Online-Kurs „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch“

                  

      

Schlagworte

E-Learning, sexueller Kindesmissbrauch, Prävention, Qualifizierung

Projektleitung

  • Profilbild von Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert

    Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert

    Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie

Projektlaufzeit

07/2011-09/2014

Projektbeschreibung

Nachdem im Jahr 2010 sexueller Missbrauch in Institutionen der katholischen Kirche und der Reformpädagogik öffentlich wurde, reagierte die Politik auf diese Fälle und die fortlaufende mediale Debatte mit der Gründung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ (RTKM). Am Runden Tisch hat die Unterarbeitsgruppe III am Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) neben gezielten Forschungsanstrengungen zur Verbesserung des Grundlagenwissens und zur Translation von Fachwissen in die Praxis, auch eine breite Initiative in der Aus-, Fort- und Weiterbildung gefordert. Auch im Zuge der Erhebungen der Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Frau Dr. Bergmann, wurde eine mangelnde Qualifizierung von möglichen Erstansprechpersonen von Kindern und Jugendlichen in Bezug auf das Thema der Prävention von sexuellen Missbrauch deutlich und die Forderung nach einem Ausbau von Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen formuliert. Viele der Betroffenen hatten nach eigenen Angaben nie eine Ansprechperson gehabt, der sie von der sexuellen Gewalt berichten konnten und fanden keine angemessene Hilfe.

In diesem Kontext wurde im Mai 2011 im Rahmen der Förderlinie „Digitale Medien in der beruflichen Bildung“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) der Antrag gestellt, einen Online-Kurs „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch“ zu erstellen und zu evaluieren. Dem Projektantrag wurde stattgegeben, der Online-Kurs zwischen 2011 und 2014 entwickelt und evaluiert. Bis heute haben über 3000 Personen den Kurs absolviert.

Im Rahmen einer Förderung durch eine Stiftung ist es uns nun möglich, den Kurs inhaltlich und technisch zu überarbeiten. Der Kurs wird ab voraussichtlich Ende März 2021 wieder zur Teilnahme bereitstehen.

Wenn Sie sich für eine Kursteilnahme interessieren, können Sie sich hier in eine Interessentenliste für eine Kursteilnahme eintragen.

Publikationen und erstellte Materialien

Abschlussbericht

Fegert JM, Hoffmann U, König E, Niehues J, Liebhardt H (Hg.)(2015): Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Ein Handbuch zur Prävention und Intervention für Fachkräfte im medizinischen, psychotherapeutischen und pädagogischen Bereich. Berlin und Heidelberg: Springer.

Fegert JM, Hoffmann U, Spröber N, Liebhardt H (2013): Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Aktuelle (fach-)politische Diskussion und Überblick über Definitionen, Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Prävention. Bundesgesundheitsblatt 56, S. 199–207.

Hoffmann U, König E, Niehues J, Seitz A, Fegert JM, Liebhardt H (2013): Onlinekurs „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch“. Erste Erfahrungen und Forschungsergebnisse. Nervenheilkunde 32, S. 856-865.

Liebhardt H, König E, Hoffmann U, Niehues J, Rittmeier J, Fegert JM (2013): Weiterbildungsbedarf im ärztlichen, psychotherapeutischen und pädagogischen Handlungsfeld im Umgang mit sexuellem Kindesmissbrauch. Ergebnisse einer deutschlandweiten Online-Befragung. Nervenheilkunde 32, S. 848-855.

Liebhardt H, Hofer A, Hoffmann U, Kiefer M, Krauß A, Niehues J, Fegert JM (2012): Die Angebote auf dem Bildungsmarkt. Ein Überblick. Internetbasierte Analyse des Fort- und Weiterbildungsangebots zum Thema „Sexueller Kindesmissbrauch“. Sozialmagazin 37, S. 40-49.

Liebhardt H, Niehues J, Hoffmann U, Spröber N, Fegert JM (2011): Öffentliche Erwartungshaltung im Umgang mit sexuellem Missbrauch in Schulen. Ein Überblick über die Debatte in Medien und Politik sowie Betroffenenmeinungen. SchulVerwaltung spezial 13, S. 30-32.

Kontaktadresse

Gefördert von:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)