Auswertungsprojekt Briefe aus der Amtszeit der ersten Unabhängigen Beauftragten sexueller Kindesmissbrauch der Bundesregierung, Frau Bundesministerin a.D. Dr. Christine Bergmann

Schlagworte

Sexueller Missbrauch, Betroffenenberichte, Aufarbeitungsprozess, UBSKM, Briefe, Partizipation, Qualitative Forschung

Projektleitung

  • Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie (KJP) des Universitätsklinikums Ulm                                                                          

  • Prof. Dr. Cornelia Helfferich, Sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen / FIVE Freiburg (SoFFI F.) Freiburg/Berlin

  • Prof. Dr. Barbara Kavemann, Sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen / FIVE Freiburg (SoFFI F.) Freiburg/Berlin

Verbundpartner oder Kooperationspartner

  • Ehemalige Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs Frau Bundesministerin a.D. Dr. Christine Bergmann

  • Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs Herr Johannes-Wilhelm Rörig

  • Sozialwissenschaftliches Forschungsinstitut zu Geschlechterfragen / FIVE Freiburg (SoFFI F.)

Projektlaufzeit

Machbarkeitsstudie: Okt 2017 bis Sept 2018

Darauffolgend die Projektphase

Projektbeschreibung

Im Rahmen der 2010 von der damaligen Unabhängigen Beauftragten zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) Dr. Christine Bergmann initiierten Kampagne „Sprechen hilft“ gingen über 900 Briefe und E-Mails von Betroffenen sexuellen Missbrauchs ein. Zusammen mit Betroffenenberichten der gleichzeitig eingerichteten telefonischen Anlaufstelle (heutiges Hilfetelefon Sexueller Missbrauch) wurden diese Dokumente bisher nur kursorisch ausgewertet (z. B. Fegert et al. 2013; Rassenhofer et al. 2013). In einem weiteren Aufarbeitungsprojekt mit vorheriger Machbarkeitsstudie sollen diese Schriftstücke nun vertieft qualitativ ausgewertet werden, um Betroffenengruppen und Tatkontexte besser beschreiben und das Wissen über die Verarbeitung sexueller Gewalt erweitern zu können. Zudem sollen die Ergebnisse genutzt werden, um Empfehlungen zur Verbesserung der Situation Betroffener und zu Präventionsmöglichkeiten gegenüber dem aktuellen Unabhängigen Beauftragten Johannes-Wilhelm Rörig auszusprechen. Auch soll die Öffentlichkeit für das Thema sexueller Missbrauch und die (langfristigen) Folgen sensibilisiert werden.

Fegert, J. M., Rassenhofer, M., Schneider, T., Seitz, A. & Spröber, N. (2013). Sexueller Kindesmissbrauch – Zeugnisse, Botschaften, Konsequenzen: Ergebnisse der Begleitforschung für die Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Frau Dr. Christine Bergmann. Beltz Juventa.

Rassenhofer, M., Spröber, N., Schneider, T., & Fegert, J. M. (2013). Listening to victims: use of a critical incident reporting system to enable adult victims of childhood sexual abuse to participate in a political reappraisal process in Germany. Child abuse & neglect, 37(9), 653-663.

In der Machbarkeitsstudie, die noch bis September 2018 läuft, werden forschungsethische und datenschutzrechtliche Fragen geklärt sowie das Ethikvotum und Einwilligungen der Autor*innen der Briefe und E-Mails eingeholt. Danach werden der Datensatz vorbereitet und Forschungsfragen unter Einbezug des Betroffenenrats entwickelt.

Im Oktober 2018 beginnt die Projektphase mit qualitativen Analysen der entwickelten Fragestellungen.

Kontaktadresse

Gefördert von:

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs