Online-Symposium "Entwicklung und Stand der Entziehungsbehandlung lt. § 64 StGB in Deutschland"

Die Maßregelvollzüge in Deutschland sind durch die gestiegenen Zuweisungen im Bereich der Entziehungsbehandlung überfüllt. Die Zahl der nach §64 StGB untergebrachten Straftäter hat sich bundesweit verdreifacht. Das resultiert u.a. daraus, dass die erfolgreiche Therapie zu einer früheren Entlassung auf Bewährung bereits nach der Hälfte der Strafverbüßung führen kann. Daher sind alle suchtkranken Straftäter eher an einer Entziehungsbehandlung als an einer Unterbringung im Strafvollzug interessiert. So kommt es vermehrt zu Fehleinweisungen. Die sich daraus ergebende Folge ist die Verschlechterung des stationären und therapeutischen Klimas, die eine effektive Therapie verhindert. Die aggressiven und gewalttätigen Übergriffe nehmen zu und das Personal muss zur täglichen Deeskalation eingesetzt werden. Die motivierten Patienten geraten in den Hintergrund und die Erledigungsrate liegt konstant über 50%. Ein interdisziplinärer Diskurs könnte helfen, die Situation zu verbessern und so haben wir namhafte Referenten gewinnen können, die aus juristischer und psychiatrischer Sicht das Thema beleuchtet haben.