ECQAT

Entwicklung eines vertiefenden E-Learning-Curriculums zur ergänzenden Qualifikation in Traumapädagogik, Traumatherapie und Entwicklung von Schutzkonzepten und Analyse von Gefährdungsrisiken in Institutionen

 

 

   

Schlagworte

E-Learning, Qualifizierung, Traumapädagogik, Traumatherapie, Schutzkonzepte, Gefährdungsanalyse

Projektleitung

  • Profilbild von Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert

    Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert

    Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie

Kooperationspartner

Prof. Dr. Michael Kölch, Universitätsmedizin Rostock

Prof. Dr. Frank Neuner, Universität Bielefeld

Prof. Dr. Wolfgang Schröer, Universität Hildesheim

Prof. Dr. Mechthild Wolff, Hochschule Landshut

Prof. Dr. Ute Ziegenhain, Universitätsklinikum Ulm

Dr. Marc Schmid, UPK Basel

Projektlaufzeit

10/2014-12/2019

Projektbeschreibung

Ziel des Projektes ist es, Berufsgruppen, die in Kontakt zu sexuell missbrauchten und/oder multipel traumabelasteten Kindern stehen oder in Institutionen Verantwortung für den Schutz vor (sexueller) Traumatisierung tragen, eine Möglichkeit zu bieten, sich fundiert und bezogen auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisstand fortzubilden.

Im Rahmen des Projektes wurden vier Online-Kurse erstellt und evaluiert:

Adressaten der Kurse sind Fachpersonen aus den pädagogischen und medizinisch-therapeutischen Berufsgruppen. Die Kurse „Traumatherapie“ und „Traumapädagogik“ sollen ihnen ermöglichen, Kindern und Jugendliche, die sexuellen Missbrauch oder andere traumatische Belastungen erlebt haben, besser zu unterstützen. Personen, die in Institutionen Verantwortung für den Schutz von Kindern übernehmen wollen oder übernommen haben, können im Kurs „Schutzkonzepte in Organisationen – Schutzprozesse partizipativ und achtsam gestalten“ eine Analyse von Gefährdungsrisiken in Institutionen und eine Entwicklung von Schutzkonzepten erlernen. Der Kurs „Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen – ein Online-Kurs für Führungskräfte“ ist inhaltlich spezifisch auf die Aufgabe von Leitungskräften im Kontext des Kinderschutzes ausgerichtet. Leitungs- bzw. Führungskräfte sollen hierdurch in die Lage versetzt werden, die Entwicklung von Schutzkonzepten in den von ihnen geleiteten Institutionen (Heime, Schulen, Kliniken) aktiv zu gestalten und ein traumasensibles Umfeld zu schaffen.

In der ersten Projektlaufzeit (2014-2017) durchliefen drei Testkohorten die Kurse. Fast 1.500 Personen haben einen der Kurse abgeschlossen. Die Ergebnisse der Begleitforschung zeigen eine große Zufriedenheit mit den Kursen und den angebotenen Lernmaterialien sowie einen Zuwachs an Wissen und Handlungskompetenzen durch die Kursbearbeitung.

Alle vier Kurse sind bei der Landesärztekammer Baden-Württemberg zertifiziert.

Das Projekt wurde anschließend durch das BMBF bis 31.12.2019 verlängert. So konnten die Kurse gegen ein Teilnahme-Entgelt weiter angeboten werden. Ziele des Projektes in der Verlängerungsphase waren die Implementierung eines Bezahlmechanismus in die Kurse, weitere Evaluationen zu den Kursen sowie die Entwicklung von Konzepten für begleitende Präsenzkurse, die Durchführung von Präsenzkursen und die Evaluation der Kurse. Auch in dieser Projektphase stießen die Angebote mit insgesamt 824 Absolventen auf großes Interesse. Bezüglich der Kursevaluation ist festzustellen, dass die Teilnehmenden sehr zufrieden mit dem Aufbau und den Inhalten der Lernangebote waren. Die Kursgebühr wurde als angemessen beurteilt.

Ab Mai 2019 ist für die Kurse „Schutzkonzepte in Organisationen – Schutzprozesse partizipativ und achtsam gestalten“ und „Leitungswissen Kinderschutz in Institutionen – ein Online-Kurs für Führungskräfte“ durch eine Kooperation mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) wieder eine Kursteilnahme für Mitarbeitende aus Krankenhäusern, die Mitglied in einem Mitgliedsverband der DKG sind, möglich (s. Projekt „Online-Kurse zu Schutzkonzeptentwicklung in Kliniken in Kooperation mit der DKG“).

Publikationen und erstellte Materialien

Fegert JM, Kölch M, König E, Harsch D, Witte S und Hoffmann U (2018). Schutz vor sexueller Gewalt und Übergriffen in Institutionen - Für die Leitungspraxis in Gesundheitswesen, Jugendhilfe und Schule. Heidelberg: Springer.

Illies L. Saupe L, Steidl A, Fegert JM, Hoffmann U & Neuner F (2019). Development and randomized-controlled evaluation of a web-based training in evidence-based trauma therapy. Professional Psychology: Research and Practice, 10.1037.

König E, Oppermann C, Winter V, Witte S, Fegert JM (2016). Institutionen zu sicheren Orten machen: Online-Fortbildungen zur Umsetzung von institutionellen Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche. Das Jugendamt 89, S. 245-246.

Oppermann C, Winter V, Harder C, Wolff M, Schröer W (2018). Lehrbuch Schutzkonzepte in pädagogischen Organisationen. Weinheim: Beltz.

Sansen LM, Saupe LB, Steidl A, Fegert JM, Hoffmann U & Neuner F (2019). Daring to process the trauma: using a web-based training to reduce psychotherapists’ fears and reservations around implementing trauma-focused therapy, European Journal of Psychotraumatology, 10:1.

Witte S, König E, Kölch M, Fegert JM (2016). Die Schule – ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche? Schulverwaltung Nordrhein-Westfalen (6/2016), S. 168-169.

Kontaktadresse

Gefördert von:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)