, Düsseldorf
  • Sektion für Experimentelle Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie. Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Lübeck.

Die Komplexität der Spektren von Krankheiten in den weiten und vielfältigen Bereichen der Kinderchirurgie erfordert ständig wechselnde Anforderungen für die Diagnose, Prognose und Entscheidung über therapeutische Strategien. Darüber hinaus hat sich die Kombination von klinischer Praxis und Grundlagenforschung wertvoll bei der Entwicklung neuer Standards für das Management von pädiatrisch-chirurgischen Erkrankungen bewährt. In diesem Zusammenhang werden Techniken angewandt, welche die Untersuchungen von Genen und Proteinen ermöglichen, wie z. B. die Polymerase-Kettenreaktion (PCR), die DNA-Sequenzierung, der Westernblot und die Chromosomen-Bildgebung (Karyotypisierung). Diese Untersuchungen erweitern das Verständnis für kindliche Krankheiten bis zu dem Punkt, dass eine molekulargenetische Untersuchung Standard für die Stellung der Diagnose und / oder Prognose geworden ist. Beispiele gibt es zuhauf, die Identifizierung von Protein-Targets in Tumorerkrankungen, die Analyse von Gen-Varianten, die für die Ätiologie von mehreren chirurgischen Erkrankungen verantwortlich sind, oder die Untersuchung von chromosomalen Varianten, die mit der Prognose von Tumoren verbunden sind. Unsere Abteilung konzentriert sich auf die molekulargenetische Analyse von kindlichen Tumoren wie z.B. Neuroblastom und Nephroblastom (Wilms Tumor), aber auch auf die Entdeckung chromosomaler und genetischer Varianten für die so genannte „Disorders of Sex Differentiation" (Störung der Geschlechtsentwicklung).

 

Als Beispiel von aktuellen Studien:

  • „Genetische Analyse eines Patienten mit Störung der Geschlechtsentwicklung wegen eines somatischen 45, X / 46, XY/46, XX Mosaik"
  • Shared Copy Number Variation (CNV) in gleichzeitigem Nephroblastom und Neuroblastom durch Fanconi-Anämie."
  • Chromosom 6p21.33 Varianten und CYP21A2 Gen Polymorphismen in einer gemischte Adrenogenital Syndrom Bevölkerung Cohort.

 

Dr. med. Anna K. Winkler, PD Dr. med. Alexandre Serra (+ 6 Doktoranden).

Kollaboration:

  • Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Ulm
  • Forschungslabor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Universitätsklinikum Ulm
  • Institut für Humangenetik, Universitätsklinikum Ulm
  • Centrum für Chirurgie, Universitätsklinikum Ulm

Dieses Projekt bezieht sich auf Kinder mit entzündliche Darmerkrankungen und Perforation (nekrotisierende Enterokolitis (NEK) und fokale intestinale Perforation (FIP) und deren mögliche Assoziation mit oxidativem Stress in Frühgeborenen. Darüber hinaus testen wir die Hypothese eines „triple-risk-models" für die Entstehung von NEK, wobei empfindliche, vulnerable Kinder werden durch externen Pathogenen während eines kritischen Entwicklungsperiode angegriffen und somit entwickeln die Krankheiten. Unser Ziel ist die Etablierung der Rolle von Darmhypoxie, oxidativem Stress und/oder Cytomegaloviren Infektion in der NEK Entstehung bei Neugeborenen, dabei testen wir 4 Hypothesen:

1. Hypothese 1: Der Hauptmechanismus der zu einer NEK führt, ist eine hypoxische Schädigung der Darmwand.

2. Hypothese 2: Es besteht eine zeit- und altersabhängige Verminderung der Protein-Expression von inflammatorischen und /oder oxidativen    Stress-Mediatoren in dem Darmgewebe von NEK- oder FIP-Patienten, insbesondere solche Mediatoren, die mit Ischämie / Reperfusionsverletzung assoziiert sind.  

3. Hypothese 3: Es besteht eine zeitabhängige Hochregulation der Genexpression von inflammatorischen und /oder oxidativen Stress-Mediatoren im Darmgewebe von NEK- und FIP-Patienten.

4. Hypothese 4: Cytomegaloviren-Infektion ist mit NEK bei Frühgeborenen assoziiert.

cand. med. Regina Gems, Dr. med. Melanie Kapapa, PD Dr. med. Alexandre Serra

Ziel dieser Studie ist es, Ursachen sowie funktionelle und psychosoziale Folgen thermischer Verletzungen im Kindes- und Jugendalter zu erfassen. Die Daten und der Therapieverlauf aller, von 2008- 2011 in der Kinderchirurgie der Universitätsklinik Ulm ambulant und stationär behandelten, Kindern mit Verbrühungen und Verbrennungen werden erhoben. Thermische Verletzungen entstehen im Kleinkind- und Vorschulalter vorwiegend (etwa 85%) in Form von Verbrühungen. Verbrennungen treten hingegen häufiger bei Schulkindern auf und werden vornehmlich durch Hausbrände, Grillunfälle und Experimentieren mit dem Feuer hervorgerufen. Bei vielen Kindern verbleiben nach der Therapie einschränkende Narben. An die Behandlung dieser thermischen Schäden werden höchste Ansprüche gestellt, da Kinder, auch bei oberflächlichen Verbrennungen oder Verbrühungen, häufiger Narben oder bleibende Pigmentveränderungen entwickeln als Erwachsene.

cand. med. Teresa Rieg, Dr. med. Melanie Kapapa, PD Dr. med. Alexandre Serra

Das Outcome nach Geburt mit einer Gastroschisis oder Omphalocele wurde anhand der subjektiven Lebensqualität und der körperlichen postoperativen Kontrolluntersuchungsbefunde erhoben. Im Rahmen dieser Studie wurden die perinatalen Daten und den Therapieverlauf aller von 2000-2011 Kindern mit Gastroschisis und Omphalocele, die in der Universitätsklinik Ulm behandelten wurden, analysiert und die Kinder nachuntersucht. Für den Zeitraum 2000-2011 konnten 55 Patienten mit Gastroschisis oder Omphalocele ermittelt werden – 63,6% Gastroschisis und 36,3% Omphalocele. Im Rahmen der Nachuntersuchung in der Kinderchirurgie wurde eine abdomineller Sonographie durchgeführt. Die postoperative Lebensqualität der Kinder ist gut. Die Lebensqualität von Kindern mit Omphalocele und Gastroschisis ist nicht eingeschränkt. Aufgrund der abnormalen Appendixlage mit der erhöhten Gefahr eines Ileus ist die Aufklärung der Eltern geboten.

(Abb. 7) Operative Versorgung einer Omphalozele (A), Gastroschisis (B) in Ulm und Teilergebnisse der Gastroschisis/Omphalozele Studie (C).

 

 

Dr. med. Melanie Kapapa, PD Dr. med. Alexandre Serra (+ 8 Doktoranden).

  • Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm
  • Fehlbildungsmonitoring aus der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke- Universität, Magdeburg, Sachsen-Anhalt


Ziel dieser Studie ist es, Ursachen sowie funktionelle und psychosoziale Folgen einer chirurgischen Behandlung im Kindes- und Jugendalter im Bezug zur Lebensqualität zu erfassen. Die Daten und der Therapieverlauf alle Patienten in der Kinderchirurgie der Universitätsklinik Ulm ambulant und stationär behandelten, Kindern mit folgenden Krankheiten werden erhoben:

1. Nekrotisierende Enterokolitis (NEK)

2. Morbus Hirschsprung (HSCR)

3. Chronisch entzündliche Darmerkrankung (CED) - Colitis ulcerosa und Morbus Crohn

4. Ösophagusatresie

5. Verweilkatheter in zentral venösen Zugängen

6. Anorektale Malformationen (ARM)

7. Abdominales Trauma

8. Ösophagus- und Magenperforationen

Unser Ziel besteht in der Analyse des möglichen Behandlungskonsequenzen für die langfristige Lebensqualität der Kinder sowie eine kritische Analyse der Behandlungsmethoden und deren Erfolg.

Dr. med. Melanie Kapapa, Dr. Devon Kumiponjera

Kollaboration:

  • Queen Elisabeth Central Hospital, Blantyre, Malawi

 
In Malawi machen Verbrühungen und Verbrennungen etwa 30% aller Unfälle im Kindesalter aus. Häufig führen die landestypischen Kochgewohnheiten zu schwersten Verletzungen gerade im Kleinkindalter. HIV/AIDS und Mangelernährung der Kinder verlangsamen häufig die Wundheilung. Die Todesrate aller Unfälle im Kindesalter liegt bei etwa 7,5%, davon sind 75% Verbrühungen/ Verbrennungen. Die Ausdehnung und Tiefe der Verbrühungen und Verbrennungen in Malawi ist häufig 3° ausgeprägt. Das Auftreten einer Wundinfektion kommt deutlich häufiger vor als im deutschen Vergleichskollektiv. Der Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung und das Alter des Kindes sind wichtige Faktoren für das Überleben und für das funktionelle Outcome. Kostspielige Methoden wie die Anwendung von Suprathel® werden nicht durchgeführt. Auch einfachere Therapieoptionen wie sie in einem Entwicklungsland herrschen, können ein gutes funktionelles und kosmetisches Outcome bei Kindern haben. Dabei kommt es maßgeblich auf die Lokalisation und das Ausmaß der Verletzung in Abhängigkeit vom Alter des Kindes und dessen Grunderkrankungen an.

cand. med. Elvira Stoll, Prof. Dr. med. Helmut Hummler


Kollaboration:

  • Sektion Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Universitätsklinikum Ulm).

Ziel dieser Studie ist es, Einfluss des medikamentösen und operativen Ductusbehandlung bei sehr kleinen Frühgeborenen auf die Sauerstoffversorgung des Gehirnes festzustellen. Ductus arteriosus ist eine Verbindung zwischen Aorta (der Hauptschlagader) und Truncus pulmonalis (Lungenarterie). Er schließt sich normalerweise in den ersten Lebenstagen. Sehr unreife Frühgeborene mit einem GG<1500g entwickeln sehr oft einen offenen Ductus arteriosus, da das Gewebe noch sehr unreif ist und nur sehr oder gar nicht auf die innere Signale reagiert. Der persistierende Ductus arteriosus stellt keinen Herzfehler, sondern ein Gefäßproblem dar, welches sich jedoch auf die Herz-Kreislauf-Funktion auswirkt und welcher bei Ausbleiben des Erfolges einer medikamentösen Behandlung nicht selten chirurgisch ligiert werden muss. Wie gut das Gehirn der kleinen Patienten mit dem Sauerstoff besonders in den ersten Lebenswochen versorgt wird, hat erhebliche Folgen für die weitere Entwicklung z.B. schulische Leistungen.